Betrieb und Gewerkschaft

"Porsche-Polizei" schlägt mal wieder zu

Stuttgart (Korrespondenz), 26.09.14: Am 19. September beim Schichtwechsel vor Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen. Zwei Umweltschützer verteilen den Flyer der Initiatorengruppe Stuttgart für den Aufbau einer Umweltgewerkschaft. Da taucht die Polizei auf, der Werkschutz von Porsche habe gerufen. Es ist natürlich verständlich, dass dieser Flyer den Herren von Porsche mit ihren die Umwelt zerstörenden netten kleinen und großen Autos und Flitzern nicht gefällt, geht es doch doch um den Profit und nicht um die Rettung von Mutter Erde.

Dass jedoch erneut die Polizei des Zuffenhausener Reviers sich zum Erfüllungsgehilfen von Porsche macht, ist inzwischen kein Skandal mehr, sondern leider schon Normalfall. Neu ist allerdings die Tatsache, dass den Verteilern ein Platzverweis ausgesprochen wurde und so erneut die Informationsfreiheit der Porsche-Kolleginnen und -Kollegen sowie die Meinungs- und Pressefreiheit der Verteiler massiv unterdrückt wurde.

Und das geschah, obwohl - wie berichtet - die Polizeibeamten klar und unmissverständlich darauf hingewiesen wurden, dass es sich um ein öffentliches Gebiet handle und sie sich einer Verletzung demokratischer Rechte zu Gunsten von Porsche und der Zerstörung der Umwelt schuldig machten. Viele Kollegen von Porsche empörten sich über das Vorgehen der Polizei. Sie machen sich Sorgen über die Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft. "Die Erde brennt – seien wir Feuerwehr, eh sie verbrennt", meinte einer.