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Powerfrauen – Das Leben einer Frau im Kongo

27.09.14 - Die Kongosolidaritäts-Brigade unserer jungen Freunde und Genossen hat einen Bericht über eine Gesprächsrunde in Tshibombo mit kongolesischen Frauen geschickt:

"Wir dachten zunächst, wir würden mit ein oder zwei Frauen von den kongolesischen Freunden, mit denen wir bauen, sprechen. Doch schlussendlich kam 'das halbe Dorf' zusammen. Wir saßen mit über dreißig Frauen und zahllosen Kindern auf dem Boden im Kreis zusammen und konnten uns über das Leben der Frauen unterhalten. Wir erfuhren, wie der Alltag der Frauen aussieht. Viele stehen frühmorgens auf, um auf dem Feld zu arbeiten. Vor allem die jungen Frauen machen das den ganzen Tag lang. Auch müssen sie weit nach Mbuji-Mayi auf den Markt laufen, um die Ernte oder selbstgekochtes Palmöl zu verkaufen. Mit dem Geld werden auch wieder Dinge gekauft, die die Familie braucht, etwa Essen oder Seife. Die Waren tragen die Frauen die ganze Zeit auf dem Kopf.

Im Kongo ist es auf dem Land üblich, dass die Mädchen mit 15 Jahren heiraten und mit ca. 16 Jahren ihr erstes Kind bekommen. Die Familien haben auch sehr viele Kinder, 10 sind keine Seltenheit. Oft haben Männer auch mehrere Frauen.

Die Frauen haben sich sehr für unser Leben in Deutschland interessiert und waren verwundert, dass wir mit 23 Jahren noch nicht verheiratet sind. Außerdem haben sie uns gefragt, wie wir es machen, keine Kinder zu bekommen. Es ist im Kongo nicht so einfach, an Kondome oder die Pille zu kommen. Wir haben allerdings auch darüber geredet, dass in Deutschland nicht alles paradiesisch ist. Dass es Armut, die doppelte Ausbeutung und Unterdrückung der Frau gibt, Arbeitslosigkeit, zu teure Wohnungen etc. gibt.

Zum Schluss haben wir  noch über das Ngenyi-Zentrum gesprochen. Die Frauen können es kaum erwarten, dass die Kurse dort beginnen. ..."

Der Bericht in voller Länge steht auf der Webseite des Jugendverbands REBELL