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Weltweiter Aktionstag am 1. November zur Solidarität mit Kobanê

Weltweiter Aktionstag am 1. November zur Solidarität mit Kobanê
Menschenkette an der syrisch-kurdischen Grenze (foto: anf)

27.10.14 - Für den kommenden Samstag, den 1. November um 14 Uhr rufen die kurdischen Organisationen zu einem weltweiten Aktionstag zur Solidarität mit Kobanê auf. Dort tobt seit 42 Tagen die Schlacht der Kämpferinnen und Kämpfer der Volksverteidigungs- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) und der PKK-Kampfverbände (HPG) in Kobanê/Rojava gegen die faschistischen IS-Truppen. Wie die Co-Präsidentin Asya Abdullah der PYD mitteilte, hat der IS in den letzten Tagen laufend zum Teil unter den Augen des türkischen Militärs operiert und Verstärkung herangeführt. In schweren Gefechten an drei Fronten, teils bis spät in die gestrige Nacht wurden den faschistischen Angreifern Verluste beigebracht, über 30 Faschisten wurden getötet, schwere Waffen zerstört und in einem Fall Munition erobert.

Der weltweite Aktionstag am 1. November entspricht dem Gedanken, dass die Schlacht um Kobanê von weltweiter Bedeutung ist. Rojava und Kobanê – "das steht für den fortgeschrittensten Kampf um Freiheit und Demokratie: Es ist ein Vorbild im Kampf um Frauenrechte; es steht für Gleichberechtigung ohne Ansehen von Religion, Rasse und Nationalität; dort wird erfolgreich eine demokratische Selbstverwaltung aufgebaut." So heißt es in einem Flugblatt der MLPD.

Noch vor zwei Wochen hatten verschiedene westliche imperialistische Mächte wie die USA und in ihrem Gefolge bürgerliche Medien erklärt, Kobanê stünde kurz vor dem Fall. Was für sie offenbar unvorstellbar ist, dass nicht die überlegene Waffentechnik ausschlaggebend für den Sieg ist. Es war vor allem das Bewusstsein und die hohe Moral der kurdischen Kämpferinnen und Kämpfer und die internationale Solidarität, die den faschistischen IS gestoppt und streckenweise zurückgetrieben haben.

Nur die internationale Solidarität zwang die Imperialisten, die dem Treiben der IS wochenlang zugeschaut hatten, endlich wirksame Angriffe zu fliegen. Nun versuchen sie auf neuem Weg die Initiative zurückzugewinnen. So, wenn plötzlich die weitgehend pro-westlich und auch von der Türkei unterstützte "Freie Syrische Armee" (FSA) ihre Hilfe in Kobanê anbietet. Das wurde von kurdischen Kräften inzwischen abgelehnt. Wenn die Unterstützung ernst gemeint sei, solle die FSA an einer anderen Stelle den IS angreifen. Die angekündigten nordirakischen Peschmerga-Einheiten mussten zudem - bevor sie nach Kobanê dürfen - gegenüber der türkischen und der US-Regierung versichern, keinerlei schwere Waffen an die YPG/YPJ-Kräfte zu übergeben. Inzwischen sind auch neue Fotos aufgetaucht, die die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen IS-Faschisten und türkischem Militär dokumentieren (hierzu ein englischsprachiger Artikel).

Dagegen wächst die Solidarität und Unterstützung für den kurdischen Freiheitskampf weltweit. Tausende Menschen führen zur Unterstützung eine Mahnwache an der Kobanê-Suruc-Grenze durch, denn Kobanê liegt direkt an der syrisch-türkischen Grenze. Jede Woche übernehmen neue Gruppen die Mahnwache und organisieren Menschenketten. Immer wieder werden solche Aktionen allerdings von türkischen Faschisten oder dem Staatsapparat behindert oder gar angegriffen.

Auch in Deutschland kritisiert die MLPD ein empörendes Vorgehen des Staatsapparats. Einerseits wird die Diskriminierung des kurdischen Freiheitskampfs und das PKK-Verbot und Waffenembargos aufrechterhalten. Andererseits erhalten Faschisten unterschiedlichster Couleur breiten Spielraum. In Köln tobten am gestrigen Sonntag über 4.000 Faschisten unter dem demagogischen Stichwort ("Hooligans gegen Salafismus") auf der Straße. Die Polizei unternahm stundenlang nicht einmal den Versuch das wirksam zu unterbinden (Kurzmeldung zum faschistischen Terror in Köln).

In Chemnitz wiederum wurde am vergangenen Samstag eine Solidaritätskundgebung von islamistisch-faschistischen Kräften angegriffen. Die Polizei verfolgte aber nicht die Täter, sondern drangsalierte die Organisatoren der Kundgebung (mehr zum Überfall auf die Kobanê in Chemnitz und die Solidarität der MLPD). Faschisten gehören verboten, egal ob islamistisch oder deutsch-nationalistisch begründet!

Die bisher erfolgreiche Schlacht um Kobanê ist auch ein Sieg der internationalen Solidarität (mehr zur Solidarität mit Kobanê). Hunderttausende sind in den letzten Wochen weltweit mit der Losung "Solidarität mit Kobanê" auf die Straße gegangen. Immer mehr stimmen den Forderungen der MLPD nach Streichung der PKK von den Terrorlisten und Waffen für die YPG/YPJ und PKK zu. Die MLPD unterstützt in Deutschland auch kritisch eine Petition für die Aufhebung des PKK-Verbots (mehr zur Petition "Heben Sie bitte das PKK-Verbot auf!"). Stefan Engel, der Vorsitzende der MLPD sprach auf der großen Solidaritätsdemonstration am 11. Oktober in Düsseldorf (Videomitschnitt der Rede von Stefan Engel).

Die MLPD mobilisiert breit zu den örtlichen und regionalen Aktionen am 1. November in Deutschland und nimmt mit ihrem Jugendverband REBELL aktiv teil. Allein in Stuttgart werden 10.000 Menschen erwartet.