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Kobanê: "Die Familien sind entschlossen, ihr Land nicht zu verlassen und Widerstand zu leisten"

Kobanê: "Die Familien sind entschlossen, ihr Land nicht zu verlassen und Widerstand zu leisten"
"Alltag" einer Familie in Kobanê (foto: firatnews.com)

22.12.14 - Die kurdische Nachrichtenagentur ANF berichtete am 15. Dezember über den "normalen" Tag einer Familie in Kobanê. In einem Bericht wird zum Leben der Cido-Familie, die im Dorf Situye - 15 Kilometer von Kobanê entfernt - lebte und in die Stadt vor den IS-Banden fliehen musste, Folgendes geschildert:

"Muslim Cido sagte, sie wollten nicht in die Türkei gehen. Sediqe Cido warnt ihre Enkelkinder, nicht hinauszugehen wegen des Granatbeschusses. Aber manche Kinder ignorieren das. Wir hören explodierende Granaten. Alle gehen hinaus und suchen die Kinder. Die Granaten waren in verwüstetem unbewohnten Gebiet explodiert. Die Kinder wurden hineingebracht. Es ist schwierig für die Kinder. Sie können nicht hinaus gehen und spielen, sie können auch nicht in die Schule gehen."

Aufgrund der schwierigen Versorgungslage ist die Lebensmittelversorgung eingeschränkt, eine Stromversorgung ist nur zeitweise mit Generatoren möglich. Es ist jetzt die Zeit, wo es sehr kalt wird. Im Bericht heißt es weiter:

"Decken werden gebracht und die Kinder kriechen unter die Decken. Das Jüngste ist gerade zehn Monate alt und die Regierung von Kobanê versorgt sie mit Milch und Babynahrung, aber das ist nicht genug. ... So ist das Leben der Zivilbevölkerung in Kobanê. Trotz der Unterstützung der Regierung und der YPG/YPJ (Volks- und Frauenverteidigungseinheiten) gibt es einen gravierenden Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten und Probleme aufgrund der fehlenden Heizungsmöglichkeiten. Das größte Problem für die Familien sind jedoch die Dutzenden von Granaten und Raketen, die täglich von den IS-Banden abgefeuert werden. Trotz alledem, die Familien sind entschlossen, ihr Land nicht zu verlassen und Widerstand zu leisten, und dies ermöglicht es ihnen, mit all diesen Schwierigkeiten fertig zu werden."