Betrieb und Gewerkschaft

Automobilzulieferer Mahle will 15 Prozent Lohnkürzung

Stuttgart (Korrespondenz), 17.12.14: Wie andere Konzerne auch will die Geschäftsführung des Automobilzulieferer-Konzerns Mahle nach dem Ende der Weltwirtschafts- und Finanzkrise ihre Weltmarktposition ausbauen. Wie, das wurde Anfang November bekannt: Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden bei gleichem Lohn, Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Erhöhung der Leiharbeiter-Quote und vieles andere mehr. Insgesamt sollen die Lohnkosten um 15 Prozent gesenkt werden, gegen eine "Beschäftigungssicherung" von drei Jahren, die gegebenenfalls in einem von Mahle erklärten Ernstfall nichts wert ist.

Die anfängliche Überraschung ist der Wut und dem Widerstandsgeist gewichen. So kam der Betriebsrat im Stammwerk der Forderung nach, eine zusätzliche Betriebsversammlung am 13. November einzuberufen, die sehr gut besucht war und auf der es heiß herging. Inzwischen hat die Geschäftsführung noch einen drauf gelegt, indem sie eine Verschiebung der Lohnerhöhung der kommenden Tarifrunde fordert.

Damit ist die Auseinandersetzung in der Belegschaft entbrannt, wie sie sich zu diesem weitgehendem Angriff positioniert. IGM- und Betriebsratsspitze kritisieren diese Maßnahmen als "überzogen" und fordern von der Geschäftsführung "kreative" Lösungen. Doch das ist der Weg der Unterordnung unter die Profitpläne von Mahle, bei der dann eine Abschwächung als Erfolg propagiert werden soll. Von den Bochumer Opelanern zu lernen heißt, dass sich die kämpferischen und klassenkämpferischen Kräfte die Meinungsführerschaft erkämpfen und auf selbständige und konzernweite Kämpfe hinarbeiten.