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Weltweiter Aktionstag mit dem heldenhaften Kampf in Kobanê

Weltweiter Aktionstag mit dem heldenhaften Kampf in Kobanê
Die Demonstration in Australien (foto:firatnews)

01.11.14 - (16.45 Uhr) Schon heute Vormittag fanden weltweit die ersten Demonstrationen statt. In Deutschland gab es in mindestens 20 Städten Demonstrationen und Kundgebungen.

Aus europäischen Ländern werden ebenfalls Aktivitäten gemeldet: Frankreich, Italien, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Schweiz, Österreich, Tschechien, Spanien sowie dem Baskenland und Katalonien, Portugal, Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark, Griechenland und Zypern. Aus Paris erreichte „rf-news“ die erste Korrespondenz: „Schon früh am heutigen Vormittag begannen am Place de la Republique in Paris die Vorbereitungen für die große Abschlusskundgebung der Solidaritätsdemos im Rahmen des weltweiten Aktionstags am heutigen 1. November. Die Demonstration startet in Kürze vom Place de la Bastille bei strahlendem Sonnenschein und sommerlicher Temperatur. Zahlreiche Organisationen rufen auf, darunter die 'Fraueninitiative Solidarität mit Kobanê'. 'Die kämpfenden Frauen von Kobanê', so heißt es in dem Aufruf, 'weisen uns den Weg. Wir sind stolz auf unsere Schwestern in Rojava und setzen uns mit aller Kraft für das Selbstbestimmungsrecht des kurdischen Volks ein. Wir verurteilen die Politik der Hollande-Regierung, die die Türkei bei der Bildung einer sogenannten Schutzzone unterstützt. Dies ist nichts anderes als ein neuer Versuch, Westkurdistan zu besetzen.'"

(Resolution der Weltfrauen und Bericht vom Besuch der türkisch-syrischen Grenze hier)

Auch außerhalb Europas kam es in vielen Ländern zu Protesten: Australien eröffnete den Aktionstag mit Demonstrationen und Kundgebungen in Perth, Sydney, Melbourne und Adelaide. 

Außerdem gingen in Argentinien, Ecuador, Honduras, Venezuela, Chile, Kanada, USA, Indien, Pakistan, Afghanistan, Südafrika und Russland Tausende auf die Straße. Und natürlich auch in Südkurdistan/Nordirak (Hewler-Erbil- und Suleymania) und Nordkurdistan (Ost-Türkei) sowie in etlichen Städten der Türkei. Hunderte Menschen aus vielen Städten wie Istanbul, Maras, Antep, Malatya, Adiyaman, Izmir, Bursa, Çanakkale, Sivas und Çorum bildeten eine Menschenketten in den Grenzdörfern zur Unterstützung des Widerstandes der YPG und YPJ Kämpfer.

Die MLPD nahm aktiv in verschiedensten Städten in Deutschland teil. In einem aktuellen Flugblatt unterstrich sie: "Der Kampf um Kobanê ist von weltweiter Bedeutung! ... In der Konfrontation des kurdischen Befreiungskampfes gegen die faschistische IS entsteht etwas Neues. Das ist eine große Chance für einen Aufschwung im Kampf um nationale und soziale Befreiung. … Die MLPD ruft alle Revolutionäre, Antiimperialisten, Demokraten und Antifaschisten dazu auf, hier über parteipolitische und weltanschauliche Grenzen aufs Engste gleichberechtigt zusammenzuarbeiten.“  

Aus Berlin wird berichtet: „Das Internationale Berliner Aktionsbündnis für die Solidarität 'Global Rally for Kobanê' kündigte zur Demonstration in Berlin vom Adenauerplatz an, dass es ein großer internationalistischer Fortschritt sei, dass Grußadressen der Palästina-Solidarität und der griechischen Gemeinde gehalten werden. Auf der Auftaktkundgebung sprach Kazim Baba vom Kurdischen Nationalkongress, Dieter Ilius vom Aktionsbündnis und ein Vertreter der Neuen Antikapitalistischen Organisation(NAO). Für die Abschlusskundgebung sind Dr. Gündi vom Kurdischen Nationalkongress, der Berliner Landesvorsitzende der Partei "Die Linke“ und Dieter Ilius (MLPD) angekündigt. Der kurdische Kinderchor, die kurdischen Sänger Aydin und Bengin sollen auftreten. Der Treffpunkt, der für 14 Uhr angekündigten Demonstration, war um 14.30 Uhr voller kurdischer Fahnen. Die MLPD ist stark präsent, auch die Parteien 'Die Linke' und die DKP sind sichtbar. Solidarität International sammelt Geld für Kobanê. Laut Angaben der Veranstalter waren um 14.45 Uhr rund 2.000 Menschen auf der Demonstration. Dieter Ilius rief für die Aktionseinheit unter großem Applaus dazu auf, das PKK-Verbot abzuschaffen und Abdullah Öcalan freizulassen."

Aus Köln berichtet ein Korrespondent: "Der Ebertplatz füllte sich mit Menschen aus der Türkei, Syrien, Kurdistan und Deutschland. Es herrschte eine kämpferische Stimmung und viel Interesse am offenen Mikrofon. Jetzt geht die offizielle Auftaktkundgebung mit der Grußbotschaft an die Weltöffentlichkeit los. Bislang sind nach Schätzung mindestens ca. 2.000 Leute hier. Kämpferische Grüße. Später gibt es mehr."

In Bremen provoziert die Polizei den Demonstrationszug: "Entgegen der Meldung über das Radio, dass 350 Teilnehmer erwartet werden, sind es jetzt schon 3.000 bis 4.000 Teilnehmer in Bremen bei der Demonstration. Die Polizei hindert uns daran loszugehen. Vorwand sind die Öcalan-Plakate. Mit Provokation ist zu rechnen."

Bis zu 400 Menschen demonstrierten bereits am 31. Oktober in Freiburg ihre Solidarität mit dem kurdischen Widerstand in Kobanê. Der Demonstrationszug begann um ca. 17.30 Uhr nach mehreren Reden auf dem Freiburger Rathausplatz. Lautstark und kämpferisch wurde durch die Altstadt, über KaJo, Siegesdenkmal, Karlsplatz, Herrenstraße, Salzstraße, Bertoldstraße und hin zum Platz der alten Synagoge demonstriert. Es wurde mehrfach die Solidarität mit der PKK und ein Ende des PKK-Verbots gefordert. Außerdem forderte die Demo Waffen für die Kämpferinnen und Kämpfer der YPG/YPJ sowie Freiheit für Abdullah Öcalan. Verschiedene Redner, unter anderem von kurdischen Gruppen, AKM, Linkspartei, ALFR und MLPD sprachen. Durch die Bank weg wurden die Führung der Türkei und ihre Unterstützung des IS kritisiert. „Hoch die internationale Solidarität!“ war eine Forderungen des Tages.

Aus Bielefeld wird berichtet: "An der Auftaktkundgebung nahmen mehr als 300 Leute teil. Dem heldenhaften Kampf in Kobanê wurde mit einer Gedenkminute gedacht. Die Stimmung der Teilnehmer ist selbstbewusst und optimistisch."