Politik

Solidarität für den entlassenen Betriebsrat Nils-Holger Böttger und die IG-Metaller bei ENERCON

Magdeburg (Korrespondenz), 16.09.14: 22.000 Windkraftanlagen von ENERCON erzeugen in 30 Ländern der Erde Strom aus Windkraft. Für die Umwelt ein Schritt nach vorn. Aber die Arbeitsbedingungen bei ENERCON sind drei Schritte zurück.

Ein großer Teil der Arbeiter bei ENERCON in Magdeburg sind Leiharbeiter. Ausgelernte Facharbeiter erhalten etwa 700 Euro Lohn pro Monat weniger als beim Konkurrenten Siemens. Das soll auch so bleiben, findet wohl ENERCON-Besitzer Aloys Wobben. Vier bis Fünf Milliarden Euro Umsatz im Jahr und Platz drei in der Windkraft-Branche weltweit fallen ja nicht vom Himmel. Ausbeutung des Menschen durch den Menschen – nichts anderes ist der Kapitalismus!

Im Konzern wird systematisch gegen aktive Gewerkschafter vorgegangen, ob in Aurich oder in Magdeburg. Aufsplitterung des Konzerns in viele Einzelfirmen, Anfechtung und Behinderung von Betriebsratswahlen, Abmahnungen, Versetzungen, allgemeine Einschüchterung – die ganze Palette des Mobbings und der Verweigerung gewerkschaftlicher und politischer Rechte im Betrieb.

Die Spitze: Nils-Holger Böttger, der Betriebsratsvorsitzende von WEA Service Ost GmbH, wurde fristlos gekündigt! Sein "Vergehen": Eine E-Mail an Leiharbeiter, in der er die Bezahlung von betrieblichen Schulungszeiten forderte. "An mir soll ein Exempel statuiert werden", sagt Nils-Holger Böttger. Am 19. September findet der erste Termin wegen seiner Entlassung vor dem Arbeitsgericht in Magdeburg statt.

Betroffen ist einer – gemeint sind alle! Unter diesem Motto entwickelt sich die Solidarität bundesweit. 160 Betriebsräte haben sich bisher solidarisch erklärt, tausende Unterschriften wurden bereits gesammelt. In einem Video fordern Politiker des Stadtrats von SPD, CDU, Grünen und "Die Linke" in Magdeburg ENERCON dazu auf, seine Vorgehensweise zu ändern. Der Aufbau von Betriebsräten kommt voran, bis jetzt gibt es 14 Gremien bundesweit im weit verzweigten ENERCON-Konzern. Informiert Euch in der Homepage www.windstärke13.info.

Jetzt kommt es auf die Solidarität an! Entschließungen gewerkschaftlicher Gruppen und aus der demokratischen Öffentlichkeit, Unterschriftensammlungen, Briefe an die Homepage – alles möglich und ein Beitrag.