Betrieb und Gewerkschaft

Pausenversammlung gegen Pläne zur Fremdvergabe von Arbeitsplätzen bei Daimler in Wörth

Wörth (Korrespondenz), 16.10.14: Schon länger ist bekannt, dass im Daimler-Werk Wörth 850 Arbeitsplätze fremdvergeben werden sollen. Diese Woche sollten die Verhandlungen der Geschäftsleitung mit dem Betriebsrat sein. Deshalb waren für Mittwoch, 15. Oktober, und Freitag, 17. Oktober, außerordentliche Betriebsversammlungen geplant. Die Betriebsversammlung für Mittwoch wurde abgesagt, weil sich die Betriebsräte der Verhandlungskommission letzte Woche – nach Abendessen und Übernachtung im Wohlfühlhotel – mit dem Werkleiter auf einen "Kompromiss" geeinigt haben.

Demnach sollen "nur" 550 Arbeitsplätze fremdvergeben werden. Dafür wird eine Milliarde Euro ins Werk investiert. Jedes Jahr sollen 15 Azubis mehr eingestellt und das LKW-Werk aufgerüstet werden, um mehr produzieren zu können - ähnlich wie bei Daimler in Sindelfingen und Gaggenau. Zu den Angriffen gibt es aber auch die Vorgabe des Konzernvorstandes, bis zum Jahresende 300 Leiharbeiter zu entlassen. Deshalb wird ab 3. November der Takt der Bänder abgesenkt.

Am Dienstag, 14. Oktober, gab es eine "Probeabstimmung" im Betriebsrat über diesen Kompromiss. Es waren von 41 Betriebsräten 24 anwesend – 13 stimmten dafür und 11 dagegen. Am Mittwoch sollte die richtige Abstimmung sein, sie fand aber nicht statt. Eigentlich sollte alles geheim bleiben, aber mittlerweile wissen schon viele Kolleginnen und Kollegen davon.

Vertrauensleute haben dann beschlossen, am Mittwoch so viel Kollegen wie möglich zu einer Pausenversammlung beim Betriebsrat zu mobilisieren. Es waren 100 bis 150 Kollegen dort - von 8.30 Uhr bis 9.25 Uhr. Es gab also auch einen Produktionsausfall. Die Kollegen standen danach in ihren Abteilungen unter Druck durch die Abteilungsleiter und auch durch die Betriebsräte. Diese sagen, man könne halt "nichts anderes machen", denn Kämpfen sei "illegal".

Am Freitag, 17. Oktober, finden jetzt Betriebsversammlungen statt, die erste um 8 Uhr. Dort soll der "Kompromiss" der Belegschaft vorgestellt werden. Anschließend kommen die Abteilungsleiter in die einzelnen Gruppen, die von der Fremdvergabe betroffen sind.