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Mexiko: Landesweite Massenkämpfe wegen Verschleppung und möglicher Ermordung der 43 Studenten

Mexiko: Landesweite Massenkämpfe wegen Verschleppung und möglicher Ermordung der 43 Studenten

22.11.14 - "Lebend habt ihr sie uns genommen – lebend wollen wir sie zurück!" - das war die empörte Losung, mit der am Donnerstag, dem 20. November 2014, über 100.000 Demonstranten auf den "Zócalo", den zentralen Platz der Hauptstadt Mexiko-City zogen. Die Angehörigen der am 26. September 2014 verschleppten und möglicherweise ermordeten 43 Studenten aus Ayotzinapa im Bundesstaat Guerrero führten den Zug an. Parallel wurde der Flughafen von Mexiko-City stundenlang blockiert. In weiteren Städten Mexikos gingen zeitgleich Tausende auf die Straße und trotzten auch hier dem Polizeiterror. In Bolivien und El Salvador gab es ebenfalls Proteste. Die mexikanische Regierung musste ihre traditionelle Militärparade zum "Tag der Revolution 1910" in Mexiko-City absagen.

Die Forderung nach Rücktritt des Staatspräsidenten Enrique Pena Nieto wird immer lauter. "Er wird fallen, er wird fallen, Pena Nieto wird fallen!" - so ein Schlachtruf der Demonstranten. Seit der Verschleppung der 43 jungen Studenten der Landhochschule von Ayotzinapa reißen die Protest nicht ab. Die Studenten hatten am 26. September gewagt, in Iguala gegen die diskriminierende Einstellungs- und Bezahlpraxis der mexikanischen Regierung zu protestieren. Drei von ihnen wurden dabei von der Polizei direkt erschossen. Ein Geständnis von Mafia-Schergen, dass sie 17 Studenten ermordet, ihre Leichen verbrannt, zerstückelt und verscharrt hätten sowie die Verhaftung des geflohenen Bürgermeisters von Iguala, einem Drahtzieher der Verschleppung, ließen Wut und Misstrauen der Massen anschwellen. Auf Transparenten heißt es: "Ayotzinapa – es waren nicht die Narcos (Drogendealer), es war der Staat!".

In der Tat tritt hier die innige Verschmelzung des mexikanischen Staates, seiner Behörden, der Polizei und Militärs mit den Drogenorganisationen ans Tageslicht. Diese terrorisieren gemeinsam die Massen. Bei der Suche nach den 43 Studenten wurden in der Umgebung von Iguala mehr als zwei Dutzend Massengräber gefunden. In Mexiko gelten derzeit 20.000 Menschen als vermisst. Mexiko wird von einer großen Zahl internationaler Übermonopole beherrscht, die mexikanische Regierung ist nichts als deren Geschäftsführer. General Motors ist der größte Automobilhersteller mit allein sechs Werken in Mexiko, Ford ist vertreten, Toyota produziert in Mexiko direkt an der Grenze zu den USA. VW hat seit Jahrzehnten das Werk in Puebla.

Mexikos Staat entwickelt als Land mit 120 Millionen Einwohnern - derzeit auf Platz 8 der Export-Weltrangliste - eigene imperialistische Ambitionen. Von den zehn größten südamerikanischen Übermonopolen haben allein sechs ihren Sitz in Mexiko. Gleichzeitig kommen die Waffen der Drogen-Mafia großteils aus den USA. Teile des mexikanischen Militärs werden direkt von US-Militärs ausgebildet.

Die wachsenden Massenkämpfe in Mexiko wie auch in Chile und Brasilien sind Bestandteil des weltweiten Kampfs um Freiheit und Demokratie und ein Spiegel der allgemeinen Destabilisierung des imperialistischen Weltsystems. Die Unterstützung revolutionärer Kräfte in Mexiko bei ihrem Parteiaufbau ist eine Schlüsselfrage.

  • Die Wahrheit über das Schicksal der 43 Studenten aus Ayotzinapa muss auf den Tisch!
  • Die Veranwortlichen müssen belangt und bestraft werden!
  • Präsident Pena Nieto muss gehen!
  • Die kämpferische Solidarität der demokratischen und revolutionären Kräfte der Welt, ihr Mitgefühl gehört der Jugend von Mexiko und den Angehörigen der 43 Studenten!
  • Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
  • Proletarier aller Länder und Unterdrückte, vereinigt euch!