Politik

Mehr als 1.000 Menschen gegen "Pegida"-Auftritt in Villingen-Schwenningen

Villingen-Schwenningen (Korrespondenz), 13.01.14: Gestern Abend versammelten sich über 1.000 Menschen aus Villingen-Schwenningen und Umgebung gegen den ersten "Pegida"-Auftritt in Baden-Württemberg. Aufgerufen zur Kundgebung auf dem Villinger Marktplatz („Latschariplatz“) hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien und Kirchen aller Glaubensrichtungen.

Das Offene Antifaschistische Treffen VS (OATVS), ATIF und Teile der Alevitischen Gemeinde sowie die MLPD riefen dazu auf, sich am Münsterplatz, dem Kundgebungsort der "Pegida-Ableger", zu treffen. Hier versammelten sich ca. 200 Menschen, sehr viele Jugendliche und Migranten. Sie standen, getrennt durch eine starke Polizeikette, den ca. 50 "Pegida"-Anhängern gegenüber.

Lautstarke Parolen verhinderten, dass die Reden der "Pegida"-Leute überhaupt gehört wurden. Auch das Licht am Münster wurde – wie in Köln – abgeschaltet. Wer die "Pegida"-Kundgebung angemeldet hat, blieb genauso unbekannt wie die Redner, die sich nur mit Vornamen vorstellten. Es ist aber bekannt, dass ein führender NPD-Funktionär, Jürgen Schützinger, hier in Villingen-Schwenningen wohnt. Er sitzt auch für die „Deutsche Liga für Volk und Heimat (DLVH)“ im Stadtrat.

Es wurden z.T. eindeutig faschistische Parolen wie „Deutschland den Deutschen!“ gerufen, die aber sofort von den Antifaschisten übertönt wurden. Nach ca. 1,5 Stunden zogen die "Pegida"-Anhänger wieder ab, die Polizei ebenso. Von vielen Teilnehmern der Kundgebung auf dem Marktplatz wurde kritisiert, dass diese Kundgebung nicht direkt auf dem Münsterplatz stattfand, um den "Pegida"-Anhängern keinen Raum zu geben.