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Kobanê: Wichtige Fortschritte im Kampf um die kurdische Stadt

Kobanê: Wichtige Fortschritte im Kampf um die kurdische Stadt
Mahmut Berxwedan (links) im Interview (anf-foto)

17.10.14 - Die Solidarität der Menschen mit dem heldenhaften Kampf der Volksverteidigungseinheiten (YPG) und Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) der Partei der Demokratischen Union (PYD) und den Volksverteidigungskräften (HPG) der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Kobanê ist ungebrochen. In vielen Städten Deutschlands wurde und wird von Kurden und Deutschen gemeinsam demonstriert. In der Zwischenzeit gibt es von der Front in Kobanê gute Neuigkeiten seitens der kurdischen Verteidiger.

Der Oberkommandierende der Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Kobanê, Mahmut Berxwedan, erklärt, die YPG/YPJ stünden kurz vor dem Sieg. "Nach einem Monat Widerstand machen wir Schritt für Schritt hin zum Sieg. In der letzten Woche wurde Kobanê zu eine Friedhof für die ISIS", so Berxwedan. "In den letzten drei Tagen haben wir große Fortschritte an allen drei Fronten gemacht. … Was im Moment in Kobanê vorgeht, ist eine große Säuberungsaktion", erklärte der Oberkommandierende gegenüber dem Sender "Ronahi TV".

Weiterhin widersprach er verschiedenen anders lautenden Medienberichten. So war heute in deutschen Medien zu lesen, dass bis zu sechs YPG-Kämpfer und Zivilisten bei US-Luftschlägen gegen die IS getötet worden seien. "Das entspricht nicht der Wahrheit",  erklärt Berxwedan. "Die ganze Welt soll es sehen. Diejenigen, die es nicht glauben, sollen es sehen. Kobanê ist ein Ort des Widerstands und des Sieges. Es ist egal, was irgendjemand behauptet. Sie sollen kommen und die Realität in Kobanê sehen", so Berxwedan (eigene Übersetzung).

Weiterhin finden Demonstrationen unter anderem in Deutschland zur Unterstützung für YPG/YPJ und HPG statt. So berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) in ihrem Internetauftritt über eine erfolgreiche Solidaritätsdemonstration für Kobanê in Herne:

"Mindestens 150 Demonstranten – zum Großteil Kurden – zogen am Montagabend durch die Stadt und forderten Solidarität mit Kobanê. Die Kurden in Herne machen sich Sorgen um ihre Heimat. Mit einer Demonstration durch die Stadt forderten sie am Montagabend mehr Engagement der restlichen Welt für die Stadt Kobanê an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei. Rund 150 Demonstranten nahmen teil, so schätzt die Polizei, die Veranstalter – u.a. die hiesige MLPD – zählten mehr." (Der komplette Artikel kann hier gelesen werden)

Allerdings gibt es auch Provokationen und Attacken seitens der Polizei bei den Kundgebungen. So berichtet eine Korrespondentin aus München: "Am Samstag, 29. September, fand in München eine Spontandemonstration gegen den Terror der IS-Truppen statt. Die Polizei ging hier gegen verschiedene Demonstranten vor und nahm sie in Gewahrsam. Cetin Oraner, Stadtrat der Linkspartei, versuchte aus diesem Grund in seiner Funktion für Klärung zu sorgen. Ein USK-Beamter (Mitglied der bayerischen Spezialeinheit 'Unterstützungkommando') schlug ihm mit brutaler Gewalt ins Gesicht. Schließlich wurde Cetin Oraner abgeführt und musste zwei Stunden in einer Zelle verbringen." Für ein Solidaritätsschreiben der MLPD München bedankte sich Cetin Oraner herzlich mit den Worten: "Das ist gegenwärtig für mich so wichtig wie die Luft zum Atmen."

Auf die Bedeutung der Schlacht um Kobanê ging Stefan Engel, der Vorsitzende der MLPD, in seinem Grußwort an die große Solidaritätsdemonstration am vergangenen Samstag in Düsseldorf ein (ein knapp 8-minütiges Video davon).