Umwelt

Nach AKW-"Störfall" in der Ukraine: "Die Bevölkerung ist aufgewühlt"

Nach AKW-"Störfall" in der Ukraine: "Die Bevölkerung ist aufgewühlt"
AKW Zaporosche (foto: Maxim Gavrilyuk)

13.12.14 - Genossen der ukrainischen ICOR-Organisation KSRD (Koordinierungsrat der Arbeiterbewegung in der Ukraine) berichten darüber an "rf-news":

"Die Regierung hat so lange wie möglich versucht, den Unfall und die Abschaltung geheim zu halten. Schon am 28. November wurde das AKW abgeschaltet. Das bedeutete Stromsperrung für ganze Viertel der Stadt Saporosche (eine der großen Industriestädte der Ukraine).

Die Bevölkerung ist aufgewühlt. Es gab zum Teil Temperaturen bis minus 18° Celsius und sie hatten tagelang keinen Strom. Die Leitung des AKW gab dann zu, dass sie wegen einer 'Havarie' im Atomkraftwerk den Strom abgeschaltet hätten. 'Havarie' ist im Russischen alles von technischen Problemen über Arbeitsunfälle bis hin zu schwersten Unglücksfällen.

Das Ausmaß des Schadens kann man nur anhand der Auswirkungen der Abschaltung dieses größten AKW Europas feststellen. Strom fehlte in großen Teilen des Landes, auch in Kiew, Lviv, Odessa und anderen Städten. Ein Problem besteht in jedem Fall darin, dass das AKW noch mit sowjetischer Technik gebaut wurde, die ukrainische Regierung aber in Russland nichts mehr bestellen will. Schon im März war versucht worden, Technologie-Lieferungen für ein anderes AKW durch Lieferungen aus den USA zu ersetzen. Der Austausch funktionierte aber nicht."