Politik

8. März: Frauenpower deutschlandweit

8. März: Frauenpower deutschlandweit
Gesehen am 8. März in Stuttgart (rf-foto)

10.03.15 - An dieser Stelle veröffentlicht "rf-news" noch einmal alle eingegangenen Korrespondenzen zum Internationalen Frauentag. Vielen Dank an alle Korrespondentinnen und Korrespondenten:

Lübeck (Korrespondenz): Das Hoch „Karin“ hatte den Ständen zum Internationalen Frauentag in der Lübecker Innenstadt wundervolles Frühlingswetter beschert. Frauen, die an den Ständen von Linkspartei und SPD vorbeigingen, bekamen eine Rose und ein Flugblatt in die Hand gedrückt. Richtige Frauenpower war aber an den drei Ständen vom Frauenverband Courage, kurdischen Frauen und MLPD zu spüren. Mit dem gemeinsamen Lied „Brot und Rosen“ wurde das offene Mikrophon eröffnet. Eine junge Frau vom kämpferischen Frauenrat griff den frauenfeindlichen Film „Fifty Shades of Grey“ an und die Politik der SPD zur Legalisierung der Prostitution. Die Honoratioren der SPD am Stand daneben setzten verärgerten Mienen auf, hatten aber nichts zum Kontern. Das Frauenbüro war nicht auf der Straße. Sein Gegenprogramm „Bewegung, Frauen!“ mit Einladung in einen Tanzsalon für 15 Euro bekam ebenfalls sein Fett weg. Es wurde hervorgehoben, wie lebendig sich die kämpferische Frauenbewegung in Rojava, in Deutschland mit dem Frauenpolitischen Ratschlag und der Prozess zur Weltfrauenkonferenz in einem Jahr in Nepal entwickelt. Die kurdischen Frauen jubelten begeistert, als ihr Befreiungskampf hervorgehoben wurde und sangen zwei kurdische Lieder. Die MLPD stellte sich als revolutionäre Partei und die Streitschrift zur Befreiung der Frau vor und verteilte Einladungen zu der Frauentagsveranstaltung der MLPD-Gruppen in Schleswig-Holstein um 15 Uhr. Dort gab es erst einmal Essen und Getränke zur Stärkung. 20 Besucherinnen und Besucher lauschten einem interessanten Vortrag über die Grundsätze der Frauenpolitik der MLPD, eine Gewerkschafterin von der Uniklinik berichtete vom Tarifrundenstreik und der großen landesweiten Demonstration am 11. März in Kiel. Eine Couragefrau berichtete, wie ihr die Organisierung im Frauenverband half, mit einer kleinbürgerlichen Prägung in ihrem Elternhaus fertig zu werden. Eine Genossin aus Kiel schilderte sehr anschaulich, wie die Befreiung der Frau im Sozialismus mit der Vergesellschaftung von Aufgaben der Reproduktion, die heute alle der Familie aufgedrückt werden, voranschreitet. Gut gestimmt sangen wir zum Abschluss „Hefte an dein Herz“.

Dresden (Korrespondenz): Seit Jahren gelang es wieder eine breitere Aktionseinheit für eine schöne Straßenaktion zum 8. März in Dresden zustandezubringen. Sie fand große Anerkennung und Aufmerksamkeit auch von zahlreichen Passanten. Viele blieben stehen, hörten den vielen Beiträgen am offenen Beiträgen zu und klatschten bei den Tanzeinlagen nach "One billion rising". Insgesamt gab es zehn Infostände und zahlreiche Beiträge von SPD, Courage, Linke, MLPD, Grüne, IGBCE-Frauenausschuss, Umweltgewerkschaft, Frauenbildungshaus, Ausländerrat und vielen Einzelfrauen .... . Auch SPD-OB Kandidatin Eva-Maria Stange hielt ein Grußwort. Es gab bewegende Beiträge gegen die Prositution, Sexismus bis zur doppelten Ausbeutung und Unterdrückung der Frau, zu den frauenfeindlichen Arbeitsbedingungen bei "Boss" , zur Solidarität mit den Frauen in Rojava, der Weltfrauenprozess bis zum Kampf für eine befreiten Gesellschaft. Von allen wurde die Aktion als sehr gelungen empfunden und betont, dass die überparteiliche Zusammenarbeit weiter gehen muss - nicht nur zum 8. März und dem Tag "One billion rising" am nächsten 14. Februar, sondern auch zum Antikriegstag und dem internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen am 25. November ... .

Recklinghausen (Korrespondenz): „Es geht um die gemeinsame Sache der gesellschaftlichen Gleichstellung der Frauen“. Dafür setzten sich am Samstag auf dem Marktplatz der Frauenverband Courage, die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, die MLPD, IG-Metallfrauen, die Umweltgewerkschaft, die stellvertretende Bürgermeisterin von den Grünen und die Vorstandsfrau der kurdischen Frauenorganisation Ceni ein. Ein Highlight war der Auftritt der Mädchentanzgruppe des Kinder- und Jugendtreffs WILMA aus Recklinghausen-Süd.

Von der schönen gemeinsamen Aktion bei bestem Wetter mit tollen Schildern und Transparenten, Kaffee, Kuchen und einer große Kiste Hörnchen ging eine Ausstrahlung aus, die viele Frauen anzog. Die zahlreichen gut vorbereiteten Beiträge brachten eine breite Themenvielfalt zum Ausdruck und trafen auf Interesse. So z.B. Fragen der Flüchtlingssituation und der internationale Solidarität, der Gewalt an Frauen und Geburt unter Profitgesichtspunkten, der Arbeitssituation oder Ernährung und Umwelt sowie zur Perspektive der Befreiung der Frau im Sozialismus. Die Botschaft „An der Lage der Frauen müssen wir gemeinsam etwas ändern“ traf das Lebensgefühl der Frauen und der Gedanke, sich dafür zu organisieren war gar nicht mal so fremd.

Berlin (Korrespondenz): In Berlin demonstrierten mehre tausend Menschen mit dem breiten Bündnis Frauenkampftag vom Rosa-Luxemburg-Platz zum Brandenburger Tor. Im zweiten Jahr haben sich unter der Losung „Feministische Kämpfe verbinden“ aus dem ganzen Spektrum der kämpferischen Frauenbewegung zu einer eindrucksvollen kämpferischen Demonstration zusammengetan.

