International

Dringender Appell aus Kurdistan

Dringender Appell aus Kurdistan
Kampfgebiet in Kobanê (anf-foto)

15.10.14 - Das Gemeinsame Diplomatische Komitee kurdischer Organisationen und Parteien richtet nicht zuletzt angesichts der Lage um Kobanê einen dringenden Appell an die internationale Gemeinschaft. Unter der Überschrift "Der Schutz des kurdischen Volkes und die Verhinderung der gewaltsamen Vertreibung unserer Nation aus unserem Land kann nur durch eine gemeinsame Haltung in dieser Sache erreicht werden", wenden sich die 20 in dem vom Kurdischen Nationalkongresses (KNK) einberufenen Komitee vertretenen Parteien an die Öffentlichkeit. In dem Appell werden sechs gemeinsame Forderungen erhoben:

"1. Gegenwärtig findet ein exzessiver Angriff auf Kobanê statt. Aus diesem Grund appellieren wir an die Luftstreitkräfte der internationalen Koalition, den ISIS-Verteidigungslinien Schläge zu versetzen und sie zu treffen sowie ihre Bunker, Stützpunkte und Anlagen um Kobanê;

2. Die Leistung militärischer wirtschaftlicher, humanitärer und politischer Hilfe an Süd-Kurdistan ist ein progressiver Schritt. Wir rufen die internationale Gemeinschaft auch auf, die gleiche Hilfe an die Kantone von Rojava in Kurdistan in Betracht zu ziehen;

3. Wir weisen den Plan der türkischen Regierung entschieden zurück, eine 'Pufferzone' und 'Flugverbotszone' in der Region einzurichten und wir betrachten dies als eine Invasion von Kurdistan. Deshalb rufen wir die internationale Gemeinschaft auf, dies nicht zu akzeptieren und zu verhindern, dass dies geschieht.

4. Wir rufen das Parlament der Kurdischen Regionalen Regierung auf, die Verwaltung der Kantone von Rojava offiziell anzuerkennen und ihnen dringliche Hilfe mit Waffen und militärischer Ausrüstung zu leisten.

5. Wir betrachten die Verschleppungen und Vergewaltigungen von kurdischen, christlichen, turkmenischen, jesidischen und schiitisch-muslimischen Frauen als eine humanitäre Katastrophe. Wir fordern die kurdische Nation und die internationale demokratische Gemeinschaft auf, ernsthafte Schritte zu ergreifen, um sie zu befreien und zu schützen.

6. Es ist notwendig, politische, wirtschaftliche und militärische Maßnahmen zum Schutz der Jesiden in Sengal und Umgebung zu ergreifen, zum Schutz der Assyrer - Chaldäer – Syriani (oder Syriacs) in der Gegend von Mossul und zum Schutz der Turkmenen in Talahfar."

Den ganzen Appell auf der Homepage der ICOR lesen