Betrieb und Gewerkschaft

HSP-Geschäftsleitung setzt Kollegen unter Druck

HSP-Geschäftsleitung setzt Kollegen unter Druck
Transparent beim HSP-Streik am 3. Juni 2015 (rf-foto)

Dortmund (Korrespondenz) 10.07.15: Auf der Belegschaftsversammlung am 8. Juli wurde der Belegschaft von HSP (Hoesch Spundwand und Profil GmbH) in Dortmund die "Stillhalteprämie" der Geschäftsleitung zur Abstimmung vorgelegt. Diese "Stillhalteprämie" beinhaltet, dass der Stammbelegschaft eine einmalige Prämie von 10.000 Euro, auf mehrere Monate aufgeteilt, gezahlt wird, wenn die Kollegen monatlich 15.000 Tonnen Spundbohlen walzen. Damit will die Geschäftsleitung erreichen, dass der Werkschließung kein Widerstand mehr entgegengesetzt wird ("rf-news" berichtete). An die Prämie werden Bedingungen geknüpft, unter anderem dass die Kollegen nicht krank werden dürfen. Damit soll ein Spaltpilz in die Belegschaft getrieben werden.

Unterschwellig wurde durch die Geschäftsführung angedeutet: "Falls die Belegschaft dem nicht zustimmen würde, wäre keine Planungssicherheit mehr da und deshalb würde HSP dann schon im September geschlossen".

Die Urlaubszeit ist angebrochen und viele kämpferische Kollegen waren nicht da. Trotzdem stimmte ein Viertel der Belegschaft in offener Abstimmung gegen die Einführung der Stillhalteprämie! Das ist ein wichtiger Schritt, dem Spaltungsversuch der Geschäftsführung entgegenzutreten! "Wir lassen uns unseren Stolz nicht abkaufen" titelte eine Extra-Ausgabe der Kollegenzeitung "Stahlkocher". Sie kann hier gelesen werden.

Am Tag vor der Belegschaftsversammlung traf sich der Solidaritätskreis für die HSP-Kollegen. Dort wurde eine Solidaritätsadresse verabschiedet, sie kann hier gelesen werden.