Sozialismus

Weltweiter Aktionstag zur Solidarität mit Kobanê

Weltweiter Aktionstag zur Solidarität mit Kobanê
Die Demonstration in Hamburg (rf-foto)

01.11.14 (20:00 Uhr) - Heute wurde (fast überall zeitgleich) um 14 Uhr auf allen Kontinenten ein internationaler Aktionstag zur Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf organisiert. Auch auf der Homepage der ICOR wurde der Aktionstag im Vorfeld bekannt gemacht. In Deutschland fanden in mindestens 20 Städten Demonstrationen und Kundgebungen statt. Die MLPD nahm aktiv in verschiedensten Städten in Deutschland teil. In einem aktuellen Flugblatt unterstrich sie:

"Der Kampf um Kobanê ist von weltweiter Bedeutung! ... In der Konfrontation des kurdischen Befreiungskampfes gegen die faschistische IS entsteht etwas Neues. Das ist eine große Chance für einen Aufschwung im Kampf um nationale und soziale Befreiung. … Die MLPD ruft alle Revolutionäre, Antiimperialisten, Demokraten und Antifaschisten dazu auf, hier über parteipolitische und weltanschauliche Grenzen aufs Engste gleichberechtigt zusammenzuarbeiten.“ Besonders ihre klare Haltung zu den Waffenlieferungen und gegen das Verbot der PKK wurden sehr begrüßt sowie die Forderung nach einer Aufhebung des Waffenembargos gegenüber den YPG/YPJ-Kräften und der PKK und ihrer HPG-Guerilla.

Zum Abschluss der Demonstration in Berlin berichtet unser Korrespondent: „Viele Familien mit Kindern nahmen an der kämpferischen Demonstration über den Kurfürstendamm teil. Vor der Abschlusskundgebung auf dem überfüllten Breitscheidplatz wurde eine Sitzblockade durchgeführt, um auf den heldenhaften Kampf des kurdischen Volkes für Freiheit und Demokratie aufmerksam zu machen. Laut Veranstalter nahmen bis zu 10.000 Menschen an der Demonstration teil. Am Offenen Mikrophon rief ein Siemensarbeiter vom Lautsprecherwagen der MLPD dazu auf, die Merkel-Regierung zu bekämpfen. Dieter Ilius (MLPD) sprach in seiner Rede bei der Abschlusskundgebung über den Vorschlag eines Solidaritätspaktes zwischen ICOR und den revolutionären kurdischen Organisationen. Der Berliner Landesvorsitzende der Partei "Die Linke" lobte, anders als seine Partei bisher, Waffenlieferungen an die 'Menschen an Kobanê'. Er orientierte aber auch auf die imperialistische UNO, die mit Resolutionen 'den Weltfrieden gegen die Isis verteidigen' sollte.."

Ein Hannoveraner Korrespondent schreibt: "Bei bestem sonnigen Wetter fand heute ein Solidaritätsdemonstration im Rahmen des weltweiten Aktionstag zur Solidarität mit Kobanê und dem Freiheitskampf in Rojava in Hannover statt. Die Veranstalter sprachen von bis zu 10.000 Teilnehmern. Auf vielen Plakaten wurde die Solidarität mit Kobane gegen die IS ausgesprochen, aber auch die türkische und deutsche Regierung kritisiert. Vereinzelt nahmen Vetreter von der Linkspartei, Grüne, autonome Jugendliche teil. Die MLPD und der Jugendverband REBELL nahmen mit Plakaten 'Waffen für die YPG/ PKK' 'Revolution ist kein Verbrechen - Aufhebung des PKK-Verbots' und 'Freiheit für Palästina und Kurdistan' und Fahne teil. Die Flugblätter der MLPD zu diesem Tag wurden uns regelrecht aus den Händen gerissen. Es gibt ein großes Bedürfnis nach mehr Klarheit über die Hintergründe und Zusammenarbeit der Revolutionäre weltweit. Es wurden Adressen ausgetauscht. Die MLPD hat sich mit einem Redebeitrag an der Kundgebung beteiligt, der auf Applaus und großen Zuspruch stieß. Die Demonstration selbst war sehr bunt und kämpferisch. Zum Ende der Aktion versuchte die Polizei einzelne Teilnehmern herauszugreifen und die Adressen aufzunehmen um Strafanzeige zu erstatten, da sie verbotene Symbole des kurdischen Befreiungskampfs gezeigt haben sollen."

