Betrieb und Gewerkschaft

Zweiter Warnstreik in Berlin Spandau - Selbstbewusstsein wächst

Berlin (Korrespondenz), 14.02.15: Es beteiligten sich rund 2.150 Kolleginnen und Kollegen aus 15 Betrieben, darunter BMW-Motorradwerk, Siemens (Schaltwerk, Meßgeräte, Dynamowerk, Power and Gas, Mobility), Osram, Atos und BSH.

Hauptrednerin war Irene Schulz vom Bundesvorstand der IG Metall, sie sagte in ihrer Rede: "Eure hervorragende Beteiligung ist ein starkes Signal über Siemensstadt hinaus, es ist vor allem ein starkes Warnsignal an die Arbeitgeber. Und das brauchen wir, um den Druck zu erhöhen – deshalb setzen wir die Warnstreiks bundesweit fort. (...) Mehr als 560.000 Kolleginnen und Kollegen haben sich bis heute bundesweit an den Warnstreiks beteiligt! (...) Die Miniangebote in allen Tarifgebieten machen deutlich: Ohne massive Gegenwehr von uns bei den Tarifverhandlungen wird keine akzeptable Lösung herauskommen."

Die Unternehmerverbände sind bisher nicht bereit, auf die drei Forderungen der IG Metall einzugehen. Beim Lohn bleiben sie bei untragbaren 2,2%. Eine bessere Altersteilzeitregelung und eine deutliche Lohnerhöhung sind den von "rf-news" befragten Kolleginnen und Kollegen besonders wichtig.

Zur angekündigten Arbeitsplatzvernichtung bei Siemens sagte Irene Schulz "Prozessverbesserungen, Abbau von Overhead, da wo es sinnvoll ist – ja, aber nicht immer wieder auf Kosten der Beschäftigten! Diese Gleichung gehen wir nicht mit!"

Mit größerem Selbstbewusstsein gingen die Kolleginnen und Kollegen nach der Kundgebung wieder in die Betriebe. Hier ist es wichtig, die Diskussion um die Ausweitung der Tarifbewegung sowie Urabstimmung und Erzwingungsstreik zu führen.

Die nächste Verhandlungsrunde für Berlin und Brandenburg ist am 17. Februar. Bis zum 11. Februar haben sich bereits 24.000 Metaller/-innen an den Warnstreiks im Tarifbezirk Berlin, Brandenburg, Sachsen beteiligt.