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"Langsam geht die Zeit unserer begeisternden Solidaritätsbrigade ihrem Ende zu"

"Langsam geht die Zeit unserer begeisternden Solidaritätsbrigade ihrem Ende zu"

24.09.14 - Seit Anfang September 2014 arbeitet eine vom Jugendverband REBELL organisierte Solidaritätsbrigade mitten im Herzen Afrikas zusammen mit jungen kongolesischen Genossen am Aufbau des Ngenyi-Zentrums mit. "rf-news" veröffentlicht regelmäßig die Berichte der jungen Freunde und Genossen, damit unsere Leserinnen und Leser an dieser begeisternden Initiative des proletarischen Internationalismus teilhaben können. Heute erreichte uns der jüngste Bericht:

"Langsam geht die Zeit unserer begeisternden Solidaritätsbrigade ihrem Ende zu. Wir können stolz und zufrieden auf knapp vier Wochen harte Arbeit blicken: Der 160 Quadratmeter Saal aus Holz steht und letzte Arbeiten am Dach sind in vollem Gange. Oftmals verständigten wir uns mit Händen und Füßen mit den kongolesischen Freunden. In Zukunft können hier Veranstaltungen, Schulungen und Kurse stattfinden. So einen Raum zu haben ist auch finanziell sehr wichtig, weil die meisten Räume hier im Kongo der Kirche gehören und teuer zu mieten sind. Der komplett aus Holz gefertigte Bau war mit 13.000 € vergleichsweise günstig, da er hier normalerweise 50.000€ kostet.

Neben Sägen, Messen, Hämmern und anderen Arbeiten, die wir lernten, haben wir viele neue kongolesische Freunde gefunden. Es war sehr eindrücklich, nicht nur über die schwierigen Lebensbedingungen hier zu lesen, sondern sie auch selbst zu erleben. Vor dieser Kraft, das tägliche Leben zu meistern, neuen Mut aufzubringen und zugleich seine Lebenfreude nicht zu verlieren, haben wir großen Respekt. Trotz aller Unterschiede zwischen Kongo und Deutschland gibt es auch Gemeinsamkeiten, z.B. hörten wir manchmal: "Den Leuten geht es hier zu schlecht zum Kämpfen". In Deutschland hingegen heißt es oft: "Den Leuten geht es noch zu gut". Das Ngenyi-Projekt steht für eine andere Richtung – wir müssen den Kampf aufnehmen für eine bessere Zukunft, uns ausbilden und organisieren, in dem Land, in dem wir leben.

Bei einem Treffen mit Freunden des Ngenyi Asbl, der CPL, dem LJD und der Afako wurde deutlich, was für ein großer Erfolg es ist, dass sich trotz aller schwierigen Lebensumstände die Jugendlichen, Frauen und Arbeiter hier organisieren. In Mbuji Mayi besuchen nur 6% eine Schule. Der Jugendverband LJD hilft den Jugendlichen, sich ihrer Lage bewusst zu werden und fordert neben guter Ausbildung auch Kultur und Sportmöglichkeiten für die Jugend. Unser Treffen war immer wieder durch kurze Konzerte begleitet, zu denen Kongolesen und Deutsche ausgelassen tanzten! Als es dann gewitterte, war der Saal fast komplett düster und die Vorträge mussten zwischenzeitlich unterbrochen werden, weil durch den prasselnden Regen kein Wort mehr zu verstehen war und es keine Beleuchtung im Raum gab.

Jetzt haben wir noch einen Arbeitstag, an dem wir mit allen Dacharbeiten fertig werden wollen. Und dann feiern alle gemeinsam ein großes Richtfest. Dort wird es neben kurzen Reden etwas zum Anstoßen geben, Spiele für die Kinder, Livemusik, Lieder und Tanz."