Umwelt

Unverantwortliche Lagerung von Atommüll

Unverantwortliche Lagerung von Atommüll
Protest gegen Atommüll (foto: michaela)

27.01.15 - Am 16. Januar entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass das Atommüll-Zwischenlager beim AKW Brunsbüttel in Schleswig-Holstein selbst nach den völlig unzureichenden Vorschriften und Gesetzen illegal ist, weil es nicht den notwendigen Sicherheitsstandards entspricht. Der Betreiber Vattenfall, einer der vier Energiemonopole in Deutschland, müsse sich um Ersatz kümmern. In diesem Zwischenlager sind neun Castor-Behälter mit hochradioaktivem Müll deponiert.

Das AKW ist im vergangenen Jahr schon in die Schlagzeilen gekommen, weil in einem unterirdischen Keller 154 von 630 dort lagernden Fässern mit schwach- und mittelradioaktivem Müll stark beschädigt vorgefunden wurden. Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne) ficht dies nicht an. Er entschied per Anordnung, dass die weitere Einlagerung der neun Castoren in Brunsbüttel für drei Jahre geduldet wird (shz.de vom 20.01.15).

Schon seit Beginn des Betriebs von AKWs ist klar, dass die Entsorgung der dabei entstehenden Folgeprodukte ungelöst ist. Die AKW-Betreiber schoben deshalb ihre Verantwortung und die immensen Kosten hierfür über das Atomgesetz von vorneherein auf den Bund ab. Auch der Staat geht allerdings völlig verantwortungslos mit diesem Müll um. Die Bevölkerung, die in der Nähe der bestehenden Zwischenlager für radioaktiven Müll wohnt, wie Gorleben, wehrt sich zu Recht seit Jahren gegen die regelmäßigen Castor-Transporte.

Die Suche nach einem geeigneten Endlager für die radioaktiven Abfälle ist bisher in keinem Land der Welt erfolgreich gewesen. Der radioaktive Abfall strahlt zum Teil noch Millionen von Jahren und gibt dabei Wärme ab. Kein Mensch kann sagen, was in dieser Zeit passieren wird. Die Erde verhält sich eben nicht so, wie die Atomindustrie es gerne hätte. Mit jeder Bohrung in das Gestein der Erde wird dieses seine Konsistenz verändern. So wurde inzwischen ja auch bewiesen, dass durch die Bohrungen bei Fracking Erdbeben ausgelöst wurden. Für die internationalen Energiemonopole ist das alles kein Grund, mit ihrer menschenverachtenden Atom- und Fracking-Politik aufzuhören. Um ihrer Profite Willen zerstören sie die Lebensgrundlagen der Menschheit.

Stefan Engel, der Vorsitzende der MLPD schreibt im Vorwort zu seinem Buch „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“: „Dieses Buch lässt keinen Zweifel daran, dass die Menschheit die Umweltfrage nicht dem herrschenden Gesellschaftssystem überlassen darf. Sie wird sonst untergehen in der kapitalistischen Barbarei!“ Die MLPD fordert die sofortige und weltweite Stilllegung aller Atomanlagen! Höchste Sicherheitsstandards bei Lagerstätten des Atommülls!