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Erdogans miese Rolle gegenüber dem kurdischen Widerstand gegen IS

Erdogans miese Rolle gegenüber dem kurdischen Widerstand gegen IS
Türkische "Sicherheitskräfte" gehen an der Grenze mit Tränengas gegen kurdische Flüchtlinge vor (foto: firatnews.com)

25.09.14 - Verwirrende Bilder und Berichte kommen aus dem Grenzgebiet zwischen Rojava, dem syrischen Teil Kurdistans, und der Türkei. Angesichts des schwerbewaffneten Vordringens der islamistisch-faschistischen IS-Truppen auf die kurdische Stadt Kobanê hat die türkische Regierung endlich die Grenzen geöffnet, so dass zigtausende in die nahe gelegene, ebenfalls kurdische Stadt Suruc fliehen konnten. Aber zugleich kontrollieren türkische Militärs mit massiven Einsätzen von Wasserwerfern und Tränengas die Flüchtlingsströme.

Vor allem wollen sie verhindern, dass kurdische Kämpfer von türkischem in syrisches Gebiet gelangen, um sich dort den IS-Truppen entgegenzustellen. Auch unter den Flüchtlingen sind viele Männer und Frauen, die Kinder und ältere Familienangehörige nach Suruc in Sicherheit bringen, um dann möglichst schnell zurückzukehren, um sich den Kämpfern anzuschließen.

In diesen Befreiungskämpfern aber sieht das türkische Erdogan-Regime seine Hauptgegner. Während es die kurdische Arbeiterpartei (PKK) und ihre Schwesterorganisation Partei der demokratischen Einheit (PYD) bis heute als Terroristen verleumdet und verfolgt, wurde die IS von der Türkei – ebenso wie von Katar oder Saudi-Arabien – regelrecht aufgebaut und mit schweren Waffen (oftmals aus NATO-Beständen) ausgestattet. Mittlerweile windet sich Erdogan und will von den unkontrollierbar vorrückenden IS-Truppen Abstand nehmen. Aber nach wie vor können sich diese in der Türkei frei bewegen. Von einer unbehelligten Demonstration ihrer Anhänger in Istanbul wird berichtet. Türkische Krankenhäuser nehmen weiterhin die Versorgung von verletzten IS-Kämpfern wahr.

Unterdessen ist die Versorgung der kurdischen Flüchtlinge erbarmungswürdig. Am liebsten möchte die türkische Regierung die Flüchtlinge in staatlich kontrollierte Lager verfrachten. Dabei berichten alle internationalen Beobachter und Journalisten übereinstimmend von der überwältigenden Solidarität der Bewohner der kurdischen Grenzstädte für ihre Landsleute von der anderen Seite der Grenze. Die Leute, die selber oft bitterarm sind, versorgen die Flüchtlinge mit Lebensmitteln, Kleidung und Unterkunft.

Mit den Flüchtlingen und ihren Ängsten wird – auch von internationalen bürgerlichen Medien und vom türkischen Staat – ein mieses Spiel gespielt. Nach Angaben kurdischer Organisationen sind die Horrornachrichten über die IS ebenso wie die Flüchtlingszahlen stark übertrieben, unter anderem um mehr internationale Hilfsgelder locker zu machen.

Die MLPD praktiziert seit jeher eine unverbrüchliche Solidarität mit dem kurdischen Volk. Schon viele Jahrzehnte währt sein Kampf für die soziale und nationale Befreiung. In den letzten Jahren konnten besonders die syrischen Kurden dabei wichtige Erfolge erringen – im Kampf sowohl gegen das Assad-Regime als auch gegen die so genannte Opposition, zu Teilen islamistisch-faschistische Fundamentalisten, von denen die IS nur den extremstemn Flügel darstellt.

Dass es der kurdische Befreiungskampf ist, der dieser Mörderbande den entschiedensten Widerstand entgegensetzen kann – das müssen immer mehr auch bürgerliche Kräfte zugeben. Wie schon seit jeher fordert die MLPD jetzt erst recht die Aufhebung des PKK-Verbots in Deutschland und Waffenlieferungen an ihre Kämpferinnen und Kämpfer. In vielen Städten werden auch hierzulande Solidaritätsdemonstrationen mit dem kurdischen Befreiungskampf organisiert.