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Wichtige Erfolge im Kampf gegen den faschistischen IS

Wichtige Erfolge im Kampf gegen den faschistischen IS
Kurdische Kämpferinnen und Kämpfer in Sinjar (foto: firatnews.com)

23.12.14 - Kurz vor Jahresende gibt es für die internationale fortschrittliche und revolutionäre Bewegung gute Nachrichten. Nach den Erfolgen in der Verteidigung der Stadt Kobanê in Rojava (Westkurdistan in Syrien) wurde jetzt die Stadt Sinjar im Nordirak von vereinten kurdischen Kräften zurückerobert. Die faschistischen IS-Milizen wurden zurückgedrängt und erlitten eine empfindliche Niederlage. Sinjar ist die wichtigste Stadt in einem Korridor, der die unter Selbstverwaltung stehenden Kantone in Rojava im Westen mit den kurdischen Gebieten im Irak verbindet und im Norden an die türkische Grenze reicht. Damit wurden die eigenen Nachschubwege erleichtert und die des IS unterbrochen.

Erst Anfang August hatten IS-Truppen dieses Gebiet überrannt, tausende Menschen ermordet, Frauen vergewaltigt und versklavt. Mindestens 100.000 Menschen flüchteten in das nahegelegene Sinjar-Gebirge. Der größte Teil von ihnen wurde von bewaffneten und mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbundenen Einheiten gerettet und in Flüchtlingslager geleitet. Fast 10.000 harrten immer noch im Gebirge aus und können nun in ihre Heimat zurück.

In den bürgerlichen Medien - wie der "Bild"-Zeitung - wird der Erfolg vor allem als Verdienst der von der irakisch-kurdischen Barzani-Regierung befehligten Peschmerga und der US-Luftwaffenangriffe dargestellt. Das ist eine Verdrehung der Tatsachen. Tatsächlich waren es vor allem vereinte kurdische Kräfte, die in einer gemeinsamen Offensive den Sieg erringen konnten.

Aus Rojava waren es die militärischen Kräfte von YPG und YPJ (Volks- und Frauenverteidigungseinheiten), aus weiteren Teilen Kurdistans die Volksverteidigungskräfte HPG und die Frauentruppen von YJA Star, alles militärische Einheiten, die der PKK nahestehen. Sie arbeiten eng mit den yezidischen Volksverteidigungseinheiten YGS aus Sinjar zusammen. Mit ihnen zusammen kämpften auch Peschmerga-Einheiten der Regierung Barzani aus der autonomen Kurdenregion im Irak, die eng mit dem türkischen Regime und dem US-Imperialismus verbunden ist. Diese waren im August vor den faschistischen IS Milizen geflohen, was auf heftige Kritik auch in den eigenen Reihen stieß.

In den befreiten yezidischen Gebieten in der Sinjar-Region wollen die fortschrittlichen Kräfte nun dem Beispiel Rojavas folgen und eine demokratische Selbstverwaltung aufbauen, die verschiedene Nationalitäten, ethnische und religöse Gruppen umfasst und die den Frauen umfassende Rechte gewährt. Gleichzeitig beginnen die Niederlagen des IS auch dessen eigene Reihen zu zersetzen. Augenzeugen berichten, dass bereits über 145 IS-Milizionäre hingerichtet wurden, als Bestrafung für ihre Niederlage und weil sie in ihre Länder zurückkehren wollten (siehe Kurzmeldung).

Mit Spenden können auch im neuen Jahr der Freiheitskampf der Kurden und die vor den IS-Banden geflohenen Flüchtlinge unmittelbar unterstützt werden (aktualisierter Spendenaufruf). Am Montag, 22. Dezember, nahm ein Vertreter des Kurdischen Roten Halbmonds (KRH) Sachspenden (unter anderem zehn Kartons Medikamente, Verbandmaterial und medizinisches Gerät) in einem geschätzten Gegenwert von mindestens 7.000 Euro im ICOR-Büro in Gelsenkirchen entgegen. Er bedankte sich für die konkrete praktische Hilfe durch "Solidarität International", ICOR und MLPD. Zwei Tage zuvor waren bereits 15.000 Euro an Spenden übergeben worden (siehe "rf-news"-Bericht).

Die Solidarität mit dem kurdischen Befreiungskampf wird auch bei den Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Aktivitäten am 10./11. Januar in Berlin eine große Rolle spielen. Am 10. Januar findet in Paris eine europaweite Demonstration zum Gedenken an die vor zwei Jahren ermordeten drei kurdischen Revolutionärinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez statt.