Umwelt

Welternährungskonferenz in Rom: Nichts als Appelle

Welternährungskonferenz in Rom: Nichts als Appelle
Die kapitalistische Ernährungskrise ermöglicht für viele Menschen keine ausreichende und gesunde Ernährung (rf-Foto)

23.11.14 - Vom 19. bis 21. November 2014 fand in Rom die 2. Welternährungskonferenz nach 1992 statt. Sie stellte fest, dass zur Zeit mehr als 2 Milliarden Menschen an Mangelernährung leiden. 45 Prozent der Kinder, die im Alter von weniger als fünf Jahren sterben, verhungern. Die Delegierten aus mehr als 170 Teilnehmerstaaten verabschiedeten eine Erklärung, die das Recht jedes Menschen auf Zugang zu ausreichendem und gesundem Essen festschreibt. Ab dem Jahr 2016 wollen sie ein "Jahrzehnt der Ernährung" begehen. Jedoch ging niemand auch nur eine einzige konkrete Verpflichtung ein. Dies ist eine Kapitulationserklärung vor einem der drängendsten Probleme der Menschheit.

Papst Franziskus erinnerte in seiner Ansprache an die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer daran, dass bereits bei der Welternährungskonferenz 1992 vor einem "Paradox des Überflusses" gewarnt worden war. "Es gibt genug Nahrung für alle, aber nicht alle können essen." Zurecht bezeichnete er "Gewinnstreben und Finanzspekulationen auf Nahrungsmittel" als Hintergründe für weltweiten Hunger.

José Graziano, Generaldirektor der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO sagte: "Wir haben das Wissen, die Expertise und die Ressourcen, um alle Formen der Mangelernährung zu besiegen." Man kann ihm da nur zustimmen. Doch es gibt niemand in diesen Organisationen oder den beteiligten Regierungen, der einschreitet: z.B. gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln, gegen die weitere Förderung von Agrarsprit, gegen die sogenannte "grüne Gentechnik", die nur dazu dient, Bauern abhängig zu machen beim Bezug von Saatgut und Pestiziden. Allein mit dem, was weggeworfen wird vor allem in den imperialistischen Ländern, könnte man den Hunger beseitigen. Doch selbst wenn man das abstellt, wird es das Problem nicht lösen, denn überschüssige Nahrung kommt nicht zu den Hungernden. Warum?

Vom Saatgut über Agrar- und Lebensmittelproduktion bis zum Vertrieb hat heute das internationale Finanzkapital nahezu die gesamte Welternährung in seinen Krallen. Die zehn größten Unternehmen der Saatgutindustrie kontrollieren 74 Prozent dieses Welt­markts, der auf 27 Milliarden Dollar Umsatz jährlich ge­schätzt wird. Allein Monsanto beherrscht 27 Prozent. Mit Freihandelsabkommen wie TTIP wollen diese Konzerne die Konditionen für ihre Profitherrschaft weiter perfektionieren.

"Jedes Jahr sterben 6,2 Millionen Kinder an Unterernährung – das sind zwölf verhungerte Kinder jede Minute!" schreibt Stefan Engel in seinem Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur" (S. 225). "Dagegen leiden 1,4 Milliarden Menschen vor allem in den imperialistischen Ländern an krank machendem Übergewicht. 'Hungerhilfskampagnen' für die einen, Diät- und Fitnessprogramme für die anderen machen daraus ein Riesengeschäft und orientieren auf den individuellen Ausweg."

Dieser tendenziellen Zerstörung der Ernährungsgrundlage der Menschheit kommt man mit der Veränderung individueller Verhaltensweisen nicht bei. Selbstverständlich wenden sich die Marxisten-Leninisten unbedingt gegen Verschwendung und setzen sich im Rahmen der heutigen Möglichkeiten für eine gesunde und verantwortungsbewusste Lebensweise ein. Eine "soziale Regulierung des Kapitalismus", wie ein Kommentar zur Ernährungskonferenz meinte, ist damit nicht möglich. Es liegt am Kapitalismus selbst. Die auf Maximalprofit ausgerichtete kapitalistische Produktion ist es, die unsere Ernährungsgrundlagen weltweit bedroht.

Fast alle Menschen dieser Welt sind von den Folgen der kapitalistischen Ernährungskrise tief betroffen. Das bedeutet, sie können für eine internationale Widerstandsfront zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft und in die Vorbereitung der internationalen sozialistischen Revolution gewonnen werden.