Politik

Erfolg des antifaschistischen Protests: Generalbundesanwalt nimmt Ermittlungen zum Oktoberfestattentat wieder auf

Erfolg des antifaschistischen Protests: Generalbundesanwalt nimmt Ermittlungen zum Oktoberfestattentat wieder auf
Viele Menschen - wie hier am 25. Jahrestag des Attentats - wollen Klarheit über die Hintergründe des Attentats (Rufus46/CC BY-SA3.0)

12.12.14 - Das Attentat auf das Münchener Oktoberfest vom 26. September 1980 mit 14 Toten und 200 teilweise Schwerstverletzten ist der schwerste faschistische Terrorakt in der Geschichte der BRD – noch vor den Morden des NSU. Wie der Generalbundesanwalt gestern mitteilte, wird er die Ermittlungen nun wieder aufnehmen.

Nach Informationen des "Spiegel" hat sich eine Zeugin gemeldet, die vor 34 Jahren als Studentin bei einem ihrer Schüler faschistische Flugblätter gesehen hat, in der der Attentäter Gundolf Köhler als Held bezeichnet wurde. einem Zeitpunkt, als die Polizei Köhlers Namen noch gar nicht veröffentlicht hatte! Laut Aussage des Opferanwalts, an den sich die Zeugin jetzt gewendet hat, wurde ihre Aussage damals von der Polizei abgewimmelt ("rf-news" berichtete im September 2014).

Dieser Vorgang reiht sich ein in komplexe Vertuschungsaktionen der Behörden. Hinweisen und Beweisen für Köhlers enge Verbindung mit der faschistischen Wehrsportgruppe Hoffmann sowie Beziehungen zu so genannten "Stay behind"-Truppen der NATO, die aus dem Untergrund Terroranschläge verübten, wurde nicht nachgegangen. Vorhandene Beweise wurden vernichtet. Ein aussagewilliger Faschist verstarb unter mysteriösen Umständen im Gefängnis einen Tag vor seinem Vernehmungstermin.

Dass der Generalbundesanwalt jetzt diesen Fall erneut aufrollt, ist ein Sieg des über Jahre aufgebauten Drucks engagierter antifaschistischer Menschen, Anschlagsopfer und Anwälte.