Ob junge Frauen gegen Sexismus, streikende Lehrerinnen, Krankenschwestern der Charité und revolutionäre Frauen mutig wurden ihre Forderungen auf die Straße getragen. Zahlreiche Familien und Männer beteiligten sich z. B. mit „Love sex hate sexsism“-Plakaten. Die MLPD trat mit Fahnen, Transparent und der Rede von Gabi Wallenstein auf. Sie sagte: „Wir brauchen eine Gesellschaft wo die Frau befreit ist und die Einheit von Mensch und Natur im Mittelpunkt steht, das ist aus meiner Sicht der echte Sozialismus. Sprengen wir die Ketten.“

Friedrichshafen (Korrespondenz): Das herrliche Wetter mit Blick auf das Schweizer Alpenpanorama lockte viele Menschen nach draußen. Die Kundgebung zum Internationalen Frauentag, organisiert vom Frauenbündnis in Friedrichshafen stieß auf großes Interesse. Etwa 50 Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Organisationen – Deutsch-Kurdischer Verein, Frauenverband Courage, Umweltgewerkschaft und andere – waren anwesend und diskutierten mit den Passanten. Ein Schwerpunkt der Beiträge war die Befreiung von Kobanê von den islamistischen Faschisten und der weitere Kampf für eine befreite Gesellschaft, wobei die Frauen eine wesentliche Rolle spielen. Weitere Themen waren Prostitution angesichts der Tatsache, dass es allein in Friedrichshafen 17 Bordelle gibt; die Gewalt gegen Frauen, die trotz aller Gleichberechtigungsparolen der bürgerlichen Parteien bestehende Ungleichheit zwischen Mann und Frau in vielen gesellschaftlichen Bereichen, aber auch Umweltfragen. Die Rednerinnen betonten, dass sie Teil der Weltfrauen sind und mobilisierten zur Unterstützung der Vorbereitung der nächsten Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Nepal. Vertreter der Umweltgewerkschaft, die auch eingeladen war, stellten diese vor und warben Mitglieder. Es wurde einige Bücher verkauft wie die Streitschrift zur Befreiung der Frau oder „Katastrophenalarm!“. Mehrere Frauen wollten auch in engeren Kontakt treten und trugen sich in die Listen von Courage und des Frauenbündnisses ein. Auch für die Umweltgewerkschaft wurden neue Mitglieder bzw. Interessenten gewonnen. Es war insgesamt eine sehr erfolgreiche Kundgebung, die allen Auftrieb gab für die weitere Arbeit.

Esslingen (Korrespondenz): Bei strahlendem Sonnenschein setzten heute 50 bis 70 Frauen, Mädchen, Männer und Kinder in Esslingen ein Zeichen! Dieses Jahr waren wir mehr Esslinger Organisationen als in frühreren Jahren. Ein Bündnis von alevitischem Verein, Frauenverband Courage Esslingen-Nürtingen, Deutsch-Kurdischem Verein, FÜR Esslingen und der MLPD waren sich einig: eine kämpferische Aktion auf der Straße muss es sein!

Mit Infoständen, Information, Kuchen, Liedern von der wunderbaren Straßensängerin Tatjana aus Karlsruhe und vielen Redebeiträgen war dies die erfolgreichste Aktivität zum Internationalen Frauentag auf der Straße.

Befin vom deutsch-kurdischen Verein erzählte von den Frauen in Kobane und ihrem heldenhaften bewaffneten Kampf gegen die IS Truppen. Ursula Hannemann von der Umweltgewerkschaft machte auf die drohende Zerstörung der Umwelt und was dies schon heute für Frauen bedeutet, aufmerksam. Gabi Conrad vom Frauenverband Courage forderte unter anderem bezahlbaren Wohnraum in Esslingen. Das Gesetz zur „Mietpreisbremse“ ist noch nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Altersarmut ist auch besonders wegen der überteuerten Mieten unter Frauen enorm gestiegen. Gegen den Angriff auf die Gemeinnützigkeit von Courage durch das Wuppertaler Finanzamt, als eine Methode der Unterdrückung der kämpferischen Frauenbewegung, wurden etliche Unterschriften gesammelt.

Sigrit vom Wahlbündnis FÜR Esslingen rief zur Solidarität mit dem Kampf ihrer Gemeinderätin Dilek Toy gegen deren Abmahnungen und Unterdrückung auf ihrer Arbeitsstelle auf. Der Kampf um die Befreiung der Frau in einer sozialistischen Gesellschaft stand im Mittelpunkt des Redebeitrags der Rednerin Heike Knaur von der MLPD Esslingen. Eine Vertreterin der Ceni-Frauen hielt einen Redebeitrag wie sich die Situation der Frau seit dem Internationalen Frauentag verändert hat. Eine erfolgreiche Aktion zum Internationalen Frauentag die morgen mit uns beim Internationalen Frühstück beim Alevitischen Verein in der Ulmer Straße 30/1 in Esslingen gefeiert werden kann.

Der alevitische Verein Esslingen und seine engagierten Frauen waren tolle Gastgeberinnen. Mit einem reichhaltigen Buffet wurden mehr als 100 Gäste bewirtet, so dass die Räumlichkeiten aus allen Nähten platzten. Ein tolles Buffet zu dem viele Frauen engagiert und ideenreich beigetragen hatten war ein voller Erfolg. 600 Euro an Spenden konnte für Kobanê gesammelt werden. Alle Organisationen hatten sich entschieden, den Überschuss für den Wiederaufbau von Kobanê zu spenden. Mit Liedern und Gitarre von zwei Couragefrauen und wunderbaren Gesangseinlagen einer kurdischen Frau stieg die Stimmung. Beim Lied „Kobanê Kobanê“ wurde zweisprachig gesungen und der ganze Raum verlangte Zugabe. Das Bündnis stellte mit einer Rede die zentralen Inhalte des diesjährigen Frauentags vor: der Mietwucher in Esslingen, den Kampf um ein neues Prositutionsgesetz, die Befreiung von Kobanê, der Kampf um soziale Errungenschaften, gegen die Abmahnungen der Esslinger Gemeinderätin Dilek Toy, für die Wiedererlangung der Gemeinnützgkeit von Courage usw. Dieser Frauentag war eine neue Qualität der Frauenarbeit ganz im Zeichen des proletarischen Internationalismus und des Solidaritätspakts mit Kobanê.

Göttingen (Korrespondenz): In Göttingen begann der Internationale Frauentag am Samstag, 7. März um 11 Uhr mit einer Stadtralley des DGB mit verschiedenen Stationen, an denen Fragen zu Frauenrechten thematisiert wurden. Zum Beispiel: „Wann wurde das Frauenwahlrecht in der Schweiz eingeführt?“, aber auch Fragen zu Clara Zetkin und der deutschen Frauenbewegung, vor allem in den Gewerkschaften. Von 12 Uhr bis 14 Uhr waren dann Aktivitäten verschiedener Gruppen auf dem Gänselieslmarkt im Stadtzentrum von Göttingen, von 14 Uhr bis 16 Uhr fand eine Kundgebung der antifaschistischen Linken statt. Die MLPD führte einen Infostand durch und beteiligte sich so an den Aktivitäten des Internationalen Frauentages, ein Genosse nahm zuvor an der Stadtralley teil. Unter den ca. 150 bis 200 Teilnehmern der Kundgebung und an Passanten wurden insgesamt über 100 Flugblätter mit einer Einladung zu einer Veranstaltung der MLPD anlässlich des Internationalen Frauentages am 15. März verteilt, innerhalb kurzer Zeit haben wir unser gesamtes Kontingent an „Roten Fahnen“ verkauft, zwei „REBELL“-Magazine, einen „Katastrophenalarm!“ und verschiedene Broschüren sowie das Programm der MLPD, und sind mit unseren Positionen auf ein breites Interesse gerade unter Jugendlichen gestoßen. Allerdings gab es auch eine antikommunistisch motivierte Skepsis gegenüber der MLPD. In einigen Gesprächen unter den Teilnehmern wurde das Thema der Veranstaltung – die Nahostkonferenz der Basisfrauen im Herbst 2014 in Vorbereitung auf die Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen und die Erfolge der Befreiung der Frau in Rojava – positiv aufgefasst, teilweise aber mit einer negativ behafteten Bemerkung, dass es sich dabei um die MLPD handele. Das zeigt, dass die internationale Solidarität mit dem Befreiungskampf der Kurden unter Jugendlichen eine wichtige Rolle spielt aber auch, dass sie lernen müssen mit dem modernen Antikommunismus fertig zu werden. Wir haben hoffentlich bleibende neue Kontakte geschlossen. Am Abend waren Genossen der MLPD zu einer Veranstaltung des anatolischen Kulturvereins eingeladen anlässlich des Internationalen Frauentages, die leider auf Türkisch stattfand. Wir haben weitere 50 Flyer verteilt und „REBELL“-Magazine verkauft. Unsere Veranstaltung wurde positiv aufgefasst und nicht wenige der Migranten möchten kommen.

