Sozialismus

Dresden: Vor 70 Jahren zerbombt - heute nazifrei

Dresden: Vor 70 Jahren zerbombt - heute nazifrei
Dresden nach dem Angriff (foto: Bundesarchiv/CC BY-SA 3.0)

13.02.15 - Vor 70 Jahren verwandelten vier schwere Bomberangriffe mit ca. 1.500 Flugzeugen der britischen Royal Air Force und der US Air Force vor allem die Altstadt Dresdens in eine Flammenhölle. 25.000 Menschen starben. Diese Angriffe, die vor allem die Zivilbevölkerung trafen, waren ein Bestandteil vor allem der britischen Luftkriegsstrategie, die deutsche Bevölkerung durch Flächenbombardements moralisch zu zermürben. Willi Dickhut, einer der Vordenker und Mitbegründer der MLPD, schrieb dazu:

"Durch die Bombardierung deutscher Städte, Zertrümmerung der Häuser, Vernichtung des persönlichen Hab und Guts, Opfer an Menschenleben usw. entstand eine moralische Zersetzung, eine antifaschistische Stimmung und damit ein innenpolitisches Problem. Die Propaganda der Vergeltung hat diesen Prozess aufgehalten, nicht weil die Massen dem englischen Volk das gleiche Leid und Elend wünschen, sondern weil sie von der Vergeltung das Unterbinden des Bombenkriegs auf Deutschland erhoffen. Sie sehen nicht, daß als Folge ein um so fürchterlicheres Bombardement sie treffen wird. ..." ("Proletarischer Widerstand gegen Faschismus und Krieg, Bd. 2, S. 582)

Der grausame Höhepunkt dieses "Moral Bombing", wie der britische Luftmarschall Arthur Harris das von ihm durchgeplante Vorgehen zynisch nannte, war Dresden. Durch die hohen Opferzahlen und die Fokusierung auf die Zivilisten als Ziele war die Zerstörung der Stadt durch Luftminen, Spreng- und Stabbrandbomen ein Verbrechen und in den Auswirkungen ähnlich wie das Einäschern der Stadt Coventry durch die deutsche faschistische Luftwaffe.

Unter diesem Eindruck sah sich der damalige britische Premierminister Winston Churchill gezwungen, zu erklären: "Der Moment scheint mir gekommen, wo die Frage der Bombardierung deutscher Städte einfach zum Zwecke der Erhöhung des Terrors, auch wenn wir andere Vorwände nennen, überprüft werden sollte. Sonst werden wir die Kontrolle über ein total verwüstetes Land übernehmen. ..." ("Winston Churchill - Der späte Held", Beck, München 2014, S. 42)

Die sozialistische Sowjetunion hat sich an der Bomberpolitik der West-Allierten nicht beteiligt. So erklärte Dresdens erster Nachkriegsbürgermeister Walter Weidauer beim Gedenktag am 13. Februar 1946: "Die Rote Armee hat keine Bombenangriffe auf Zivilisten durchgeführt und die Zerstörung Dresdens ist militärisch vollkommen sinnlos gewesen."

Der Gedenktag ist allerdings seit 2007 ein Anlass für Faschisten, um sich zu angeblichen Trauermärschen zu versammeln. Diese wurden jedoch in den vergangenen Jahren durch eine vielfach größere Zahl von Antifaschisten verhindert.

Spaltung in der antifaschistischen Bewegung geht von den sogenannten "Antideutschen" aus. Diese "ganz harten" Kritiker "Deutschlands" sind eine ehemalige Minderheit des aufgelösten "Kommunistischen Bund" (KB oder KB Nord). Sie setzen den Hitler-Faschismus als Herrschaftsform des deutschen Monopolkapitals mit den breiten Massen der Bevölkerung gleich, die pauschal der "Schuld" am II. Weltkrieg und der Shoah bezichtigt werden. Folgerichtig provozieren "Antideutsche" in Dresden mit der Parole "No tears for krauts" ("Keine Tränen für Krauts" – englisches Schmähwort für Deutsche). Die Masse der Antifaschisten hat sich empört von solchen Parolen distanziert.

Das Bündnis "Dresden Nazifrei", an dem auch die MLPD mitarbeitet, ist auch an diesem Jahr aktiv, um faschistische Aktivitäten in der Stadt zu unterbinden. Bei Redaktionsschluss haben sowohl die reaktionäre AfD als auch die faschistische NPD-Jugend (JN) ihre Aktionen in Dresden abgesagt.

Allerdings wurde zu kleinen (reaktionären) "Mahnwachen" in der Umgebung aufgerufen, zu deren Unterbindung ebenfalls aktuell mobilisiert wird. Erfolgreich stattgefunden hat dafür ein antifaschistischer Mahngang mit dem Titel "Täterspuren", der laut "Dresden Nazifrei" über 1.000 Teilnehmer zählte.

Die Lehre am 70. Jahrestag ist, den Faschismus in aller Konsequenz zu bekämpfen. Er hat den II. Weltkrieg vom Zaun gebrochen und ist damit auch ursächlich für das Bombardement Dresdens verantwortlich. Bis heute steht der Imperialismus für eine barbarische Politik des Faschismus verschiedener Spielarten, Hunger, Not, Elend, besondere Unterdrückung der Masse der Frauen und Umweltzerstörung. Mit seiner ungleichmäßigen Entwicklung hat er in der Ukraine eine akute Kriegsgefahr zwischen den imperialistischen Hauptblöcken beschworen. Erst wenn seine Herrschaft nach einer sozialistischen Revolution beseitigt und er durch vereinigte sozialistische Staaten abgelöst ist, werden imperialistische Kriege vom Erdball verschwinden.