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Demonstrationen zur Solidarität mit Kobanê auch in Hamburg, Bremen, Erfurt und Braunschweig

Demonstrationen zur Solidarität mit Kobanê auch in Hamburg, Bremen, Erfurt und Braunschweig
Interessiert an der MLPD - Demonstranten in Braunschweig (rf-foto)

Am 1. November wurde auf allen Kontinenten ein internationaler Aktionstag zur Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf organisiert. In Deutschland fanden laut dem Kurdischen Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit "Civaka-Azad" mit über 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in mindestens 20 Städten Demonstrationen und Kundgebungen statt. Die MLPD nahm aktiv teil. Am Samstag gingen bereits zahlreiche Berichte ein (siehe unten). Sie werden ergänzt:

Hamburg (Korrespondenz), 01.11.14: Der bekannte Schauspieler Rolf Becker erhielt neben vielen anderen Rednern bei der Auftaktkundgebung großen Beifall für seine einfühlsame Rede zur Unterstützung des Befreiungskampfs in Kobanê. Über 4.000 demonstrierten dann durch die Hamburger Innenstadt zum türkischen Konsulat: Vorneweg die Frauen von Rojbin, dem Rat der kurdischen Frauen, dahinter DIDF, Antifa und Attac. Es folgten MLPD und REBELL, die mit ATIF, ADHK, MLKP, Solidarität International und Courage einen beeindruckenden internationalistischen Block mit zündenden Sprechparolen und Beiträgen am offenen Mikrofon bildeten.

Auf der offiziellen Abschlusskundgebung sprach der Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Jan van Aken, über seinen Besuch in Rojava und versprach den tausenden Demonstranten, am Montag im Bundestag von der Bundesregierung medizinische Hilfsgüter und Lebensmittel für Kobanê einzufordern. Im nachfolgenden Beitrag der MLPD hob Stephan Brandt die große Bedeutung des Kampfs um Kobanê für die internationale Revolution hervor, erklärte aber, dass die YPG, YPJ und die PKK jetzt neben humanitärer Hilfe vor allem Waffen brauchen. Tosender Applaus, Sprechparolen, Umarmungen unterstrichen, dass er vielen kurdischen Freundinnen und Freunden aus dem Herzen sprach.

Die in Hamburg in den letzten Wochen deutlich gewachsenen freundschaftlichen Beziehungen zwischen der MLPD und vielen kurdischen Organisationen wurden herzlich vertieft.

Bremen (Korrespondenz), 01.11.14: Ein breites Bündnis verschiedener kurdischer und yezidischer Organisationen, Bremer Solidaritätskomitee, in dem auch die MLPD mitarbeitet hatte anlässlich des weltweiten Aktionstages aufgerufen. So kamen laut Veranstalterangaben mindestens zwischen 3.000 und 4.000 Menschen. Die Atmosphäre unter ihnen während der knapp vier Stunden dauernden Demonstration, Zwischen- und Abschlusskundgebung war laut, kämpferisch und gut gelaunt - trotz Provokation von Seite der Polizei, die den Demonstrationszug zunächst nicht los ziehen ließ. Damit kamen die (übrigens ausschließlich aus Niedersachsen, nicht aus Bremen!) herangezogenen Polizisten jedoch nicht durch.

Die Demonstration begann - an der Spitze alle deutschen Genossen und Freunde, das hatte das Bündnis ausdrücklich gefordert. Somit waren auch wir vom Rebell und von der MLPD aus Bremen, Oldenburg und Wilhelmshaven ganz vorne mit dabei, gut sichtbar dadurch unsere Plakate mit der Forderung nach Freiheit für Kurdistan und Palästina und Ché, welche vielfach fotografiert wurden. Während der Demonstration verteilten wir etliche Exemplare des neuen Flugblatts der MLPD, machten Werbung für das Buch "Katastrophenalarm!" und waren in viele Diskussionen einbezogen.

