Jugend

Morgen letzte Schicht bei Opel in Bochum – Montag große Kundgebung!

Morgen letzte Schicht bei Opel in Bochum – Montag große Kundgebung!
Die mutige Bochumer Opel-Belegschaft kann mit hoch erhobenem Kopf das Werk verlassen (rf-foto)

04.12.14 - Morgen, am 5. Dezember, wird voraussichtlich der letzte Zafira im Bochumer Opel-Werk vom Band rollen. Durch die Schließung des Werks werden über 3.300 Arbeitsplätze direkt vernichtet – und hinter jedem steht eine Familie! Betroffen sind auch viele Beschäftigte bei Zulieferern und Kleinhändler. Die ganze Menschenverachtung von General Motors/Opel kam in den letzten Tagen unter anderem darin zum Ausdruck, dass viele Maschinen, an denen die Kollegen noch arbeiteten, schon verscherbelt wurden.

Zynisch sprach NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) von einem "Signal des Aufbruchs". Geplant sei die Ansiedlung von mittelständischen oder Handwerksbetrieben – bisher gibt es aber nur die Post, die ab 2016 ihr Paketzentrum nach dorthin umsiedelt. In der Presse kommen so genannte Experten zu Wort, die wer weiß wo "neue Chancen" dafür sehen, dass sich "Bochum nun neu aufstellen kann".

Die Belegschaft und die große Mehrheit der Menschen im Revier hat die Schließung dagegen nie akzeptiert! Nachdem die Geschäftsleitung am 10. Dezember 2012 die Schließung verkündete, fanden immer wieder kämpferische Aktionen, Streiks und auch Blockaden gegen die Entscheidung statt. Das geschah gegen massiven Gegenwind: Die Geschäftsleitung setzte sie mit falschen Versprechungen, Mobbing, Drohungen und Stress am Arbeitsplatz unter Druck.

Die bürgerlichen Politiker und die Medien stimmten gleichgeschaltet sofort den Abgesang auf das Bochumer Opel-Werk an. Die Belegschaft wurde auch von früheren "Vorkämpfern" im Betriebsrat und der der IGM-Führung im Stich gelassen, die sämtlich vor den Opel-Plänen kapitulierten. Vielfach waren diese sich nicht einmal zu schade, kämpferische Kräfte antikommunistisch zu diffamieren und zu mobben.

In diesem Gegenwind wuchs die Zahl kämpferischer Kollegen um die Liste "Offensiv" erheblich an. Die Belegschaft konnte sich dabei immer auf die MLPD verlassen, die half, verschiedenste Betrugsmanöver zu durchschauen, und die die Solidarität organisierte. Es gab immer wieder kämpferische Aktionen und bedeutende Massenauseinandersetzungen, in denen die Opelaner zunehmend lernten, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Bis kurz vor dem 30. September, dem Ultimatum zur Unterschrift, gab es ein heftiges Ringen in der Belegschaft darum, in einen selbständig organisierten unbefristeten Streik zu treten. Dazu kam es aber vor allem angesichts des massiven Drucks nicht. So wurde schließlich die Mehrheit der Belegschaft dazu gebracht, mit der Faust in der Tasche einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben.

Aus kaum einem Kampf der letzten Jahrzehnte gibt es so reichhaltige und wertvolle Erfahrungen wie aus dem der Bochumer Opel-Belegschaft. Erhobenen Hauptes kann sie deshalb das Werk verlassen! Ihre Erfahrungen müssen für die Arbeiterbewegung Gemeinschaftsbesitz werden. Als Beginn dafür lädt die bundesweite Montagsdemobewegung am 8. Dezember ab 17 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz/Rathaus in Bochum ein.

Eingeladen sind die Opel-Kolleginnen und -Kollegen, die zahlreichen Unterstützer und Träger der Solidaritätsarbeit, die Kampfgefährten der Opelaner aus den letzten zehn Jahren aus den Betrieben aus Bochum usw. Aus ganz Deutschland haben sich Delegationen von Montagsdemos und aus Betrieben angemeldet, viele Grußbotschaften wurden geschickt.

Auf der Montagsdemo Bochum äußerte sich dazu am letzten Montag eine Frau: "Es ist für mich selbstverständlich, den Opel-Beschäftigten im Kampf um die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze meine Anerkennung auszusprechen." "Ich habe mich immer für die Interessen der Opelaner eingesetzt, deshalb komme ich gerne zu der Veranstaltung, um alle anderen Arbeiter in ihrem Kampf um ihre Arbeitsplätze zu unterstützen", meinte eine andere. "Wir tragen den Widerstand gegen Arbeitsplatzvernichtung weiter in andere Betriebe", erklärte ein Opelaner.

Es gilt aber auch weiter gehende Schlussfolgerungen zu ziehen. Eine zentrale Lehre aus den Erfahrungen ist die Stärkung der revolutionären Partei MLPD. Am 2. Dezember wurde dazu ein Flyer bei allen Schichten und vor allen Toren des Bochumer Opel-Werks verteilt.

Infos zur Kundgebung gibt's hier