Umwelt

2014 wärmstes Jahr seit 1881 – trotzdem extrem kalter Winter zu erwarten?

30.10.14 - Das Jahr 2014 wird aller Voraussicht nach erneut den globalen Wärmerekord brechen. Die Aufzeichnung von Wetterdaten begann 1881. Jeweils neue Höchststände wurden bisher 1995, 1997, 1998, 2005 und 2010 gemessen. Der Mai, Juni, August, September und jetzt auch der Oktober dieses Jahres waren die jeweils wärmsten Monate seit Beginn der Aufzeichnungen. Die kombinierte Jahres-Durchschnittstemperatur an der Land- und Meeresoberfläche liegt bei 15,72 Grad Celsius und damit 0,72 Grad über dem Durchschnittswert des vergangenen Jahrhunderts.

Dabei gab es 2014 keinen El Niño, eine Strömung, die den tropischen Pazifik erwärmt und für zusätzlich warme Temperaturen sorgt. Für 2015 wird nun wieder mit El-Niño gerechnet - dann könnte das kommende Jahr noch wärmer werden. Die zunehmenden Hitzewellen, Dürreperioden und Überschwemmungen drangsalieren immer mehr Menschen weltweit und zwingen sie oft auch zur Flucht aus ihrer Heimat. Verantwortlich dafür ist vor allem die ungehemmte Verbrennung fossiler Rohstoffe durch die internationalen Großkonzerne insbesondere aus dem Energiesektor. Nahezu parallel zu den Rekordwerten beim weltweiten Ausstoß von CO2 entwickeln sich die Temperaturrekorde.

Zugleich führt die Erderwärmung zu dem Phänomen, dass sich die Wahrscheinlichkeit von strengen Wintern in Europa und Nordasien verdoppelt bis verdreifacht. Diesen Zusammenhang belegten jetzt japanische Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Geoscience" mit 200 Computersimulationen der weltweiten atmosphärischen Zirkulation. In den mittleren Breiten Europas und Asiens hat es seit Beginn der 1990er Jahre, besonders aber seit 2005 regelmäßig strenge Winter gegeben. Die Erwärmung der Arktis infolge des Treibhausklimas führt dazu, dass die Eisfläche der Arktis seit etwa 1980 ständig schrumpft. Die japanischen Wissenschaftler fanden heraus, dass der Rückgang des Meereises in der arktischen Barents-Kara-See bestimmte "atmosphärische Muster" begünstigt. Das freiliegende Wasser gibt Wärme an die kalte Polarluft ab. Durch den geringeren Temperaturunterschied zwischen Nordpol und Westeuropa  verschieben sich die Luftströmungen. Die Änderung der atmosphärischen Zirkulation blockiert den Zustrom milder Luft in den Norden Europas und Asiens. Diese "Blockierungssituationen" führen nach Aussage der japanischen Forscher dazu, dass besonders kalte Luft nach Eurasien strömt und dort strenge Winter verursacht.

Die japanischen Forscher gehen allerdings davon aus, dass dieses Phänomen nur vorübergehend auftritt. In Zukunft sei eher mit einer Abnahme der strengen Winter in Europa und Asien zu rechnen. Das wird dann der Fall sein, wenn sich der globale Temperaturanstieg gegen die kälteren Luftströmungen durch das Schmelzen des Arkiseises durchsetzt. Damit sei spätestens 2030 zu rechnen, wenn die Arktis im Spätsommer erstmals eisfrei sein wird.

Diese Entwicklung bestätigt die Aussage im Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" von Stefan Engel: "Die Entwicklung verläuft nicht gradlinig. Natürliche Klimaschwankungen können zeitweilig den Prozess der Erwärmung überlagern. Das kann jedoch die lebensgefährliche Gesamtrichtung der beschleunigten Klimaerwärmung nicht verändern."

Umso wichtiger ist es, dass sich weltweit eine internationale Widerstandsfront gegen die Zerstörung der natürlichen Umwelt durch die Profitwirtschaft herausbildet. Der Weltklimatag am 6. Dezember wird auf Initiative der ICOR (internationale Koordination revolutionärer Parteien und Organisationen) in vielen Ländern als Kampftag zur Rettung der natürlichen Umwelt durchgeführt. Auch in vielen Städten Deutschlands besteht die Möglichkeit, sich an entsprechenden Aktivitäten zu beteiligen.