Betrieb und Gewerkschaft

Bei Daimler Düsseldorf rumort es weiter - 40-minütige Streikaktion im Lack

Düsseldorf (Korrespondenz), 24.09.14: Am 23. September versammelten sich von 16.10 bis 17.10 Uhr die Kollegen in der Lackiererei. Das Band stand dadurch insgesamt eine Stunde, 20 Minuten waren Pause und weitere 40 Minuten dauerte die Streikaktion. Die Kollegen wollten sich nicht weiter vertrösten verlassen, dass laut Betriebsrat in der gegenwärtigen Situation höchstens Gespräche geführt werden können. Auf die Forderung nach Kampfmaßnahmen wiegelte der Betriebsrat ab und meinte: "Wir können nicht gleich zur Revolution übergehen und die größte Kanone rausholen." 

Völlig einig waren sich alle aber gegen die Spaltung der Belegschaft in Daimler-Kollegen und Leiharbeiter. Während der Betriebsrat meinte "Wir müssen uns um die Daimler-Kollegen kümmern", war für sie klar: "Das sind doch alle Daimler-Kollegen." Und der Betriebsrat musste sich entschuldigen. Die Kollegen sind stolz über ihren Erfolg, dass das Band für ca. 40 weitere Minuten still stand und 30 Autos nicht fertig wurden.

Seit der Betriebsversammlung am 19. September gibt es unter den Kollegen intensive, ernsthafte und auch heftige Diskussionen, wie die Belegschaft gegen die Daimler-Pläne in die Offensive kommt. Die Kollegen sind wütend und viele für wirksame Kampfaktionen: "Die Daimler weh tun müssen."

Die Hinwendung zur MLPD wächst. Bei etlichen, die sich anfangs noch rausgehalten haben, arbeitet es im Kopf und im Gefühl, sie denken nach, diskutieren untereinander. Ein Werbeeinsatz vor den Toren mit der „Roten Fahne“ zum Kampf bei Opel ("Nehmt euch die Freiheit zu kämpfen") fand viel Interesse.

Inzwischen hat die Geschäftsleitung offensichtlich "ihre Kräfte" bis hin zu den Meistern ausgerichtet. Kollegen, die sich an Kampfaktionen beteiligten, werden zu Gesprächen zitiert und unter Druck gesetzt. Es ist daher auch eine wichtige Auseinandersetzung um das Streikrecht im Gang, was den Arbeitern hier "erlaubt" ist, wo die Monopole mit einem Federstrich tausende Arbeitsplätze vernichten können. Dass sich die Kollegen mit ihren Familien auf einen harten Kampf einstellen müssen und dafür die Solidarität aller Arbeiter und unter den Massen brauchen, aber auch erhalten werden.