Opel Berichte

Arbeitsgerichtsverhandlung gegen Opel: 1:0 für Paul Fröhlich

Arbeitsgerichtsverhandlung gegen Opel: 1:0 für Paul Fröhlich
Kundgebung vor dem Bochumer Arbeitsgericht am 16. September 2014

Bochum (Korrespondenz), 17.09.14: Wie bereits kurz berichtet, wurde gestern vor dem Arbeitsgericht Bochum die Klage des Bochumer Opel-IG-Metall-Vertrauensmanns Paul Fröhlich auf Rücknahme seiner Abmahnung durch die Opel-Geschäftsleitung verhandelt.

Paul Fröhlich und sein anwaltlicher Vertreter Roland Meister siegten klar nach Punkten. Die kurze Abschlusskundgebung vor dem Arbeitsgericht nach Ende der Verhandlung zog eine positive Bilanz für Paul Fröhlich und die kämpferische Richtung bei Opel.

Im mit ca. 50 Besuchern rappelvollen Gerichtssaal wurde die Berechtigung der Klage von Paul Fröhlich immer klarer. Ende 2013 wurde dieser wegen der Teilnahme an einer Info-Veranstaltung des Betriebsrats für Vertrauensleute abgemahnt. Und zwar in der Situation, wo die Belegschaft eine 11-stündige Betriebsversammlung und einen Streik der Nachtschicht gegen den Schließungsplan von Opel/GM durchgeführt hatte. Offensichtlich war Paul Fröhlich die Teilnahme an der Info-Stunde als kämpferischem Vertrauensmann, der einer der Streikführer von 2004 war, gezielt streitig gemacht worden. Diese Stimme sollte im Kreis der Opel-Vertrauensleute mundtot gemacht werden. Er ließ sich aber nicht unterdrücken, nahm an der Info-Versammmlung teil und soll mit dieser Abmahnung – dem Vorläufer einer Kündigung – abgestraft werden.

Dieser Hintergrund wurde im Laufe der Verhandlung immer klarer. Weiter wurde aufgedeckt, dass die Behandlung von Paul Fröhlich kein Einzelfall ist. In letzter Zeit bekommen reihenweise Vertrauensleute anderer Abteilungen von ihren Meistern "wegen  des hohen Arbeitsaufkommens" gar keine Freigabe für die Info-Versammlungen. Damit soll offensichtlich die kämpferische Richtung im Werk, die den Weg des "Sozialtarifvertrags" ablehnt und auf Streik gegen die Schließung von Opel-Bochum orientiert, in breitem Maße unterdrückt werden.

Traditionsgemäß wurde der Verhandlungstermin um 9.15 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Gericht begonnen, an der vielfältige Kräfte ihre Solidarität bekundeten: Kollegen von Paul Fröhlich, Stahlarbeiter-Delegationen von TKS und HKM Duisburg, Vertreter von ver.di Gelsenkirchen, Kolleginnen und Kollegen der Betriebsrats-Initiative "Offensiv", Frauen vom überparteilichen Frauenverband Courage, Vertreter des MLPD-Zentralkomitees, der Landesleitung NRW und andere. Dabei wurde Paul Fröhlich auch das "Prozessmaskottchen" mit der Banderole "Schluss mit Mobbing" überreicht, das jeweils an den Kollegen bzw. die Kollegin geht, der/die einen aktuellen Prozess gegen Opel führt.