International

"Weltfrauen Europas" rufen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf

"Weltfrauen Europas" rufen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf
YPJ-Kämpferinnen in Kobanê

19.11.14 - Der 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Seit der 1. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Caracas/Venezuela ist er auch der gemeinsame Aktions- und Kampftag der Weltfrauen. Dort wurden drei solche gemeinsamen Aktions- und Kampftage beschlossen, an denen die kämpferische Frauenbewegung der Welt Jahr für Jahr zusammenwächst. Die gewählten Europakoordinatorinnen haben – wie jedes Jahr seitdem – einen Aufruf erarbeitet, der die vielfältigen krassen und subtilen Gesichter in der Gewalt an Frauen angreift, wachsendes Frauen-Selbstbewusstsein und Widerstand dagegen deutlich macht und zur Solidarität der Frauen (und Männer) der Welt mit dem Kampf von Kobanê gegen die Unterdrückung und Gewalt des faschistischen IS aufruft. Die nächste Weltfrauenkonferenz wird 2016 in Nepal stattfinden. Ihre Vorbereitung steht unter dem Motto: "Frauen der Welt erklimmen die höchsten Berge!"

Hier Auszüge aus dem Aufruf:

Stoppt Gewalt an Frauen, weltweit! Solidarität mit Kobanê!

Wir, die Koordinatorinnen der Weltfrauen in Europe rufen alle Frauen dazu auf, an den Demonstrationen und Kundgebungen am 25. November teilzunehmen.

Der 25. November ist der Internationale Tag gegen jegliche Gewalt an Frauen. Dieser Tag wurde 1981 von lateinamerikanischen und karibischen Frauen, die für die Rechte der Frauen kämpfen, ins Leben gerufen, um an den Mut der Mirabal-Schwestern der Dominikanischen Republik zu erinnern. Diese drei Schwestern, die drei Schmetterlinge, wurden vergewaltigt und umgebracht weil sie gegen die Trujillo-Diktatur kämpften. Sie symbolisieren den Widerstand gegen Diktatur und Gewalt.

Gegen alle Formen der Gewalt an Frauen

Am 25. November greifen wir die vielfältigen Formen der Gewalt gegen Frauen an, in Europa und auch weltweit. Überall sehen wir die zunehmende Gewalt an Frauen und Mädchen. Wir protestieren gegen Frauenhandel, gegen die Polizeigewalt und Vergewaltigungen in Gefängnissen, gegen häusliche Gewalt und soziale Ungleichheit; gegen die Gewalt in Form von wirtschaftlicher Not, gegen Gewalterscheinungen wie Sexismus und Pornografie.

In Europa erhält der Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen durch den harten Sparkurs der Regierungen neue Bedeutung. Frauen organisieren sich gegen jegliche körperliche Gewalt an Frauen aber auch gegen politische Gewalt, mangelnde Bildungsmöglichkeiten, Armut und gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen und soziale Kürzungen. Frauen kämpfen gegen Ausbeutung und Unterdrückung und für eine Zukunft für die Jugend.

Der Tag gegen Gewalt an Frauen ist einer der gemeinsamen Kampftage, der auf der Weltfrauenkonferenz 2011 in Venezuela beschlossen wurde: "Am 25.November, dem Tag gegen Gewalt an Frauen, bekämpfen wir alle Formen der Gewalt gegen Frauen. Besonders klagen wir Gewalt als Folge imperialistischer Aggressionen und Kriege gegen die Völker an, in denen die Frauen zu Opfern und Kriegstrophäen werden."

Solidarität mit dem Kampf in Kobanê gegen die Gewalt und Unterdrückung durch die IS

Wir möchten die Aufmerksamkeit besonders auf die Gewalt an Frauen in Kriegen wie der Ukraine, Syrien, Irak, Palästina und Rojava lenken. ...

Schließen wir uns zusammen, organisieren wir uns und verbinden uns mit allen Bewegungen für Befreiung und gehen einen großen Schritt vorwärts zur Befreiung der Frau.

Frauen der Welt vereinigt euch!
Sprengt die Ketten der Ausbeutung und Unterdrückung!
Vorwärts mit dem Kampf für die Befreiung der Frauen!

(Der vollständige Text des Aufrufs unter www.conferenciamundialdemujeres.org)

Mit der Veranstaltungsreihe "Solidaritätstour – Unser Herz den Heldinnen in Kobanê“ durch drei europäische Länder rund um den 25. November macht die Zusammenarbeit der europäischen Weltfrauen auch qualitative Fortschritte. Vom 17. bis 28. November macht(e) die Tour Station in München, Stuttgart, Aarau/Schweiz (heute), Rotterdam (22.11.), Gelsenkirchen (25.11.), Frankfurt/M (26.11.) und Berlin (28.11.) 

Die MLPD unterstützt den Tag gegen Gewalt an Frauen aktiv. Sie hat in dem Buch "Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau - eine Streitschrift" die strukturellen und gesellschaftlichen Ursachen sexistischer Gewalt analysiert. Sie läßt sich individuell bewusst machen, bekämpfen und zum Teil begrenzen, beseitigen kann man sie nur gesellschaftlich.

Aktivitäten zum Tag gegen Gewalt an Frauen finden sich unter anderem hier ...

Um den Tag gegen Gewalt an Frauen dreht sich auch das Titelthema der "Rote Fahne" Wochenausgabe, die am 21. November erscheint. Sie kann hier bestellt werden.