Politik

Kämpferischer Samstag in Chemnitz

Chemnitz (Korrespondenz), 19.01.15: Mit Bussen waren sie aus Zwickau, Leipzig, Dresden und vielen anderen Städten des IGM-
Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen zum Auftakt der Tarifrunde nach Chemnitz gekommen. Die Stimmung war super und kämpferisch.

"Wir laufen uns warm", sagte IG-Metall-Sprecher Bodo Grzonka. Am Demonstrationszug vom Industriemuseum zur Chemnitzer Messe nahmen rund 500 Metaller teil, darunter auch viele Jugendliche. Bei der anschließenden Veranstaltung waren es rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Zur Diskussion regte auch die  Regionalzeitung "Stimme Elbe-Saale" gegen "Pegida" an. Es gab Zustimmung, Daumen hoch, aber auch Debatten: "Was hat das mit der Tarifrunde zu tun?" Argumente wie "Die Arbeiter müssen international zusammenhalten. Jede Spaltung schadet der Gewerkschaftsbewegung und schwächt uns. Wir müssen an die Ursachen der Flüchtlingsbewegung, das internationale Finanzkapital. Sie beuten in Deutschland und in anderen Ländern die Menschen und Rohstoffe rücksichtslos aus", machten nachdenklich. Es zeigte sich aber, das wir noch viel mehr über diese Ursachen und Gemeinsamkeiten in der Arbeiter- und Flüchtlingsbewegung diskutieren müssen.

Am Nachmittag beteiligten sich noch eine Reihe Kolleginnen und Kollegen an der Kundgebung  der Flüchtlingsbewegung und der Demo gegen die rassistische "Chemnitz wehrt sich". Auf der Kundgebung sprachen nach der Eröffnung von "Asylum seekers movement" die Ausländerbeauftragte der Stadt, Vertreter von Linkspartei, Grünen, MLPD. Eine Resolution von 30 Mitarbeitern betonte die positive internationale Zusammenarbeit an der TU Chemnitz. Der DGB-Vorsitzende Sachsens, Ralf Hron, kündigte in seiner Rede eine Demo am 9.2.2015 gegen "Cegida" an, was viel Beifall bekam.

Es kam ein großer Zusammenhalt und Entschlossenheit zum Ausdruck. Die etwa 600 Teilnehmer stellten sich den knapp 500 Teilnehmern des rassistischen Aufmarschs entgegen.