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Türkei: Verhaftungen beim Prozess zum Gefängnismassaker vor 14 Jahren

18.12.14 - Dazu heißt es in einer Pressemitteilung von "Yorum Bremen" vom 17. Dezember:

"Im Justizpalast von Bakirköy fand am 9. Dezember der Prozess zum Gefängnismassaker, staatlicherseits 'Operation Rückkehr zum Leben' genannt, statt. Vor 14 Jahren, im Jahr 2000, wurden von 19. bis 22. Dezember die Zellen von Gefangenen mit Gewehrkugeln beschossen, mit chemischen Substanzen und diversen Bombenarten attackiert und 28 revolutionäre Gefangene ermordet. Gleichzeitig wurden die Gefangenen aufgerufen, 'sich zu ergeben'. ...

Die Verantwortlichen des Massakers, jene die die Operation leiteten und durchführten, und die erst nach unzähligen Bemühungen der Betroffenen vor Gericht gestellt wurden, verteidigten sich selbst nach 14 Jahren mit den Lügen, dass sie für das Massaker nicht verantwortlich seien, dass niemand davon gewusst habe und man lediglich Befehle ausführte. ...

Der Prozess wurde auf 6. Mai 2015 verlegt. Die Aktion vor dem Gericht, die bis zum Ende der Verhandlung fortgesetzt wurde, erhielt große Aufmerksamkeit ... Darüber hinaus erreichte uns heute über den Gefangenenangehörigenverein TAYAD die Meldung, dass drei ihrer Mitglieder heute bei einer Protestaktion vor dem Anadolu-Justizpalast brutal festgenommen wurden. Dort fand heute der Prozess zum 19. Dezember-Massaker im Ümraniye-Gefängnis statt."