München (Korrespondenz): „Mutig und weltweit“ – dieses Motto verkörperte die breite Aktionseinheit zum Internationalen Frauentag 2015 in München, die auf dem sonnigen Marienplatz zur Kundgebung weit über 1.000 Menschen erreichte.

Rednerinnen von zwölf Organisationen und Parteien brachten vielfältige Anliegen der kämpferischen Frauenbewegung zur Sprache, international zusammengesetzt. So stellten mehrere Rednerinnen Umweltfragen als zentrale Anliegen der Frauenfrage in den Mittelpunkt, wie z.B. die IFFF-Frauen zur Atomenergie. Die MLPD-Vertreterin empfahl das Buch „Katastrophenalarm!“ als die derzeitig wichtigste Ratgeberin im Kampf gegen die Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur.

Dass die Frauenbewegung überparteilich die wichtigen sozialen Fragen wie Altersarmut, Lohnabstand anpacken muss, betonten Gewerkschaftsvertreterinnen von ver.di und den DGB-Frauen. Dabei brauchen wir „....keine Trippelschritte, sondern Siebenmeilenstiefel“, so eine Vertreterin der Grünen im bayerischen Landtag.

Besonderes Interesse weckte der Beitrag des Jugendverbandes REBELL in der Kritik am Film „Fifty shades of grey“. Er führte aus, dass damit bei uns, wo die Gewalt an Frauen nicht ganz so krass ist wie in manch anderen Ländern, medial Gewalt gegen Frauen und abstoßender Sexismus hoffähig gemacht wird.

Mut verkörperten die Tänzerinnen zu „Break the chain“, ein kurdisches Mädchen, die ein selbst verfasstes Gedicht vortrug, das in einfachen Worten den Irrsinn von Kriegen auf der Welt formulierte und die ROTFÜCHSE München, die zur praktischen Solidarität mit Kobanê aufriefen und auch selbst fast 100 Euro Spenden sammelten.

Zur Demonstration rund um die Altstadt sammelten sich 150 Menschen und es gelang, mit vielen Parolen und Ansprachen die um diese Zeit massenhaft flanierenden Passanten auf die Anliegen der Frauenbewegung aufmerksam zu machen. „Hoch die internationale Solidarität“ verkörperte der gemeinsame Abschluss mit kurdischen Tänzen, die gleichzeitig dem Sieg der mutigen Frauen von Kobanê gewidmet waren. Auf Einladung der DGB-Frauen klang der Tag der kämpferischen Frauenbewegung im Gewerkschaftshaus aus mit einer warmen Suppe, dem Film „We want Sex“ und anschließendem gemütlichen Beisammensein.

Gelsenkirchen (Korrespondenz): Unter dem Motto „Frauen räumen auf“ mit Arbeitslosigkeit und Unterdrückung, mit Gewalt, Rassismus und Kriegstreiberei etc. – so war es am Samstag bei strahlendem Sonnenschein auf der Bahnhofstraße zu hören und auf Schildern und Transparenten zu lesen. Symbolisch wurden diese Pakete von der Straße gefegt und am Bahnhofsvorplatz in die Mülltonne befördert. Das „Offene Frauennetzwerk Gelsenkirchen“ hatte aufgerufen und ca. 150 interessierte Frauen, Mädchen und auch Männer waren gekommen. Die Frauen von ver.di konnten 135 Euro für ihr „Organizer-Projekt“ zur Unterstützung einer Textilarbeiterinnen-Gewerkschaft in Bangladesh sammeln. Mit einer Live-Schaltung wurden Grüße von Gelsenkirchnerinnen von der syrischen Grenze zu Rojava übermittelt, wo heute der Weltfrauenmarsch 2015 begonnen hat. Dort feierten 2.000 Frauen die Befreiung von den faschistischen IS-Milizen. In zahlreichen Redebeiträgen setzten sich Frauen und Mädchen für gesunde Kleidung, eine lebenswerte Zukunft, die Aufwertung sozialer Berufe, gegen Rassismus unter dem Motto „Mach meine Kumpeline nicht an“ ein. „Wer kämpft, kann gewinnen“ – so eine IG - Metallerin, die erfolgreich ihren Änderungsvertrag von Teilzeit zu Vollzeit erstritten hat und sich für die Solidarität bedankte. Ein herzliches Willkommen gab es für junge syrische Kurdinnen, für die nach monatelangem Engagement eine Familienzusammenführung in Gelsenkirchen durchgesetzt werden konnte. Die Frauen waren sich einig: ein befreites Leben kann nur mit befreiten Frauen stattfinden. Dieses Thema wird auch bei der zweiten Weltfrauenkonferenz 2016 in Nepal eine wichtige Rolle spielen. Mit einer vielbeachteten Demonstration fand die Aktion ihren Höhepunkt, Frauenlieder, ein kurdisch-türkischer Tanz waren der kulturelle Rahmen und traditionell zum Abschluss das Lied „Brot und Rosen“.

„Internationaler Frauentag ist auch Männersache", so haben wir gestern früh an einem Metallbetrieb die an diesem Tor fast ausschließlich männlichen Kollegen, eingeladen. Es war auffällig, dass viele positiv reagierten. Wir hörten nicht einen anzüglichen Kommentar. Hier hat sich was getan, das war früher schon mal anders. Viele der Männer schauten aber schon etwas ratlos. Wir versuchten, in aller Kürze zu überzeugen, dass es Männersache ist, zusammen mit den Frauen zu kämpfen, denn ohne Befreiung der Frau wird es auch keine Befreiung der Männer geben. Dass Frauen weniger Lohn bekommen, war ein Thema. Mit einem Kollegen, der seine kranke Mutter pflegt diskutierten wir, wie im Kapitalismus solche Aufgaben auf die Familien abgeladen wird, was eben zumeist die Frauen trifft. Es wurden mehr „Rote Fahnen“ gekauft als sonst.

Düsseldorf (Korrespondenz): Mitten im lebhaften Düsseldorfer Stadtteil fanden die Aktionsstände zum morgigen Internationalen Frauentag statt. Zusammengefunden hatten sich der Frauenverband Courage, die iranisch - afghanischen "Frauen des 8.März", die Umweltgewerkschaft, MLPD, REBELL und die ROTFÜCHSE. Bei schönem Frühlingswetter fanden die vielfältigen Infostände bei Kaffee, Kuchen und Sitzgelegenheiten viel Interesse bei den Passantinnen und Passanten, die immer wieder auch den Beiträgen von Vertreterinnen der teilnehmenden Organisationen am offenen Mikrofon lauschten. Viele neue Kontakte wurden geknüpft und Einladungen zu Treffen oder Veranstaltungen mitgenommen. Rege Diskussionen fanden über die ganzen zwei Stunden der Aktion statt, vom Kampf für die Befreiung der Frau über den Kampf gegen Fracking bis zur Frage des Sozialismus. Insgesamt ein kämpferischer, von groß und klein gern angenommener Beitrag zum Internationalen Frauentag.

Hannover (Korrespondenz): Heute hat in Hannover eine Kundgebung und Demo zum Internationalen Frauentag stattgefunden mit 200 bis 250 Teilnehmern. Zu der Kundgebung hatte in diesem Jahr ein Bündnis aus Frauenorganisationen und Gewerkschaften aufgerufen, allerdings unter der Einschränkung „keine Parteien“. So konnten besonders linke und revolutionäre Frauen nicht sprechen, die in den letzten Jahren den Frauentag mit organisiert hatten. Daran gab es viel Kritik, aber auch die Meinung dass man sich der Beschlusslage eben unterordnen müsste. Im Anschluss fand eine kämpferische Demonstration auf antifaschistischer Grundlage statt. Sie war von MLPD, Courage, kurdischen und türkischen Frauenverbänden gemeinsam vorbereitet worden. Die Demonstration war schwungvoll mit Redebeiträgen, Parolen, Liedern und einer kurdischen Tanzgruppe. Ein besonderes Highlight war das Kobanê-Solidaritätslied, das immer wieder gewünscht wurde. Es machte die Verbundenheit des Kampfs der deutschen Frauen gegen Ausbeutung und Unterdrückung mit dem Kampf der Frauen in Kobanê lebendig.

Mannheim (Korrespondenz): Zum vierten Mal veranstaltete das „Offene Netzwerk Mannheimer Frauen“ gemeinsam den Internationalen Frauentag, dieses Jahr mit dem Motto: „Mannheimer Frauen für Frieden, Brot und Rosen“. In seinem Flugblatt schreibt das Netzwerk: „Unsere Losung für den diesjährigen 8. März setzt die Forderung nach Frieden an die erste Stelle, denn Frieden ist die Voraussetzung für ein gutes, lebenswertes Leben. Krieg zerstört alles, wonach Menschen streben. … Die Forderung nach Brot bedeutet die Forderung nach einer sicheren Existenzgrundlage für Frauen durch Arbeitsplätze, die wirtschaftliche Unabhängigkeit möglich machen, mit Renten, von denen Frau leben kann, mit kürzeren Arbeitszeiten, die Zeit und Kraft für ein Privatleben lassen. Dazu gehören auch gute, bezahlbare Wohnungen als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Die Rosen stehen für alles, was das Leben schöner macht, für Kunst, Kultur, Urlaub und alles, was Spaß macht. Dafür soll das Einkommen auch reichen."

Ein breit gefächertes Bündnis (ver.di, Courage, Bund der Migrantinnen, SKB, Kurdischer Kulturverein, MLPD, Linkspartei, Grüne und Grüne Jugend) fand sich auf dem Mannheimer Paradeplatz ein, der symbolisch von seiner militaristischen Tradition entrümpelt wurde und in „Platz der Frauen“ umbenannt wurde. Eine Reise mit Plakaten führte in Länder zu Frauen in Kriegsgebieten. Eine Mannheimer Chansonsängerin sang antimilitaristische Lieder wie "Ich bin Soldat" und "Le Deserteur". Viele Redebeiträge, zum Beispiel der der MLPD und von Akbulut Gökay, Kurdin und Stadträtin der Mannheimer Linken, gingen auf die Situation in Rojava ein und bekräftigen die große Bedeutung der Entwicklung dort und ihre Solidarität mit dem Aufbau in Kobanê und Rojava.

Zusammenfassend ist jedoch aufgefallen, dass der aktive Kreis der Aktivistinnen und Organisationen kleiner war als 2014. Auch die kurdischen Frauen, die die gelungene Aktion, bei der viele Passanten stehen blieben, mit Tänzen abschlossen, waren weniger als in den Vorjahren. Einerseits mussten manche wegen Grippe absagen, so zum Beispiel die Lesben- und Schwulengruppen oder die ASF. Andererseits - was die weiteren Ursachen für die etwas zurückgegangene Teilnahme ist - müssen wir untersuchen. Unser Eindruck ist, dass dies auch dem wachsenden Stress durch die gesamtgesellschaftliche Entwicklung geschuldet ist.

Mülheim (Korrespondenz): Eine bunte, vielfältige und lebhafte Kundgebung hatten wir zur Feier des Internationalen Frauentags in Mülheim an der Ruhr. Eine Aktionseinheit aus Frauenverband Courage, MLPD, dem Kommunalwahlbündnis Mülheim steht AUF und Einzelpersonen machte mit offenem Mikrophon, dem Tanz der Gruppe „One billion rising“ und Ständen mit Infomaterial und Verpflegung auf die Situation der Frauen weltweit aufmerksam. Rund um die Welt ging es – über Kobanê, Indien, Fukushima (darüber berichtete eine Japanerin, die in der Anti-AKW-Bewegung aktiv ist), wieder nach Deutschland, wo von Themen wie sexistischer Kinderkleidung und den Trümmerfrauen alle Altersklassen gesprochen wurde, aber auch die Ursache von Umweltzerstörung und Unterdrückung beim Namen genannt wurde: Die Herrschaft des internationalen Finanzkapitals, und die Perspektive: Der Kampf um den echten Sozialismus. Eine gelungene, von vielen Passanten beachtete Aktion und auch noch sonniges Wetter – schön war's!

Bochum (Korrespondenz): Auf dem Bongard-Boulevard kamen dieses Jahr 30 Frauenorganisationen und Parteien unter dem Motto: "Frauen auf dem Weg", zusammen. Sie stellten vor, was sie gegen die unterschiedlichsten Formen der doppelten Ausbeutung und Unterdrückung der Frauen tun. Mehr Bochumer als sonst interessierten sich an den verschiedensten Ständen für die Frauenpolitik. Die Gleichstellungsstelle stellte eine kleine Bühne zur Verfügung, auf der jeder sprechen konnte. Viele Organisationen stellten sich vor, auch der Frauenverband Courage, der aufrief Mitglied im Frauenverband zu werden und Situation und Widerstand der Frauen in einem Straßentheater verdeutlichte. Die MLPD legte ihren Schwerpunkt auf die Notwendigkeit der Frauen- und Frauenbewegung Verantwortung zu übernehmen zur Rettung der Umwelt vor der Profitgier und stellte die Notwendigkeit einer sozialistischen Gesellschaft dar, wo ein Wandel grundsätzlicher Leitlinien in der Produktion, im Denken, in der Arbeits- und Lebensweise erst möglich ist. Das Frauenkomitee BASTA! versicherte, dass sie die Fackel von Bochum weitertragen werden, mit all ihren Erfahrungen. Eine Frau von der GEW meinte: "Mir ist es hier zu ruhig." Das bereits traditionelle Bündnis für eine Demonstration, die elf Organisationen unterstützten und zwei Betriebsrätinnen und eine Vertrauensfrau von Opel, BVV und Outukumpu, zogen mit einer Demonstration mit 80 Teilnehmern durch die Innenstadt und schlossen diesen sonnenreichen Tag mit einer Kundgebung ab.

Wuppertal (Korrespondenz): „Für die Rechte und Befreiung der Frau weltweit, von Wuppertal bis Kobanê!“ Unter diesem Motto demonstrierten lautstark und kämpferisch an die 300 Frauen, Mädchen, Kinder und Männer zum Internationalen Frauentag in Wuppertal. Aufgerufen hatten ein Bündnis von sechs Organisationen und IG-Metallerinnen, das auf Initiative des Frauenverbands Courage zustande kam. Die Begeisterung über den Sieg gegen die IS-Faschisten in Kobanê, an dem die Frauen maßgeblich beteiligt waren, fand in Redebeiträgen etwa von Ceni-Frauen, aber auch in Tänzen ihren Ausdruck, auch zu einem Lied über die YPG. Auf der Kundgebung gab es abwechslungsreiche, informative Beiträge. Frauen der IG Metall prangerten die doppelte Ausbeutung im Betrieb an und wandten sich gegen die Rente mit 67. Lebendige Beiträge von Courage-Frauen bekamen besonders Beifall, als die Überparteilichkeit verteidigt und die Gemeinnützigkeit des Verbands gefordert wurde. Zwei Sprecherinnen der MLPD stellten unter anderem den Kampf für den Erhalt der Einheit von Mensch und Natur als gerade auch für Frauen wichtig dar und warben für das Buch „Katastrophenalarm!“. Viel Beifall gab es, als sie den revolutionären Gehalt des 8. März gegen die Versuche der Entpolitisierung betonten. Beeindruckend war, als eine afrikanische Flüchtlingsfrau von ihrer erniedrigenden Behandlung berichtete und alle waren sich einig, gegen zwei geplante Demonstrationen von „Pegida“ und den Salafisten am kommenden Samstag anzutreten. Der Jugendverband REBELL steuerte ein neues Lied über die Freiheitskämpfe bei. Amnesty international setzte sich für das Recht junger Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung über ihren Körper ein. Immer wieder wurde betont, dass die Frauen sich organisieren, denn nur organisiert kann man erfolgreich kämpfen. Und das Bedürfnis einer engeren Zusammenarbeit zwischen den aktiven Frauen ist spürbar da.

Tübingen (Korrespondenz): Bei wunderschönem Sonnenschein fand der diesjährige Internationale Frauentag des Tübinger Frauennetzwerks am Vortag des 8. März unter reger Beteiligung von vielen statt. Selbstbewusst und selbstorganisiert wie jedes Jahr fand das schon legendäre Offene Mikrofon, als „Speakers Corner“ hier bekannt mit einer ellenlangen Schlange von Rednerinnen statt - die Jüngsten waren Zehnjährige von den ROTFÜCHSEN, die zur Solidarität mit dem Befreiungskampf in Kobanê Gebackenes anboten und Mädchen für ihre ROTFUCHS-Gruppe warben. Erstmals seit Jahren sprachen wieder Vertreterinnen der Stadt auf der basisdemokratisch organisierten Aktion und zwar im Rahmen des Offenen Mikrofons auf gleicher Augenhöhe mit dem Frauennetzwerk. Durch griechische und kurdische Tanzeinlagen und durch gemeinsames Tanzen auf den One billion rising-Song „Break the chain“ blieben die vielen Beiträge zu den Befreiungskämpfen in Kobanê, zum Prostitutionsgesetz und zur Solidarität mit dem Kampf der griechischen Putzfrauen im Finanzministerium, die die verhasste Samaras-Regierung angriffen und bis heute ein weltweites Ansehen genießen, sehr kurzweilig . Es waren viele junge Mitkämpferinnen wie die ver.di-Jugend, kurdische junge Menschen und von SDAJ und REBELL dabei, neu ist gewesen, dass das freie lokale Radio „Wüste Welle 96,6“ mit drei Mädchen ab elf Jahre auf dem Platz Interviews machte und diese danach selbständig die Radiosendung fertiggestellt haben. Nachmittags gab es auf dieser Welle ein einstündiges Interview mit drei Frauen des Frauennetzwerks live im Tübinger Studio. Auf dem Holzmarktspektakel sprach die MLPD, die Linke, ver.di-Jugend, die Umweltgewerkschaft, SDAJ, Courage, Frauen helfen Frauen. Die Pflegerinnen aus den Tübinger Kliniken machten einen Flash-mob - fünf vor zwölf legten sie sich auf den Boden, nach dem Motto: „Die Pflege liegt am Boden“. Der REBELL warb für die Aufbaueinsätze in Kobanê, der Frauenverband Courage warb für die Weltfrauenkonferenz in Nepal und eine Frau will ihre persönlich schon geplante Reise nach Nepal mit der Unterstützung der weltweiten Frauen verbinden. Am Büchertisch und im Handverkauf wurden fünf „Rote Fahnen“ und zwei Bücher „Katastrophenalarm!“ verkauft sowie neue Mitglieder für den Frauenverband Courage und die Umweltgewerkschaft gewonnen.

Brutaler Angriff von Faschisten auf Frauendemo in Nürnberg

Nürnberg (Korrespondenz): Zum Internationalen Frauentag gab es in Nürnberg mehrere Aktionen: Bereits am Samstag, 7. März, hatte ein breites 8.März-Bündnis zu Aktionen in der Innenstadt mit anschließender Demonstration aufgerufen. Als der Demozug den Platz zum Hauptbahnhof durchquerte, wurde er von einem 13-köpfigen faschistischen Schlägertrupp überfallen. Die Vermummten gingen unvermittelt auf die Frauen los. Unter den Angreifern soll auch Dan Eising erkannt worden sein. Die Polizei griff ein und nahm einige davon fest. Die Demonstration ging weiter bis zum Aufseßplatz, wo der unerhörte Vorfall nochmal breit bekannt gemacht wurde. Diese brutale Aktion zeigt, dass die Faschisten nicht davor zurückschrecken, friedlich demonstrierende Frauen zu attackieren. Wir müssen sie bekämpfen , wo immer sie auftreten.

Die Situation in Nürnberg hat sich in den letzten Tagen aufgeladen, noch am selben Morgen gab es eine Aktion der Rechten vor dem Nürnberger Gericht, die die Freilassung des verurteilten Holocaust-Leugners Gerhard Ittner forderten. Auch hier gab es ca. 100 Gegendemonstranten. Nach einer Verhinderung einer Nazi-Aktion am vorletzten Donnerstag, wo viele Nürnberger, auch der REBELL und die MLPD, Montagsdemonstration und FV Courage beteiligt waren - hat ein „Nügida“-Ableger für heute wieder eine Aktion angemeldet. Die IGM und das Bündnis Nazistopp rufen zum Protest auf und wollen durch Blockaden den Nazi-Marsch verhindern.

Ein weiterer Vorfall wurde bekannt: Eine Gruppe Fürther Antifaschisten wurde nach der letzten Aktion in der U-Bahn von der Polizei festgehalten und ihre Personalien wurden festgestellt, da sie im Verdacht stehen, an der Blockade beteiligt gewesen zu sein - das sei Nötigung. Das ist ein ungeheurer Vorgang, Antifaschisten werden bedroht, demonstrierende Frauen überfallen, faschistische Angriffe werden geduldet. Die Sondereinheit der bayerischen Polizei USK („Unterstützungskommando“) benutzt die Proteste als Übung, sie wurden öfters beobachtet, wie sie in die Gegendemonstration hineingerannt sind, Leute auf die Seite geschubst haben. Solches Vorgehen dient der Einschüchterung, der antifaschistische Widerstand soll kriminalisiert werden. Wir werden uns jedoch davon nicht aufhalten lassen, den Widerstand gegen jegliche faschistische Provokationen weiterzuführen.

Nürnberg (Zweite Korrespondenz): Am Samstag, den 7. März, fanden in Nürnberg, wie inzwischen in jedem Jahr, wieder Aktivitäten des 8. März-Bündnisses zum Internationalen Frauenkampftag statt. Die Stimmung war kämpferisch und im Mittelpunkt stand bei fast allen Gruppen eine Kritik am Kapitalismus und das Aufdecken, dass dieser die doppelte Ausbeutung und Unterdrückung der Frauen für die Sicherung seiner Existenz braucht.

Viele Reden nahmen Bezug auf die Entwicklung der Frauenrechte und den Befreiungskampf in Rojava. Eine internationale Frauensolidarität zu stärken, war fester Bestandteil des Bündnisses. Die Aktivitäten am Kundgebungsort Weißer Turm waren in diesem Jahr aber leider nicht so vielseitig und bunt wie im letzten Jahr, auch war die Teilnehmerzahl mit ca. 250 überwiegend junger Frauen und Männer bei der Demonstration geringer.

Eine Provokation von Faschisten während des Demonstrationszuges konnte abgewehrt werden und wir ließen uns nicht spalten und behindern, den 8. März auf die Straße zu tragen. Die Faschisten waren den ganzen Tag über schon in der Stadt aktiv, vermutlich auch in der Hoffnung, an diesem Aktionstag zum 8. März, der über einen langen Zeitraum ging, ohne Gegenproteste öffentlich auftreten zu können. Das gelang ihnen nicht!

Das Bündnis, welches aus linken und links-autonomen Gruppen, wie unter anderem der Radikalen Linken, der Feministischen Perspektive, OA, aber auch Migrantenorganisationen wie der ATIF, deren Frauenorganisation „Neue Frau“, der SKB, den Kurden vom Medya Volkshaus, und Parteien und Organisationen wie der MLPD, FV Courage und Einzelfrauen besteht, muss es noch besser lernen, sich schon in der Vorbereitung auf die Masse der Frauen zu beziehen und die Aktivitäten in Nürnberg für eine kämpferische gemeinsame Frauenbewegung zu bündeln.

Hamburg (Korrespondenz): In Hamburg fand die Demo zum Internationalen Frauentag bereits am Samstag, den 7. März, statt. Bei dem sehr kämpferischen und internationalistischen Demozug mit etwa 500 TeilnehmerInnen fiel auf, dass viele Mädchen und auch junge Männer daran teilnahmen. „Ich habe den Eindruck, der Frauentag wird jünger“, meinte jemand auf der Demo. Natürlich war die Solidarität mit dem Kampf der Kurden gegen die faschistischen Is-Truppen in Rojava ein Schwerpunkt. In Reden wurde auch der Weltfrauenprozess mit der nächsten Weltfrauenkonferenz in Nepal vorgestellt. Und es wurde für den Frauentags-Empfang der MLPD am nächsten Tag, den 8.März, geworben.

Zirka 45 Teilnehmer waren zum Empfang der MLPD ins „Dock 220“ gekommen. Darunter die Sozialistischen türkischen Frauen, Frauen von Courage, Vertreter der MLKP und BIR-KAR, Repräsentantinnen vom Rat Afganischer Frauen und eine Vertreterin südamerikanischer Frauen in Hamburg. Kulturell wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten: Xiomara aus Venezuela und Franziska sangen südamerikanische Freiheitslieder, auch „Pepperoni“ spielte. Nach der Begrüßung der TeilnehmerInnen mit einem Glas Sekt meldete sich ein Vertreter der MLKP zu Wort, und machte den Anwesenden eine traurige Mitteilung: Heute morgen haben sie vom Tode einer ihrer Genossinnen in den Dörfern um Kobanê erfahren, sie heißt Ivana Hoffmann. Daraufhin wurde den Genossen herzlichst kondoliert, verbunden mit dem Willen, die internationale Solidarität mit dem Befreiungskampf in Rojava beizubehalten und zu verstärken. Dann wurde gemeinsam eine Schweigeminute abgehalten.

Anhand eines Powerpoint-Vortrages stellten zwei Genossinnen die frauenpolitische Linie der MLPD vor und warben unter den Frauen darum, die Organisation der kämpferischen Frauen zu verstärken. Eine Vertreterin von Courage berichtete über den Stand der Vorbereitung der Weltfrauenkonferenz. Noch auf dem Treffen erklärten Frauen ihr Interesse, in Courage einzutreten.

Frankfurt (Korrespondenz): „Mutig, kämpferisch, selbstbewußt, weltweit“. Unter diesem Motto hat in Frankfurt am Main eine sehr anziehende und kämpferische Kundgebung zum Internationalen Frauentag stattgefunden. Auch dieses Jahr ist das Frauenbündnis zum 8.März weiter in die Breite gewachsen und es konnten bei gutem Wetter Hunderte von Passanten auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil erreicht werden. Einig waren sich alle Frauen, dass ein Quotengesetz, wie es durch die Frauenministerin der SPD im Bundestag verabschiedet wurde, keine Antwort auf die besondere Ausbeutung der Frau im Kapitalismus, geprägt durch prekäre Lohn– und Beschäftigungsverhältnisse, durch Krieg und Gewalt an Frauen, Vergewaltigungen, Sexismus, weltweite Flüchtlingsströme und dem Kampf gegen die faschistischen IS-Horden in Kobanê ist. Im Gegenteil: Frau Schwesig wurde durch Schweigen belohnt und mit keinem einzigen Satz in den Redebeiträgen der Frauen erwähnt.

An der Kundgebung beteiligten sich wie jedes Jahr Frauen der DKP, „Linkspartei“ und MLPD. Frauen aus MigranntInenorganisationen, Frauen des Landesfrauenrates Hessen in ver.di , autonome Frauen, Frauen von Courage und viele, viele andere mehr, die wir hier nicht alle gesondert aufführen können. Das überparteiliche Frauenbündnis zum 8.März in Frankfurt gewinnt damit zusehends an Ausstrahlungskraft, indem es die Frauen immer besser verstehen, auf überparteilicher Grundlage, gleicher Augenhöhe und ohne antikommunistische Ausgrenzungen zu organisieren. Neu hinzugekommen sind dieses Jahr unter anderem die ver.di-Frauen, deren besonderes Anliegen das Recht auf gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit und die Anprangerung besonders schlechter Entlohnung von ErzieherInnen ist. So verdient die Leiterin einer Kita in Frankfurt genauso viel wie ein Facharbeiter in der Automobilindustrie am Band, muss aber gleichzeitig die ganze Verantwortung für die Ausbildung unserer Kinder bei schlechter Ausstattung in den Kitas tragen.

Die besondere Aufmerksamkeit galt in diesem Jahr auch dem mutigen Kampf der KurdInnen, die gezeigt haben, wie eine Handvoll Frauen den faschistischen IS erfolgreich bekämpfen können. Die Frauen in Kobanê haben Geschichte geschrieben und sind auch Vorbild für eine weltweit erstarkende kämpferische Frauenbewegung, die aufsteht und rebelliert gegen die, auch gewaltsame, Unterdrückung von Frauen im Kapitalismus und gegen sexistische und patriarchale Verhältnisse weltweit. Die Sprecherin der MLPD betonte in ihrem Redebeitrag auch, dass sich die internationale Frauenbewegung neuer Themen annehmen muss. So steht als ein neues Thema auch für Frauen, die Rettung der natürlichen Lebensgrundlagen an. In einer sich zusehends verschärfenden Umweltkrise im Umschlag zur Umweltkatastrophe muss die Rettung der Umwelt einen neuen Stellenwert bekommen, da die gesamte Reproduktion menschlichen Lebens infrage gestellt ist. Die Kundgebung war dieses Jahr auch deshalb besonders anziehend, weil die Frauen es zunehmend verstehen, eine sehr anziehende Moderation zu gestalten.

Die kulturellen Beiträge dieses Jahr waren besonders lebendig. Besonderer Dank gilt hier der Darmstädter ROTFUCHS-Gruppe mit einem Song zu Kobanê, was die ROTFÜCHSE gleich mit einer Spendensammlung für Kobanê verbunden haben. Neu war dieses Jahr das Frauenblasorchester „Quintessenz“. Am Büchertisch von „people to people“ konnten gleich mehrere Bücher zur Umwelt und Frauenfrage verkauft werden. Insgesamt spiegelt sich bei der Kundgebung die erfolgreiche organisierte Arbeit des Courage -Ortsverbandes wieder. Jetzt ist es daher notwendig, auch diesen zu stärken. Daher der Appell an alle Frauen: „Organisiert euch“. Last but not least spielte dieses Jahr die Auseinandersetzung mit der ultrareaktionären „Bewegung“ „Pegida“ eine Rolle, die Hetze gegen MigranntInnen betreibt, der jetzige Vorreiter des modernen Antikommunismus ist, aber auch ein reaktionäres Frauenbild verbreitet. Daher werden sich kommende Woche viele TeilnehmerInnen bei den antifaschistischen Blockaden gegen „Pegida“ wiedersehen.

Albstadt (Korrespondenz): Heute fand anlässlich des Internationalen Frauentags ein schön gestaltetes und buntes „Frauendorf“ in der Stadtmitte von Albstadt statt. Marion Zuckschwerdt aus Balingen, die für die örtliche Couragegruppe zur Vorbereitung eingeladen hatte, konnte U7- eine Initiative von und für Menschen mit Behinderungen, die Couragegruppe selbst, ver.di Ortsverein. MLPD Zollernalb, Frauen und Männer von ZUG-Albstadt und den "Frauentreff International" begrüßen. Außerdem hatte eine Hebamme aus Albstadt eine Unterschriftensammlung für eine Petition ihres Verbandes zur selben Zeit angekündigt und bereicherte so den diesjährigen Frauentag. Auch angesichts des schönen Wettert konnten dieses Jahr mehr Passanten erreicht werden und die Stimmung war gut.

Heilbronn (Korrespondenz): Der Auftritt der kämpferischen Frauenbewegung am Vortag des Internationalen Frauentags auf dem Kiliansplatz verbreitete eine optimistische Stimmung für die Befreiung der Frau. Die Aktion war auch aufgrund der tollen Wetters ein voller Erfolg. Der Frauenverband Courage stellte die 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen März 2016 in Nepal unter dem Motto „Frauen erklimmen die höchsten Berge“ vor . Ein großer Zinnteller mit Logo der 2. Weltfrauenkonferenz, sternförmig umrahmt mit Forderungen zu verschiedenen Kernproblemen der Frauen der Welt auf lila Pappen zog die Aufmerksamkeit der Passanten an und manchen Euro aus der Tasche. Die Unterstützung der „Reisekosten“, damit auch viele internationale Gäste nach Nepal kommen können, fanden einige richtig gut. Eine tänzerische Darbietung und musikalische Beiträge zogen besonders Publikum an, so dass wir unsere Spendensammlung in Heilbronn auf 73,59 Euro ausbauen können.

Das offene Mikrofon wurde von den Teilnehmern rege genutzt. Junge Frauen des kurdischen Vereins erklärten Glückwünsche zum Frauentag auf einem kurdischen Transparent und begeisterten mit einer kämpferischen Rede zur Situation in Rojava. Vier Mädchen sangen Lieder zur beeindruckenden erfolgreichen Befreiung der syrischen Stadt Kobanê, wo Frauen der Frauenbefreiungsarmee YPJ große Schritte hin zur Gleichberechtigung der Frauen machen. Auch die Kinderorganisation des REBELL die ROTFÜCHSE sangen ihr Kobanê-Lied.

Sie verkauften Rosen, 50 Prozent davon geht als Spende für Kobanê. Wir hatten eine Umfrage „Ist der internationale Frauentag noch zeitgemäß?“, vorbereitet. Etwa 200 Menschen befürworten den Internationalen Frauentag als Kampftag, heute wichtiger denn je bei all den Problemen in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens, 30 entschieden sich für „nein“. Dabei war nicht nur für manche Männer neu, dass die Frage der Gleichberechtigung nicht nur Frauen betrifft, sondern von Frauen und Männern durchgesetzt werden muss. Daraus entwickelten sich schnell interessante und auch lustige Gespräche unter den Passanten, z.B. ob Gleichberechtigung in Deutschland bereits erreicht ist („Ja, meine Frau bestimmt und ich mach ja, was sie sagt“).

Weiteres Schwerpunktthema war die Umwelt, und die Mobilisierung zur Demo in Neckarwestheim anlässlich des Jahrestags der Fukushima-Katastrophe. Die Gruppe der Umweltgewerkschaft Heilbronn stellte sich vor und mobilisierte Frauen selbst aktiv zu werden in der Umweltgewerkschaft. Die MLPD steht für die Befreiung der Frau im Sozialismus. Ihre Pyramide mit verschiedenen Plakaten ermunterte zur Diskussion. „Entweder vernichtet der Kapitalismus die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit oder die Menschheit überwindet den Kapitalismus und rettet die Umwelt und ihre eigene Zukunft! Starke Mädchen / Frauen und auch Männer werdet aktiv für die Befreiung der Frau und gegen die drohende Umweltkatastrophe.“ Sie verkaufte das Buch „Katastrophenalarm!“, ist doch der Schutz der natürlichen Umwelt eine Grundbedingung für die Befreiung der Frau.

Sindelfingen (Korrespondenz): „Um persönlich etwas zu verändern, müssen wir uns organisieren - in der MLPD, in Courage, im REBELL in der Umweltgewerkschaft!“ So war unser Auftreten zum Frauentag 2015. Die verschiedenen Stände waren informativ und bunt. Es gab Kaffee und Kuchen, einen Büchertisch mit vielfältiger Literatur. Die Sonne schien, doch es war bitter kalt. Angespornt durch die vielen Gespräche und das Interesse war die Aktion eine gute Sache die über den Frauentag hinaus wirken wird. Courage nahm die Stadtverwaltung von Sindelfingen aufs Korn, weil diese ausgerechnet am 8.März einem verkaufsoffenen Sonntag zugestimmt hatte. Ein Grußwort aus Südafrika, das Lied „Brot und Rosen“ und Redebeiträge am offenen Mikrofon machten die gemeinsame Aktion lebendig. „Das ist mein treuer Lebenspartner", meinte ein junge Frau beherzt am Mikrofon. „Wir sind beide behindert, meistern aber das Leben gemeinsam". Die Umweltfrage spielte in den Diskussionen eine große Rolle, der Mindestlohn, die Arbeitsbedingungen, Gesundheit und überhaupt die Lebenssituation der Frauen - also, viele Anregungen für die weitere Arbeit. Für die Weltfrauenkonferenz 2016 in Nepal wurde gut gespendet.

Duisburg (Korrespondenz): An der bunten und wunderschönen Frauentagsveranstaltung in Duisburg nahmen 250 feste und bis zu 800 lose Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil. Ein breites Bündnis hatte dazu aufgerufen, sozusagen von Religion bis Revolution. Es gab eine gemeinsame Rede der Veranstalterinnen und einzelne Grußworte z.B. vom DGB, Frauen aus der Küche am gerade verkauften Klinikum Duisburg und von IGM-Betriebsrätinnen von Thyssen-Krupp-Steel. Gewerkschafter überreichten den Frauen vom Bündnis Rosen. Bestechend und sehr anziehend war die Kultur und das gemeinsame Tanzen. Bei einer kurzen Demo erreichten die Frauen die Duisburger Bevölkerung und gabelten zwei junge Straßenmusikerinnen auf, die zwei Lieder zum Besten gaben. Sie unterstützten ausdrücklich den Kampf um die Befreiung der Frau. Kurdische Frauen prägten das Bild und der erfolgreiche Befreiungskampf in Kobanê wurde von allen gefeiert. Eine Trommelgruppe aus Moers trat nun schon zum zweiten Mal auf und brachte die Umstehenden in Wallung. Die Couragefrauen machten schwer Werbung für ihren Verband und gewann auch neue Mitgliedsfrauen. Die ver.di-Frauen machten eine Umfrage über die Geschichte des Frauentags und zu „Pegida“. Die überwiegende Mehrheit der Befragten antwortete auf die Frage: „Wie soll sich ver.di gegenüber 'Pegida' verhalten?“ mit: „Dagegen demonstrieren!“. Ver.di ist in Duisburg die einzige Gewerkschaft, die jeden Montag mitdemonstriert. Die MLPD warb fundiert und überzeugend für die Organisierung der Frauen für den Kampf um den echten Sozialismus und die ernsthafte Befassung mit der Umweltfrage in den Studiengruppen zu dem Buch „Katastrophenalarm!“.

Hattingen (Korrespondenz): Am Samstag, den 7. März, fand in der Fußgängerzone von Hattingen ein optimistischer, schön gestalteter und lebendiger Aktionsstand statt. Die Courage-Gruppe hatte dazu aufgerufen und Linkspartei, MLPD und Rebellen beteiligten sich aktiv. Besonders beeindruckend war das von Flüchtlingsfrauen und Courage erstellte Transparent "Starke Weltfrauen".

Stuttgart (Korrespondenz): Schon mal beim Museumsbesuch darüber nachgedacht, dass die Mehrzahl der Kunstwerke von Männern gemacht wurden? Vielleicht sind Frauen nicht so künstlerisch begabt !? Stuttgarter Künstlerinnen überzeugten uns vom Gegenteil. Sie prangerten die Benachteiligung weiblicher Künstler bei der Vergabe von Stipendien und Ausstellungen an.

Mit ihren wunderbaren Paradiesvögeln waren sie eine Augenweide bei den Frauentagsaktivitäten auf dem Stuttgarter Schlossplatz. So bunt wie diese Vögel waren auch die Anliegen und Angebote der Frauengruppen an diesem Samstagnachmittag.

Das Frauennetzwerk als Veranstalter wollten allerdings diese bunte Vielfalt einschränken und weiteren Organisationen und vor allem Parteien die Teilnahme verweigern. Ja, seit wann ist der Internationale Frauentag eine Privatveranstaltung von Auserwählten !!!???Am 8.März tragen wir Frauen unsere Anliegen auf die Straße in der Gewissheit, dass weltweit Frauen das gleiche tun.

Um die Gemeinsamkeiten – gegen Ausgrenzung – werden wir uns in der Stuttgarter Frauenbewegung noch streiten müssen. Für eine offene und demokratische Streitkultur. Mit vielfältigen Forderungen unter dem gemeinsamen Motto „Frauen aktiv für die Umwelt“ erweiterten wir Frauen der MLPD die Themen des Frauentags. Gerade an diesem Wochenende – vier Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima – war uns das wichtig.

So beteiligten wir uns mit diesen Schildern auch am Sonntagmittag am Protestmarsch zum AKW Neckarwestheim. Wir beendeten unseren Frauentag mit einer kämpferischen, internationale Demonstration, geprägt vom Erfolg der Befreiung von Kobane. „Jin – Jiyan – Azadi ! Frauen – Leben – Freiheit!“