Betrieb und Gewerkschaft

Demo der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Hamburg: "Wir sind eine Macht, wenn wir zusammenhalten!"

Demo der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Hamburg: "Wir sind eine Macht, wenn wir zusammenhalten!"
Schon am 30. Oktober demonstrierten Kita-Beschäftigte in Hamburg (foto: ver.di)

Hamburg (Korrespondenz), 20.11.14: "Es reicht: die Belastung ist genug! Die Politik trägt die Verantwortung!" Das war das Motto einer Demonstration der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Bund, Länder und Gemeinden in Hamburg. Ca. 1.000 Demonstrationsteilnehmer protestierten vom Gewerkschaftshaus bis zum Jungfernstieg. Von dort, der Nähe des Hamburger Rathauses, zum Gänsemarkt, dem Sitz der Finanzbehörde, spannten sie eine Menschenkette mit aufgereihten Belastungsanzeigen.

Der Hintergrund ist die Aussage von Olaf Scholz und des Hamburger Senats, jede Tariferhöhung mit Personalreduzierung gegenzufinanzieren. Besonders übel stößt den Kolleginnen und Kollegen auf, dass der Senat für Prestigeobjekte wie Elbphilharmonie, die Bundesgartenschau etc. immer Geld zur Verfügung hatte, was jetzt unter anderem auf Kosten der öffentlichen Dienstleistungen und der Kollegen finanziert wird.

Studenten klagten an, dass die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge zu einem ungeheuren Lerndruck geführt haben. Sie wünschten den Kollegen vollen Erfolg in ihrem Kampf und forderten auf: "Wir bringen Licht ins Dunkle ...".

"Wir müssen lernen, uns zu organisieren", hieß es im Grußwort der Kolleginnen der ver.di-Betriebsgruppe des Krankenhauses St. George. Überlastung und Burn Out sind an der Tagesordnung auch schon bei 20- bis 22-jährigen Beschäftigten in den Krankenhäusern. Und mit Blick auf das gemeinsame Anliegen der Krankenhaus-Beschäftigten und im öffentlichen Dienst schlossen sie: "Wir müssen lernen, dass wir eine Macht sind, wenn wir zusammenhalten!"

In einigen Gesprächen von Genossen der MLPD mit Demonstranten war das Interesse groß, den nicht nur den unmittelbaren Zusammenhang zu den Lohn- und Arbeitsbedingungen zu ziehen, sondern die Einheit vom Raubbau an ihrer Gesundheit mit dem Raubbau an der Natur zu sehen. Ein Buch "Katastrophenalarm!" konnte so verkauft werden.