Umwelt

Hammgas stellt Antrag auf Fracking

Duisburg (Korrespondenz), 16.01.15: Vor einer Woche meldete die WAZ, dass der Unternehmensverbund "Hammgas" Gasvorkommen aus bisher unberührten Kohleflözen fördern will. Noch im Januar soll ein Antrag für eine Probebohrung im Raum Hamm bei der Bezirksregierung Arnsberg gestellt werden. Hammgas bezeichnet sein Fracking-Verfahren als "Tektomechanik", es würde angeblich ohne Chemiezusatz auskommen.

Mehrheitsgesellschafter bei Hammgas ist eine PVG GmbH – Resources Services & Management. Diese wiederum ist eine 100%-ige Tochter der Holding SK Group (Schmidt, Kranz & Co GmbH), ein international tätiger Konzern für Bergbauförderung, Tunnelbohrung usw. Die Stadtwerke Hamm halten 30% an der Hammgas. Die Beteiligung eines kommunalen Gesellschafters soll wohl auch die Akzeptanz des Gasbohrens erleichtern.

Das von PVG patentierte Tektomechanik-Verfahren soll "natürliche Migrationswege für Gas im Untergrund zu nutzen". Hammgas verweist auf "Zerrungsbewegungen" der Gesteinsschichten durch den Bergbau, die das Abfliesen des Erdgases erleichtern würden. Das ändert nichts an der Tatsache, dass

  • auch die Verbrennung von Erdgas als fossiler Energieträger zum Übergang in die globale Klimakatastrophe beiträgt.
  • durch Undichtigkeiten bei der Bohrung Methan direkt in die Atmosphäre entweicht (Methan hat ein Treibhausgas-Äquivalent von 21 verglichen mit CO2)
  • durch die Bohrungen Erdbeben ausgelöst werden können
  • auch bei einem Hochdrücken des Gases durch Wasser aus den Tiefen des Gesteins Schwermetalle und radioaktive Substanzen mit nach oben befördern würden.
  • ein vollständig chemiefreies Fracking-Verfahren bisher nicht bekannt ist.

Offensichtlich soll hier eine Schneise in die fast einmütige Ablehnungsfront des Frackings durch breite Teilen der Bevölkerung geschlagen werden. Nach dem Motto: Erst mit der scheinbar "harmlosesten" Variante salonfähig machen, und dann den Aktionsradius ausdehnen!

Deswegen: Kein Gasbohren in Hamm - jede Form des Fracking weltweit verbieten!