Politik

25 Jahre Mauerfall: Der unaufhaltsame "Drang nach Freiheit" ...

25 Jahre Mauerfall: Der unaufhaltsame "Drang nach Freiheit" ...
foto: Yuriy Somov / RIA Novosti

09.11.14 - Heute jährte sich zum 25. Mal der Fall der Berliner Mauer und damit auch der innerdeutschen Grenze zwischen der BRD und der ehemaligen DDR. Hunderttausende feierten nicht nur in Berlin diesen Tag der Freude und des Gedenkens. Den ganzen Tag über fanden dort Veranstaltungen statt. Eine "Lichtgrenze" aus 6.800 illuminierten Ballons symbolisierte das geteilte Deutschland. Die Landesvorsitzenden der MLPD in Elbe-Saale, Günter Slave, und der MLPD Nord-Ost, Andrew Schlüter, führen dazu in der aktuellen Druckausgabe der "Roten Fahne" aus:

"Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl lässt sich ... heute noch als Vater der Wiedervereinigung feiern. Tatsächlich war er damals selbst völlig überrascht. ... Es waren Massendemonstrationen in fast jeder größeren Stadt der DDR, die im Herbst 1989 den Fall der Mauer erzwangen. Diese Bewegung war keineswegs eine antikommunistische Bewegung, wie uns Gauck und die bürgerlichen Parteien eintrichtern wollen. Viele Menschen gingen zunächst mit der Vorstellung auf die Straße, für demokratische Rechte, gegen die Unterdrückung und Bespitzelung durch die Stasi und eine Verbesserung der DDR zu kämpfen."

Der Jahrestag des Mauerfalls wird von den bürgerlichen Politikern ausgenützt, um sich dem Freiheitswunsch der Menschen anzubiedern und gleichzeitig ihre reaktionäre Sicht der Geschehnisse darzulegen. Er zeige, "dass sich der menschliche Drang nach Freiheit nicht auf Dauer unterdrücken lässt", resümierte Bundeskanzlerin Merkel gestern Abend bei der Eröffnung der internationalen Tagung "Falling Walls Conference". Damit hat sie zweifellos recht. Lebendig wird dieser Drang nach Freiheit aber nicht in dem, was Merkel und andere bürgerliche Politiker tun, sondern in der weltumspannenden Bewegung für Freiheit und Demokratie, die heute immer wieder neue Länder erfasst und das Ziel einer von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft hat.

Im Gegensatz dazu steht Merkel für eine Politik, die mit aller Macht das System der kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung aufrecht erhält. Entsprechend stößt es bei vielen Menschen auf Kritik, was aus den großen Versprechungen in Verbindung mit der Wiedervereinigung geworden ist. Kein Wunder, handelte es sich dabei zugleich auch um eine Einverleibung der DDR unter die wirtschaftliche und politische Macht des westdeutschen Monopolkapitals. Die MLPD ist stolz darauf, dass sie damit ihren Aufbau als gesamtdeutsche Partei weiter führen konnte. Sie wird auch den Kampf für Freiheit und Demokratie konsequent zu Ende führen, was heute nur als Bestandteil der internationalen sozialistischen Revolution möglich ist.

Zu einem antikommunistischen Eklat kam es bereits am Freitag im Deutschen Bundestag. Nachdem sich die Bundestagsparteien darauf geeinigt hatten, Redner aus allen im Parlament vertretenen Parteien zur Feierstunde sprechen zu lassen, lud Bundestagspräsident Norbert Lammert ausgerechnet Wolf Biermann, der sich vom bürgerlichen Kritiker des Honecker-Regimes zur Galionsfigur der Antikommunisten Deutschlands entwickelt hat, zum "Musikbeitrag" ein. Der nützte die gebotene Gelegenheit für Ausfälle gegen die Linkspartei, die er unter anderem als "reaktionär" bezeichnete. Von Angela Merkel bis Sigmar Gabriel wurde er dafür eifrig gelobt.

Die Linkspartei kann und muss man dafür kritisieren, dass sie ihren Frieden mit dem Kapitalismus geschlossen hat. "Reaktionär" sind aber Merkel und Gabriel mitsamt ihrem Barden Biermann. Allerdings hat auch die Linkspartei Anteil an der Verbreitung des modernen Antikommunismus, wenn führende Vertreter selbst die DDR pauschal als "Diktatur" bezeichnen. Tatsächlich hat sich die DDR von einer fortschrittlichen Diktatur des Proletariats in ihren Anfangszeiten in die reaktionäre Diktatur einer neuen bürokratischen Kapitalistenklasse verwandelt.

Der Jahrestag des Mauerfalls muss auch mit dem Gedenken an zwei weitere wichtige Jahrestage verbunden werden: Den Jahrestag der faschistischen Pogromnacht 1938 und den des Beginns der Novemberrevolution von 1918/19. Die Novemberrevolution steht für die revolutionäre Tradition Deutschlands, aus der ebenso unschätzbare historische Lehren für einen neuen Anlauf im Kampf für den echten Sozialismus gezogen werden müssen wie aus dem Verrat am Sozialismus, der demokratischen Volksbewegung in der DDR und der Wiedervereinigung.

Mehr dazu in der aktuellen Druckausgabe der "Roten Fahne" zum Titelthema "25 Jahre danach: Wie das Volk die Mauer zu Fall brachte". Sie kann hier bestellt werden. Die MLPD bietet darüber hinaus umfangreiche Literatur zu dem Thema an wie das Buch "Sozialismus am Ende?" oder "Perestroika und Glasnost - Sozialismus?" - siehe auch das Literaturangebot des Verlag Neuer Weg.