Politik

Reiche Wohnungsspekulanten treiben Großstadtmieten hoch - Mieter wehren sich

Reiche Wohnungsspekulanten treiben Großstadtmieten hoch - Mieter wehren sich
Mieterprotest in Berlin-Pankow (foto: pankowermieterprotest.com)

09.01.15 - Seit Beginn der so genannten "Griechenlandhilfe" hat sich die Zahl der Obdachlosen in Griechenland verdoppelt. Alleine in Athen leben 20.000 Menschen auf der Straße, darunter immer mehr, die niemals Alkohol- oder Drogenprobleme hatten, bis vor wenigen Jahren ein geregeltes Leben als Freiberufler, Akademiker oder Angestellter führten. Die von der "Troika" aus EU, EZB und IWF diktierten Krisenprogramme haben zu dramatischen Lohn- und Rentensenkungen, zu Massenentlassungen und Steuererhöhungen geführt, so dass viele ihre Mieten nicht mehr zahlen, geschweige denn Raten für Wohneigentum aufbringen können. Aber nicht alle Griechen sind von diesem Verelendungsprogramm betroffen.

Die wirklich reichen Griechen – die Reeder und Monopolmanager - haben ohnehin nie Steuern gezahlt. Jetzt schleppen sie ihr Geld angesichts immer unsicherer Zukunftsaussichten aus dem Land. Eine besonders lukrative Möglichkeit, das den Massen abgepresste Geld "sicher" und mit der Aussicht auf gute Renditen anzulegen, sind Investitionen in Immobilien – in Frankfurt, München und Hamburg, mit Vorliebe aber in der boomenden Bundeshauptstadt Berlin. Berliner Immobilien – Miets- und Bürohäuser - sind gefragt wie nie zuvor. Wobei gut ein Drittel der neueren Käufer aus dem Ausland kommt. Die meisten aus den Krisenländern der EU – und besonders viele aus Griechenland.

"Sie kaufen sich das Versprechen von Stabilität und sind dafür oft bereit, höhere Preise zu akzeptieren", berichtet Thomas Beyerle vom Immobilienverband IVG ("Die Welt", 17.12.14). Damit tragen sie maßgeblich dazu bei, dass die Mieten hier mittlerweile bundesweit am stärksten steigen. Innerhalb von nur fünf Jahren stiegen die Neuvertragsmieten in der Hauptstadt um 39 Prozent. Arbeiterfamilien und ältere Leute werden systematisch aus ihrem angestammten Wohnumfeld verdrängt. 2.300 Menschen werden in Berlin als obdachlos gezählt – deutlich mehr als noch im Vorjahr - und die Berliner Kältehilfe mahnte schon im November eine stärkere finanzielle Unterstützung für die Wintermonate an.

Gegen diese Entwicklung gibt es immer mehr Proteste. So ist in Berlin-Pankow bereits seit Monaten das "Bündnis Pankower Mieterprotest" aktiv. Am Kottbuser Tor protestiert das Bündnis "Kotti&Co" gegen steigende Mieten und veranstaltet "Lärmdemonstrationen". Die massenfeindliche Wohnungspolitik ist immer wieder auch ein Thema bei den Montagsdemonstrationen am "Tag des Widerstands".