Sozialismus

Ferguson und die Geschichte der Afroamerikaner in der sozialistischen Sowjetunion

26.11.14 - Der Polizist Darren Wilson, der am 12. August in der US-amerikanischen Stadt Ferguson den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Michael Brown erschossen hatte, bleibt straffrei. Die Entscheidung einer mehrheitlich mit Weißen besetzten Jury, er habe in Notwehr gehandelt, löste sofort in zahlreichen Städten der USA Proteste aus. Wieder einmal wurde die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung deutlich.

Diese Unterdrückung tritt politisch und wirtschaftlich in Erscheinung und hat ihre Wurzeln im kapitalistischen System - das zu erkennen, ist eine Kernfrage für den Klassenkampf in den USA. Ebenso wichtig ist, zu begreifen, dass in einer sozialistischen Gesellschaft, die jegliche Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abschafft, auch der Rassismus beseitigt wird.

Einen aktuellen Beleg dafür lieferte vor wenigen Tagen die Reporterin Ann M. Simmons in einem Bericht aus Moskau. Sie hatte dort Emilia Tynes-Mensah interviewt, die heute 73-jährige Tochter eines Schwarzen, der 1930 aus den USA in die Sowjetunion einwanderte.

"Viele der Afroamerikaner, die nach Russland kamen, suchten ein besseres Leben, flohen verzweifelt vor der sozialen Ungleichheit und den Härten der Wirtschaftkrise, die Amerika in jener Zeit zusetzten, sagte Allison Blakely, emeritierter Professor für Geschichte an der Boston Universität, der ein Buch über die Afroamerikanischen Emigranten geschrieben hat. ... Mein Vater fühlte, dass die UdSSR ihn besser behandelte als Amerika, sagte Tynes-Mensah, eine frühere Chemielehrerin, die in der russischen Stadt Krasnodar geboren wurde und heute hauptsächlich in den USA lebt. ...

Die Erfahrungen der Afroamerikaner, die nach Russland reisten oder sich dort niederließen, waren in überwältigender Weise positiv, erzählen ihre Nachkommen. Im Gegenzug leisteten sie wertvolle Beiträge für die sowjetische Gesellschaft, meinte Blakely, der Professor. Landwirtschaftsspezialisten halfen, verschiedene Verwendungen für Materialien zu ersinnen, etwa Seile aus Hanf. Sie halfen auch, Pflanzensorten zu entwickeln, die günstiger anzubauen waren. Ihre Anstrengungen trugen zu  einem Aufschwung der sowjetischen Wirtschaft bei. ... Und die Afroamerikaner machten die Russen mit Blues und Jazz bekannt."