Betrieb und Gewerkschaft

ThyssenKrupp Duisburg: Zwei eineinhalbstündige Versammlungen anlässlich des revierweiten Aktionstags

01.10.14 - "rf-news" berichtete ausführlich über den 24-Stunden-Streik, der gestern bei Daimler in Düsseldorf statt fand. Er war Bestandteil eines ruhrgebietsweiten Aktionstags für den Erhalt der Arbeitsplätze. Auch in weiteren Betrieben in Nordrhein-Westfalen fanden dazu Aktionen statt. Ein Korrespondent aus Duisburg berichtet über die Aktivitäten bei ThyssenKrupp Steel in Duisburg: 

"Am 30. September fanden anlässlich des revierweiten Aktionstags um die Arbeitsplätze auch bei ThyssenKrupp Steel in Duisburg zwei eineinhalbstündige Versammlungen mit insgesamt rund 100 Kolleginnen und Kollegen statt. Der Gedanke der 'Bochumer Erklärung', dass die Belegschaften gemeinsam kämpfen müssen, statt sich in Branchen und Standorte spalten zu lassen, traf die Stimmung unter den Beteiligten. Delegationen waren bereits in der Nacht zuvor bei den Daimler-Kollegen in Düsseldorf und bei der letzten Betriebsversammlung von Opel in Bochum gewesen, als Zeichen der praktischen Solidarität.

Informiert und beraten wurde auch über die aktuellen Verhandlungen über die Einführung einer 31-Stunden-Woche ohne vollen Lohnausgleich. Sie ist Teil der Vorstandstaktik, direkte Entlassungen zu vermeiden bei gleichzeitiger Steigerung der Ausbeutung. Die Versammlungen sprachen sich eindeutig dafür aus, eine weitere Arbeitsverdichtung nicht zu akzeptieren. Der Betriebsrat wird aufgefordert, Verhandlungen für eine tägliche Arbeitszeit unter acht Stunden zu unterlassen, denn das hieße fast ständige Anwesenheit, kaum noch Erholungsphasen und eine immense Arbeitsverdichtung auf den Schichten.

Dafür ist ein Teil auch bereit, zu kämpfen. Rückenwind gibt ihnen die Tatsache, dass der Vorstand in den Verhandlungen offensichtlich bereits entschärfende Töne anschlägt."