Aus Stuttgart wird berichtet: „Mehrere Tausend Menschen demonstrieren hier. Verschiedenste Organisationen sind vor Ort, darunter auch die Mitglieder der ICOR (Internationale Koordinierung revolutionärer Organisationen und Parteien) MLPD und MLKP (Maxistisch-Leninistische Kommunistische Partei Türkei/Nordkurdistan). Hauptparolen sind: 'Hoch die Internationale Solidarität' und 'IS raus aus Kurdistan'. Die Forderung nach Waffen für die PKK wurde offensiv durch die MLPD vertreten. Antiimperialistische Losungen gegen die Unterstützung der IS-Faschisten durch die Türkei wurden vorgebracht. Auf dem Haupttransparent stand 'Freiheit für Kurdistan – Freiheit für alle Unterdrückten'.“

Aus europäischen Ländern werden ebenfalls Aktivitäten gemeldet: Frankreich, Italien, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Schweiz, Österreich , Tschechien, Spanien sowie dem Baskenland und Katalonien, Portugal, Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark, Griechenland und Zypern.

Aus Paris erreichte „rf-news“ die Korrespondenz: "'Soutenons la Résistance' (deutsch: „Unterstützen wir den Widerstand“) und 'Sauvons Kobani' ('Retten wir Kobanê') - auf Tausenden von Schildern wurden diese Losungen in den letzten Stunden durch die großen Boulevards zwischen Place de la Bastille und Place de la Republique getragen. Ein schier endloser Zug kurdischer, französischer, türkischer ... Demonstranten forderten Unterstützung für den kurdischen Freiheitskampf und bezeugten den mutigen Kämpferinnen und Kämpfern, die Kobanê gegen die faschistischen IS-Banden verteidigen, ihre Solidarität. Kurdische und rote Fahnen überall. Wir hatten einige Exemplare des Flugblatts der MLPD dabei, erzählten, das auch in Deutschland heute überall der Aktionstag begangen wird - die Leute freuten sich riesig. Freunde und Genossen der ICOR-Partei MLKP grüßten bei der Abschlusskundgebung von der Statue an der Place de la Republique. Genossen von Voie Proletarienne grüßten die Demonstration mit der Losung 'Proletarier aller Länder vereinigt euch' und forderten den Rückzug aller französischen Truppen aus dem Ausland."

Auch außerhalb Europas kam es in vielen Ländern zu Protesten: Australien eröffnete den Aktionstag mit Demonstrationen und Kundgebungen in Perth, Sydney, Melbourne und Adelaide. Außerdem gingen in Argentinien, Ecuador, Honduras, Venezuela, Chile, Kanada, USA, Indien, Pakistan, Afghanistan, Südafrika und Russland Tausende auf die Straße. Und natürlich auch in Südkurdistan/Nordirak (Hewler-Erbil- und Suleymania) und Nordkurdistan (Ost-Türkei) sowie in etlichen Städten der Türkei. Hunderte Menschen aus vielen Städten wie Istanbul, Maras, Antep, Malatya, Adiyaman, Izmir, Bursa, Çanakkale, Sivas und Çorum bildeten eine Menschenketten in den Grenzdörfern zur Unterstützung des Widerstandes der YPG- und YPJ-Kämpfer.

Bei der größten Demonstration in Diyarbakir im türkischen Kurdengebiet marschierten laut der Nachrichtenagentur "Dogan" 15.000 Menschen durch die Straßen. Hunderttausende von Menschen demonstrierten außerdem im nordkurdischen Van, Muş, Tekman, Varto, Malazgirt. In der Stadt Van riefen die Demonstranten den Slogan: „Der Staat will den Krieg, wir wollen Frieden", und „Kobanê wird nicht fallen!". In der Stadt Antep, wo Pro-ISIS Banden die Menschen zwischen 6. und 9. September angegriffen hatten, waren die Menschen auf den Straßen für Kobanê. Sie demonstrierten auch gegen die AKP-Regierung, die für die steigenden tödlichen Arbeitsunfälle verantwortlich gemacht wird, wie das jüngste Grubenunglück in Ermenek. In verschiedensten Städten Afghanistans Jalalabad, Nangarhar, Bamyan, Herat, Mazar-i-Sharif, Balkh wurden die Demonstrationen verbunden mit dem Protest gegen die USA.