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China: "Globe" (der Erdball) ist Programm

China: "Globe" (der Erdball) ist Programm
(Bild: Christoph Hilker | www.mocean-pictures.de)

16.01.15 - Heute verlässt das längste Containerschiff der Welt, die chinesische "Globe", den Hamburger Hafen und setzt seine Aufsehen erregende Jungfernfahrt fort. Mit einer Rekordkapazität von 19.100 Containern steht es für Chinas Ehrgeiz, seinen Export zu steigern. Vier weitere Großfrachter will China 2015 vom Stapel laufen lassen. China hat zwar sein Ziel, den Export 2014 um 7,5% zu steigern, um gut die Hälfte verfehlt. Aber im Hauen und Stechen der internationalen Übermonopole hat es in den letzten Jahren seine Position rasant ausgebaut: Im Jahr 2007 waren von den 500 größten Übermonopolen der Welt 29 chinesisch, im Jahr 2013 bereits 95.

Insbesondere in Lateinamerika und Afrika drängt der chinesische Imperialismus aggressiv vorwärts. In Lateinamerika nutzt er die Tatsache aus, dass die US-Imperialisten dort so verhasst sind, dass sie überall auf Widerstand stoßen. So wurde China zum wichtigsten Handelspartner Brasiliens und zum zweitwichtigsten Kubas und Argentiniens.

In Afrika hat China die USA und die ehemaligen europäischen Kolonialnationen bereits überholt: Hatte der Güteraustausch zu Beginn des Jahrtausends ein Volumen von knapp zehn Milliarden Dollar, so hat sich das auf über 200 Milliarden in 2012 verzwanzigfacht. Dabei geht China geschickt vor: Anders als z.B. Frankreich, das sich oft offen und direkt politisch einmischt, arbeitet China mehr subtil, vor allem auf ökonomischem Gebiet und mit einem System der kleinbürgerlichen Denkweise. So beschwört es gern eine "Bruderschaft" zwischen den "Opfern des Kolonialismus", sich selbst eingeschlossen. Das sind nicht so leicht zu durchschauende sozialimperialistische Methoden.

Dabei flutet China den Kontinent bis in den letzten Winkel mit seinen – meist minderwertigen – Waren. Die afrikanische Textilindustrie ist bereits weitgehend ruiniert. Am Aufbau afrikanischer weiterverarbeitender Industrien, die für Nachhaltigkeit sorgen könnten, besteht kein Interesse. Vor allem auf die riesigen Rohstoffvorkommen des Kontinents hat es China abgesehen. Hierfür investiert es sein überschüssiges Kapital. So sind mittlerweile in Sambia viele Minen des "Copperbelt" (Kupfergürtel) chinesisch.

Von "brüderlichem Miteinander" kann keine Rede sei. Häufig protestieren die Arbeiter gegen die Hungerlöhne und inhumanen Arbeitsbedingungen, die Bevölkerung gegen die mit dem Bergbau verbundene Umweltvergiftung, v.a. durch Schwefelsäure und -dioxid. Chinesische Sicherheitsleute schossen mehrfach auf streikende Arbeiter und richteten ein Blutbad an.

Mit dem jetzigen Ende der internationalen Weltwirtschafts- und Finanzkrise verschärft sich die internationale Vernichtungsschlacht um beherrschende Weltmarktanteile. Sie fordert die internationale Arbeiterbewegung heraus, sich enger zusammenzuschließen. Eine wichtige Adresse hierfür: die Internationale Bergarbeiterkonferenz, in der auch afrikanische Bergleute vertreten sind.