Sozialismus

Kita-Qualitäts-Gipfel vertagt Qualität um weitere zwei Jahre

Kita-Qualitäts-Gipfel vertagt Qualität um weitere zwei Jahre
foto: AWO OWL Kita Laukshof in Steinhagen

18.11.14 - Nur 6 Prozent der bundesdeutschen Kitas und Tagespflegeeinrichtungen sind in der Lage eine gute bis sehr gute frühkindliche Erziehung und Bildung der Kleinen unter drei Jahren zu leisten. In der überwiegenden Mehrheit der Einrichtung ist die Betreuung höchsten als „mittelmäßig“ einzustufen. Um eine gute Betreuung in den Kitas zu garantieren müssten mindestens 117.800 weitere Vollzeitkräfte eingestellt werden. So das Fazit der jüngsten Studie der Bertelsmann Stiftung, die am 10. November in der öffentlichen Anhörung des Bundestagsausschusses für Familien zur Verbesserung der Qualität der Kitas vorgelegt wurde.

Entsprechend groß war die Empörung der anwesenden Vertreter von Gewerkschaften, Sozialverbänden und Elterninitiativen über das Ergebnis des so genannten „ersten Kita-Qualitäts-Gipfels“, der vier Tage vorher stattgefunden hatte. Dort hatte sich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) mit den entsprechenden Ministern der Bundesländer darauf geeinigt, eine gemeinsame Arbeitsgruppe zu bilden, die in zwei Jahren einen ersten Bericht zur Verbesserung der Kita-Qualitäten vorlegen soll: „Das ist ein weiter Weg, das ist auch ein milliardenschweres Projekt“, so die Bundesministerin. Kein Geld da für die Erziehung und Bildung der Kleinsten? Das hat Methode. Bereits im Koalitionsvertrag der Merkel/Gabriel-Regierung wurde nachträglich ein „Investitionsprogramm Kita-Qualität“ wieder gestrichen.

In einer gemeinsamen Erklärung der Arbeiterwohlfahrt, des Caritasverbands und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft wird unter anderem angeprangert, dass Deutschland rund 9 Milliarden Euro weniger im Vergleich zu anderen Ländern in die frühkindliche Erziehung und Bildung investiert. Anders als in den anderen EU-Ländern gibt es in Deutschland keine verlässliche und dauerhafte Beteiligung des Bunds an der Finanzierung der Kindertagesbetreuung. Kitas werden von den Ländern, Kommunen und Eltern finanziert.

Zentrale Forderung in der gemeinsamen Erklärung ist ein „Bildungsqualitätsgesetz für die Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege“. Dazu gehöre, so der AWO-Vorsitzende Wolfgang Stadler, dass „die Qualität der Kinderbetreuung nicht länger von der aktuellen Kassenlage einer Kommune abhängen darf.“ 

Die MLPD tritt für ein kostenloses und einheitliches Schulsystem vom Kindergarten bis zur Hochschule ein. Sie legt großen Wert auf die Förderung von Kindern und Jugendlichen anderer Nationalitäten in Kindertagesstätten, aber auch in Schulen, Ausbildungen und Jugendeinrichtungen. „Eines der schlimmsten Verbrechen des Kapitalismus ist sein unverantwortlicher Umgang mit der Jugend“, schreibt Stefan Engel, der Vorsitzende der MLPD. Er sieht in der allseitigen Ausbildung der Fähigkeiten der Jugend, als den künftigen Erbauern des Sozialismus/Kommunismus die Leitlinie des sozialistische Erziehungs- und Bildungssystems. ("Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution“, S. 97/98)