Eine Genossin der MLPD hielt als eine von zwei Rednern auf einer Zwischenkundgebung einen Redebeitrag. In diesem verneigte sie sich stellvertretend vor dem heldenhaftem Kampf der kurdischen Freiheitskämpfer, wandte sich ausdrücklich gegen das vom Bundesvorstand der Partei "Die Linke" geforderte Waffenembargo gegenüber der PKK und forderte u.a. Freiheit für Öcalan und alle politischen Gefangenen sowie die Aufhebung des PKK-Verbots. Zwischenapplaus unterbrach die kurze Rede, anschließend gingen viele Daumen hoch und kamen kurdische Kollegen auf sie zu und wollten ein gemeinsames Foto.

Große Hoffnung war allen anzumerken, dass die Schlacht um Kobanê endlich bald beendet sein wird, und: die Chancen stehen gut! Es war ein ergreifender Tag, der Mut macht!

Braunschweig (Korrespondenz), 03.11.14: Die Braunschweiger Demo zur Solidarität mit Kobanê wurde vom kurdischen Kulturverein Salzgitter organisiert. In Salzgitter fand schon letzten Dienstag eine Demo mit 800 Teilnehmern statt. Die MLPD wurde freudig begrüßt, mehrere Kurden schnappten sich unsere Flugblätter und verteilten sie!

Lautstark und sehr kämpferisch mit bunten Fahnen und Öcalan-Bildern zogen wir (500 laut Polizei) durch die Braunschweiger Innenstadt, mehrheitlich Kurden, dabei viele junge Leute und Mütter mit Kindern. Auf unseren Vorschlag hin wurden Parolen nicht nur auf kurdisch, sondern auch auf deutsch gerufen ("Hoch die internationale Solidarität", "ISIS raus aus Kurdistan", usw.)

Bei der Abschlusskundgebung sprachen die Vorsitzende des kurdischen Kulturvereins, ein Vertreter der kurdischen Jugend Salzgitter, die MLPD, Solidarität International und der Jugendverband Rebell. Alle Reden bekamen viel Beifall, besonders die Forderungen gegen das PKK Verbot, nach Aufhebung des Waffenembargo gegenüber PKK und YPG/YPJ und völkerrechtlicher Anerkennung von Rojava. Sie wurden immer wieder durch Sprechchöre unterbrochen. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der Linken und der Antifa. Überrascht waren wir von der "Schweigeminute" für die heldenhaften Kämpfer und Kämpferinnen. Denn es wurde nicht geschwiegen, sondern es gab einen eindrucksvollen Wechselgesang zwischen einer kurdischen Vorsängerin und den Teilnehmern – Gänsehaut-Feeling!

Wir bekamen einige Adressen, v.a. von Jugendlichen, und haben eine gute Basis gelegt für die weitere Zusammenarbeit mit den neuen Freunden vom kurdischen Kulturverein Salzgitter, die wir erst vor einer Woche kennen gelernt hatten."

Erfurt (Korrespondenz), 01.11.14: Gedenkminuten, Kurzreden und Berichte von Kurden aus Kobanê und Sengal wechselten sich ab bei der Erfurter Kundgebung auf dem Domplatz zum internationalen Solidaritätstag für Kurdistan, zu der sich etwa 250 Menschen versammelt hatten. Von Seiten der MLPD wurde das aktuelle Flugblatt verteilt, in dem es heißt: „Der Kampf um Kobane ist von internationaler Bedeutung!“

In einem Beitrag mit verteilten Rollen wurde der Mut der kämpfenden kurdischen Frauen gewürdigt, was auf großen Beifall stieß, und es wurden Waffen für die Verteidigung von Kobane gefordert. Neu war die vereinzelte Kritik am „bürgerlichen Pazifismus“ von Funktionären der Linkspartei. „Es ist schrecklich, was da abgeht – hoffentlich gewinnen sie, die Kurden!“ – war eine öfters zu hörende Meinung von Passanten, die den kämpferischen Zug durch die Stadt mit Interesse und oft mit Respekt beobachteten.