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Breite Empörung über faschistischen Terroranschlag in Paris

Breite Empörung über faschistischen Terroranschlag in Paris

Ort des Attentats gegen die Redakteure der Zeitung "Charlie Hebdo" (foto: Thierry Caro)

08.01.15 - Nach vorliegenden Informationen deutet vieles darauf hin, dass es islamistisch-faschistische Terroristen waren, die bei einem Angriff auf die Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo" in Paris gestern zwölf Menschen ermordet haben. Sie schrien "Allahu akbar" und dass sie den Propheten Mohammed "rächen" wollten. Gegen das Satiremagazin waren zuvor schon mehrfach Drohungen geäußert worden. Die Redaktion stand unter Polizeischutz. Die Attentäter gingen mit großer Kaltblütigkeit vor, vieles spricht für militärisch Erfahrenheit bzw. Ausbildung.

Der Terrorakt stößt weltweit auf große Empörung. Eine Korrespondentin aus Paris berichtet: "Gestern Abend haben sich in ganz Frankreich spontan über 100.000 Menschen in zahlreichen Städten versammelt - tief erschüttert, empört und solidarisch mit den Opfern des Attentats. Demonstrationen gab es auch in vielen Ländern rund um den Globus - gegen das barbarische Attentat, für Demokratie, Pressefreiheit aber auch gegen Ausländerfeindlichkeit und rückständige Reaktionen auf das Attentat. Heute finden weitere Demonstrationen statt und am Samstag um 15 Uhr in Paris eine große auf dem Platz der Republik."

Die islamisch-faschistischen Milizen, die im Syrien-Krieg von den westlichen Imperialisten gestützt auf die reaktionären Regionalmächte Türkei und Saudi-Arabien gegen das Assad-Regime aufgebaut und gefördert wurden, haben sich dort bereits durch systematischen Terror gegen die Zivilbevölkerung einen Namen gemacht. Lange Zeit wurde es von den imperialistischen Mächten wohlwollend geduldet und unterstützt, dass die IS-Faschisten sich insbesondere gegen die revolutionären und antiimperialistischen Kräfte in Rojava (Nordsyrien/Westkurdistan) richteten. Erst als sich dagegen eine weltweite Solidaritätsbewegung entwickelte und die westlichen Interessen durch den IS-Vormarsch im Irak beeinträchtigt wurden, sah sich die US-Regierung gezwungen, halbherzig dagegen vorzugehen. Die faschistischen Attentäter von Paris rekrutieren sich gerade aus solchen Milizen bzw. ihren Rückkehrern in Europa und den USA.

Der kommende Samstag wird in Frankreich nicht nur im Zeichen des Gedenken an die jetzt Ermordeten stehen, sondern auch an die drei kurdischen Revolutionärinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez statt. Sie wurden am 9. Januar 2013 - vermutlich im Auftrag der türkischen Regierung - in Paris mit Kopfschüssen hingerichtet. Dazu findet in Paris ebenfalls eine zentrale Demonstration statt. Die Korrespondentin aus Paris schreibt dazu: "Während die Regierung Valls/Hollande nun ankündigt: 'Wir werden nicht ruhen, bis die Attentäter auf Charlie Hebdo gefasst sind', haben sie beim Mord an den drei kurdischen Genossinnen anders gehandelt. Die Familien und Aktivisten klagen sie an: 'Die Staatsraison deckt einen Mantel des Schweigens über den Mord vom Januar 2012.'"

Auch vom allergrößten Teil der Muslime werden solche faschistischen Terrorakte entschieden abgelehnt. Nicht die Religiosität großer Teile der Massen oder gar politisches Engagement religiöser Menschen ist die Grundlage für die Entstehung religiöser Fanatiker.

Mit Anschlägen wie in Paris soll Angst und Schrecken unter der Bevölkerung in den westlichen Ländern verbreitet werden. Umso entschiedener ist es abzulehnen, wenn jetzt die rassistische "Pegida"-Bewegung in Deutschland oder der faschistische Front National in Frankreich so tun, als ob das Attentat ihre Positionen bestätige. Es unterstreicht vielmehr die Forderung nach einem sofortigen Verbot aller faschistischen Organisationen - einschließlich der islamisch-faschistischen - und ihrer Propaganda, wie es von der MLPD und anderen antifaschistischen Kräften schon lange gefordert wird.

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