Betrieb und Gewerkschaft

Große Solidarität beim Prozess von Murat Günesch

Große Solidarität beim Prozess von Murat Günesch
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Hamburg (Korrespondenz), 08.01.15: Mittlerweile erhielt Murat Günesch, Betriebsratsvorsitzender und Streikführer beim neunmonatigen Streik der Neupack-Kollegen, seine achte Kündigung durch die Geschäftsführung. Dieses Mal war eine Begründung, dass er in einem Presse-Interview über den Streik angeblich falsche Namen von einem Geschäftsleitungsmitglied genannt hatte, der beim Streik einen Streikposten geschlagen hatte. Da der Betriebsrat mehrheitlich die Kündigung ablehnte, kam es wieder zum Gerichtstermin vor dem Arbeitsgericht. Der Saal platzte aus allen Nähten, 75 Kolleginnen und Kollegen waren aus Solidarität mit Murat Günesch gekommen.

Vor dem Gerichtsgebäude hatte es zuvor eine Protestkundgebung gegeben, die von DIDF-Kollegen angemeldet worden war. Dabei gaben verschiedene Redner ihrer Empörung über die Methode der Geschäftsleitung Ausdruck, die es ganz offensichtlich darauf angelegt hat, einen aktiven Gewerkschafter und Streikführer durch Mobbing-Methoden psychisch fertig zu machen. Ein Vertreter der Montagsdemo verlas die am letzten Montag einstimmig verabschiedete Solidaritätsadresse und kennzeichnete die Methode der Neupack-Bosse als systematisches Mobbing, wie es auch gegen die aktiven Kollegen bei Opel-Bochum angewendet wurde.

Der eigentliche Prozess wurde kurz nach der Eröffnung gleich wieder vertagt, da die geladenen Zeugen über die Weihnachtsfeiertage die Post nicht rechtzeitig erhalten hatten. Nächster Prozesstermin ist der 6. Februar, 11 Uhr. Die MLPD wird am 30. Januar im "Dock220" in der Stresemannstraße 220, 19 Uhr, zum Thema "Opel + Neupack – Arbeiter kämpfen um ihre Interessen" eine Diskussionsveranstaltung durchführen, wo auch der neue Neupack-Film gezeigt wird.