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Kobanê: YPG/YPJ gehen in die Offensive - PYD-Vertreter begrüßen praktische Solidarität in Deutschland

Kobanê: YPG/YPJ gehen in die Offensive - PYD-Vertreter begrüßen praktische Solidarität in Deutschland

(Foto: Rojava Breaking News)

12.12.14 - Am 9. Dezember berichtete die Führung der YPG/YPJ (Volks- und Frauen-Verteidigungseinheiten), dass diese nach drei Monaten aus der Phase der Verteidigung in eine offensive Phase übergegangen sind. Sie haben begonnen, Kobanê und umliegende Dörfer von den faschistischen IS-Banden zu befreien. Der Stadtteil Botan im Süden der Stadt wurde inzwischen nach fünf Tagen vollständig befreit. In ihrer Erklärung gehen sie auf die logistische Bedeutung dieser Operation ein:

"Die Befreiung von Botan ist ein wichtiger Schritt nach vorn für die YPG/YPJ-Kräfte, da sie bedeutet, dass die Versorgungslinie der IS in die Stadt von der Aleppo-Straße durchtrennt worden ist. Die IS-Banden nutzten diese Route vom Dorf Termik, um ihre Verstärkung und Versorgung in die Stadt zu bringen. ... Die erfolgreich abgeschlossenen Botan-Operation ist ein wichtiger Schritt in Richtung des ultimativen Ziels der vollständigen Reinigung der Stadt von den IS. Mit der Botan-Operation wurde die Phase des Siegs in Kobanê für die YPG/YPJ eingeleitet."

Auch in der Nähe von Sinjar in Südkurdistan (Irak) gelang den mit der PKK verbundenen Befreiungskräften, den Volksverteidigungseinheiten HPG, ein Erfolg gegen die IS-Kräfte. In einer taktischen Offensive befreiten sie das Gebiet Shilo in der Nähe von Sinjar. In die Sinjar-Berge hatten sich noch vor Monaten tausende Menschen aus der Region vor den anstürmenden IS-Truppen geflüchtet und wurden dann von HPG-Kämpfern über einen freigekämpften Korridor über die türkische Grenze gerettet.

Vertreterinnen und Vertreter der PYD (Partei der demokratischen Einheit) und der Regierung des Kantons Afrin von Rojava sind gegenwärtig zu Besuch in Deutschland. In Gesprächen mit Genossinnen und Genossen der MLPD und weiteren fortschrittlichen Kräften betonten sie die große Bedeutung der internationalen Solidarität, insbesondere der Forderung nach völkerrechtlicher Anerkennung von Rojava und des Endes des Waffenembargos gegen YPG/YPJ und HPG (PKK). Sie begrüßten die unmittelbare praktische Solidarität, wie sie unter anderem in den Solidaritätsaktivitäten der MLPD geleistet wird.

Im Kanton Afrin, der wie Kobanê von allen vier Seiten durch feindliche Kräfte eingeschlossen ist, kommen immer mehr Flüchtlinge aus anderen Teilen Syriens an. Dringende Winterhilfe ist auch für die kurdischen Flüchtlinge erforderlich, die gegenwärtig in Flüchtlingscamps in der türkischen Stadt Suruc, die gegenüber von Kobanê liegt, untergebracht sind und keine Unterstützung durch das türkische Regime erhalten. Die "Zentrale Koordination Rojava und Sinjar" koordiniert dort die Verteilung der Hilfsgüter.

Sprecher Hüseyin Yılmaz teilte aktuell mit, dass sie die Eröffnung einer sechsten Zeltstadt für weitere 8.000 bis 10.000 Menschen vorbereiten und dass die Zelte durch den Kurdischen Roten Halbmond (Heyva Sor) aufgebaut worden sind. Dringend sind weitere Gelder notwendig. Er teilte mit, dass die Lagerbestände von Reis, Kichererbsen, Bohnen, Öl, Oliven, Käse und Babynahrung sehr niedrig sind. "Trotz der Einschränkungen durch den türkischen Staat werden wir unsere Bemühungen fortsetzen, die Bedürfnisse der Menschen aus Kobanê zu decken", betonte Yılmaz.

Hier der Spendenaufruf der MLPD mit einer Liste von dringend benötigten Medikamenten und medizinischem Verbrauchsmaterial.

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