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25. November: Starke Frauen gehen selbstbewusst auf die Straße

25. November: Starke Frauen gehen selbstbewusst auf die Straße
Die "crazy girls" bei ihrem Auftritt in Gelsenkirchen (rf-foto)

25.11.14 - Heute, am internationalen Kampftag gegen Gewalt an Frauen, finden in vielen Ländern der Welt Aktionen statt. An diesem Tag wurden im Jahr 1960 die drei Mirabal-Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa in der Dominikanischen Republik durch Schergen des Diktators Trujillo ermordet. Zusammen mit ihren Männern waren sie führend am Aufbau einer illegalen Widerstandsbewegung gegen das reaktionäre Trujillo-Regime beteiligt. 20 Jahre später (1981) wurde dieser Tag von der lateinamerikanischen Frauenbewegung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen erklärt.

Es war die 1. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2011 in Caracas/Venezuela, die ihn zu einem der drei Aktions- und Kampftage der internationalen Frauenbewegung erklärte. Die europäischen "Weltfrauen" haben dazu aufgerufen, in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf die Solidarität mit dem Widerstand der Frauen in Rojava gegen den faschistischen IS-Terror zur Verteidigung ihrer erkämpften Fortschritte zu legen. Dazu läuft seit einigen Tagen die Solidaritätstour "Unser Herz den Heldinnen in Kobanê".

Viele Aktionen fanden bereits am vergangenen Wochenende. Aus Köln wird berichtet: "Eine erste Aktion zum Tag gegen Gewalt an Frauen fand in Köln an diesem Samstag mit 200 bis 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Es gab zwei Kundgebungen - zum Auftakt und zum Abschluss - und eine Demonstration zog vom Ebertplatz bis zum Bahnhofsvorplatz. Auf die Beine gestellt wurde die Aktion von einem Bündnis aus ADKH (Demokratische Frauenbewegung in Europa), Frauenverband Courage, Yasanacak Dünya/Devrimci Proletarya, MLPD, REBELL, Young Struggle, SKB (Bund Sozialistischer Frauen), Rote Aktion Köln (RAK), Neue Frau (Yeni Kadin), TJKE (kurdische Frauenbewegung (Bonn) und AAKB (Bund der Alevitischen Frauen in Deutschland). Auch Ford-Kolleginnen hielten einen Beitrag."

Eine Korrespondentin aus Gelsenkirchen schreibt: "Interessiert hörten zeitweise 50 bis 200 Passanten Redebeiträgen und Liedern zu. Begeistert sahen sie den Tanz 'break the chain' der 'crazy girls' aus Buer bei der Kundgebung des 'Offenen Frauennetzwerk Gelsenkirchen' zum Tag gegen Gewalt an Frauen. Betroffene sprachen mutig von häuslicher Gewalt und forderten auf, nicht weg zu sehen. Mit einer Gedenkminute wurde den durch die faschistische IS verschleppten, vergewaltigten und ermordeten Frauen gedacht. Auch mit Frauen-Batallionen wird gekämpft gegen ein drohendes IS-Kalifat in Rojava das die Rechte der Frauen ins Mittelalter zurück werfen würde."

Eine Korrespondentin aus Paris weiß zu berichten: "In Paris und seiner Banlieue (Vororte – Anm. d. Red.) finden die ganze Woche über Aktionen und Debatten zum Tag gegen Gewalt an Frauen statt. Wir Frauen der Stadt Île-Saint-Denis und Frauen in der Weltfrauenkonferenz haben eine Versammlung vor dem Rathaus mit anschließender Diskussion organisiert unter dem Titel 'Stopp - gegen alle Formen der Gewalt an Frauen'.  Vor dem Rathaus wurde ein Text in verschiedenen Sprachen vorgetragen - immer wieder unterbrochen durch Trommeln auf Kochtöpfe, Deckel, Instrumente."

Ein weiterer Bestandteil des vielfältigen Programms zu diesem Tag sind Fahnenhissaktionen, initiiert von "Terre des Femmes". In Gelsenkirchen hatten sich etwa 70 Frauen und Männer am Dienstleistungszentrum "Horster Mitte" eingefunden, wo sie von Monika Gärtner-Engel, der stellvertretenden Vorsitzenden der MLPD, herzlich begrüßt wurden. Sie betonte in ihrer Ansprache, dass es früher bei solchen Aktivitäten sehr stark um die häusliche Gewalt an Frauen gegangen sei, was zweifellos große Bedeutung habe. Es sei aber eine wichtig Änderung, dass nun alle Formen der Gewalt an Frauen ins Visier genommen werden, wozu in vielen Ländern der Staatsterror oder der faschistische Terror von IS im Irak und Syrien gehöre. Weil die Gewalt an Frauen im Kapitalismus aufgrund der doppelten Ausbeutung und Unterdrückung der Masse der Frauen strukturellen Charakter hat, kämpft die MLPD für eine Gesellschaft, in der die Befreiung der Frau Wirklichkeit wird, den echten Sozialismus.

Dann gab sie das Wort zwei Gastfrauen, Nour el Hoda Zaki Mohammed aus Ägypten und Saada Allaw aus dem Libanon. Die beiden bekannten und preisgekrönten Journalistinnen der größten Tageszeitungen ihrer Länder berichteten von der Unterdrückung der Frauen in in ihren Ländern. So hat in Ägypten so gut wie jede junge Frau schon Erfahrungen mit körperlicher und sexueller Gewalt gemacht. Nour el Hoda Zaki Mohammed wies darauf hin, dass es auch in Deutschland vielfältige Formen der Gewalt an Frauen gibt, insbesondere aufgrund ihrer finanziellen Abhängigkeit. Deshalb sei es wichtig, dass die Frauen weltweit gemeinsam kämpfen.

Beide bedankten sich für die Einladung nach Deutschland für die Teilnahme an der "Solidaritätstour" für Rojava, in deren Rahmen sie heute Abend in der Gelsenkirchener "Horster Mitte" (siehe Ankündigung) mehr berichten werden. In kurzen Beiträgen sprachen außerdem Vertreterinnen des Frauenverbands Courage, von "AUF Gelsenkirchen" und dem Jugendverband REBELL.

Über die weiteren Aktionen am heutigen Tag werden "rf-news" und die "Rote Fahne" berichten. Mehr zum Thema auch in dem Buch "Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau".