Politik
Stellen sich quer: Berlin, Essen, Duisburg, Wiesbaden, Lübeck, Hameln, München ....
20.01.15 - Zehntausende trugen am vergangenen Wochenende und gestern Abend ihren Protest und ihren Abscheu gegen die rassistisch-faschistoide Pegida-Hetze auf die Straße. Deutliche Kritik an den bürgerlichen Politikerinnen und Politikern sowie Medien, darunter Talkmaster Jauch, wird laut. Es muss Schluss sein mit der Verharmlosung, Beschönigung und Aufwertung der konterrevolutionären, rassistischen Bewegung. Das wird auch der Schwerpunkt der nächsten "Rote Fahne" Printausgabe sein, die am kommenden Freitag erscheint. (bestellen)
Eine Korrespondentin aus Lübeck schreibt: "Die Demonstration am Samstag in Lübeck fand auch zum Gedenken an die Brandkatastrophe vom 18. Januar 1996 statt. Zehn Menschen in einem Asylbewerberheim starben, 38 wurden verletzt. Das breite Bündnis erwartete 800 Menschen zur Demo, es kamen 4.500!"
In Wiesbaden gingen gestern abend bis zu 8.000 Menschen auf die Straße, mit vornedran der REBELL: "Die Oberschüler- und Studentengruppe des REBELL Wiesbaden griff in einem Flugblatt die Scheinheiligkeit der Herrschenden an und zeigte auf, dass die von ihnen betriebene imperialistische Politik zehntausende Menschen in den Tod und Hundertausende in die Flucht treibt. 400 Flugblätter wurden verteilt und viele interessante Gespräche geführt."
Mit Essen erteilte am Samstag eine weitere Großstadt "Pegida" und ihren Ablegern eine Abfuhr. Bereits im Vorfeld zogen die 'Hooligans gegen Salafisten' (HogeSa) ihre Demonstrationsanmeldung zurück und erklärten den Verzicht auf Rechtsmittel gegen das ausgesprochene Verbot. Diese Kapitulation auf ganzer Linie ist ein Riesenerfolg des antirassistischen und antifaschistischen Widerstands, der sich in Essen innerhalb kurzer Zeit und in nie gekannter Breite auf Initiative des Bündnisses 'Essen stellt sich quer' formierte:
"Über 150 Organisationen und Einzelpersonen unterstützten den Aufruf. Darunter zahlreiche Essener Sportvereine, Rot-Weiß Essen, MSV Duisburg, Rot-Weiß Oberhausen, VFL Bochum, nahezu alle Essener Jugendverbände, Parteien von MLPD bis CDU, Religionsgemeinschaften, Initiativen und Verbände, Künstler, Medien, Gewerkschaften usw. Auch OB Paß (SPD) rief zur Teilnahme auf. ... Die MLPD und ihr Jugendverband REBELL nahmen aktiv teil, verankerten die Forderung nach dem Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda und führten zahlreiche Gespräche. Dabei stießen wir auf eine große Aufgeschlossenheit. Schnell führte die Diskussion zur Frage nach den grundsätzlichen Ursache der Probleme. Viele waren sich einig, dass diese im Kapitalismus liegen. Über die Notwendigkeit der Organisiertheit im Kampf für unsere Zukunft konnte oft noch keine Einigkeit hergestellt werden. ... Das Flugblatt der MLPD Essen wurde gerne genommen."