Umwelt

Dreistes "Greenwashing": RAG gibt sich als Hüterin des "Trinkwasserschutzes"

Dreistes "Greenwashing": RAG gibt sich als Hüterin des "Trinkwasserschutzes"
RAG-Zeche Prosper-Haniel (foto: Abdull)

Duisburg (Korrespondenz), 23.12.14: Bei der Lektüre der Tageszeitung am vergangenen Freitag wäre mir bald die Teetasse aus der Hand gefallen. Eine vierseitige Farb-Beilage mit dem Titel "Glück auf. Wasser. Ökologie und Nachhaltigkeit im Fokus des RAG-Wasserhaltungskonzepts" sprang mir in die Augen. Ungläubig erfährt hier der staunende Leser, dass es bei der Umstellung der Grubenwasserhaltung der RAG angeblich einzig und allein um Umwelt- und Klimaschutz geht.

Durch den von der RAG geplanten Teilanstieg des Grubenwassers werde doch tatsächlich das Klima geschützt, denn "das senkt den Energiebedarf und somit den CO2-Ausstoß". Was hindert die RAG denn daran, ihre Pumpen ab sofort mit erneuerbaren statt mit fossilen Energieträgern zu betreiben? Gleichzeitig würden Flüsse wie z.B. die Emscher dann von der Einleitung "salzhaltigen Grubenwassers" entlastet.

Kein Wort zu dem geplanten Gasfracking über die stillgelegten Zechen mit massiver Einbringung von hochgiftiger Fracking-Flüssigkeit. Kein Wort von den 1,6 Millionen Tonnen Giftmüll unter Tage, welche die RAG von Mitte der 1980er Jahre bis 2006 in eine Tiefe von 800 bis 1.000 Meter in mindestens elf stillgelegte Bergwerke eingelagert hat.

Ich würde mir gerne eine ebenfalls vierseitige Beilage in WAZ, NRZ usw. wünschen mit einer Vorstellung des Buches "Katastrophenalarm!" und z.B. einem Interview mit dem Bergmann und Umweltaktivisten Christian Link, der den Giftmüll-Skandal der RAG mit anderen zusammen publik machte und dafür ein Anfahrverbot für alle RAG-Zechen bekam. Wir werden dafür kämpfen, dass dies alles tatsächlich in die Medien kommt, der dreiste Umweltschwindel der RAG aufgedeckt wird. Dass der Kampf für die vollständige Rücknahme des Anfahrverbots von Christian Link gewonnen wird, die RAG weiter in vollem Umfang abpumpen und auf ihre Kosten den Giftmüll bergen und fachgerecht entsorgen lassen muss.