Umwelt

Vor 30 Jahren: Smog-Alarm im Ruhrgebiet

23.01.15 - Vor 30 Jahren, am 18. Januar 1985, wurde im Ruhrgebiet zum ersten Mal in Deutschland Smog-Alarm der höchsten Stufe 3 ausgelöst. Eine ätzende graue wabernde Nebelmasse versperrte den Menschen die Sicht, jeder Atemzug brannte, die Menschen husteten, viele bekamen nur noch schlecht Luft. Es kam in den folgenden Tagen zu vielen Erkrankungen und Todesfällen. Es wurde ein weitgehendes Fahrverbot verhängt und die Drosselung der Industrieproduktion. Ab einer Luftbelastung mit Schwefeldioxid von 600 Mikrogramm pro Kubikmeter musste laut Smog-Verordnung Warnstufe 1 gegeben werden, bei der dreifachen Überschreitung, also ab 1800 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, trat die Stufe 3 in Kraft.

Der große Smog-Alarm vor 30 Jahren endete am 21. Januar, nachdem Wind aufgekommen war, der die üblen Schwaden weg wehte. Anschließend brach ein Sturm der Entrüstung los und die Umweltpolitik der bürgerlichen Parteien stand im Zentrum der Kritik der Massen. Es wurden als Reaktion darauf weitere Elektrofilter und Entstaubungsanlagen gebaut, die Katalysator-Pflicht für Autos eingeführt. Heute liegen die Schwefeldioxid-Werte in der Luft in etwa bei einem Zehntel der Werte von 1985. Das zeigt einen gewissen Erfolg der damaligen Umweltproteste.

Ist deswegen nun das Luftbelastungsproblem gelöst? Mitnichten! Mit der Herausfilterung des Grobstaubs wurde das Feinstaubproblem geschaffen, das laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich 47000 Todesfälle in Deutschland verursacht, 350000 in der EU und weltweit 2,1 Millionen! Die Filterstäube und verbrauchten Filter werden als Giftmüll auf Deponien und in stillgelegte Bergwerke „entsorgt“ - allein in stillgelegten Zechen der RAG liegen 1,6 Millionen Tonnen Giftmüll unter Tage!

„Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft“ fordert die MLPD: „Sukzessives und dann vollständiges Ersetzen fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien! Energiegewinnung vor allem aus Sonne, Wind, Wasser und Bioabfällen! Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 70 bis 90 Prozent bis zum Jahr 2030 und klarer Kurs auf Absenkung des CO2-Gehalts in der Luft auf 350 ppm!“

Diese Forderung ist nicht nur geeignet im Kampf gegen die globale Klimakatastrophe, sondern auch gegen Luftverschmutzung und Feinstaub-Belastungen! Über Weg und Ziel des Umweltkampfes heißt es dort: „Weltweiter aktiver Widerstand gegen die drohende globale Umweltkatastrophe! Kampf für eine sozialistische Gesellschaftsordnung, in der die Einheit von Mensch und Natur gesellschaftliche Leitlinie ist!“

(siehe auch „Katastrophenalarm“ S. 277-280)