Betrieb und Gewerkschaft

Ein Erfolg der Kolleginnen und Kollegen bei "Frischpack"

Kolbermoor/Rosenheim (Korrespondenz), 20.03.15: Ausgehend von einem selbständigen Streik im Oktober 2014 bei der Firma "Frischpack", dem "Abpackspezialist für Käse in Oberbayern" mit seinen 350 Beschäftigten, gärt es unter der Belegschaft weiterhin. Grund sind allgemein schlechte Arbeits- und Lohnbedingungen, der Einsatz von immer mehr Leiharbeitern und "Werkslöhnern", ständige Samstagsarbeit und steigende Arbeitshetze. Zudem herrscht immer mehr Unzufriedenheit und Empörung über die Entscheidungen der Spitze des Betriebsrates, dessen Vorsitzende in trauter Zweisamkeit mit dem Geschäftsführer alle Anträge der Firmenleitung brav absegnete.

Der Unmut über diesen Schmusekurs wuchs unter den Beschäftigten enorm und auch bei den Betriebsratsmitgliedern. Unter diesem Druck legten schließlich die Vorsitzende und ihr Stellvertreter mit sofortiger Wirkung ihre Ämter nieder. Um eine betriebsratslose Zeit zu vermeiden, stellten sich zwei Leute für den Vorsitz zur Verfügung und wurden sogar einstimmig gewählt.

Für die Geschäftsleitung war der Rücktritt ein Desaster und in der Folge hagelte es Angriffe, Behinderungen und Störversuche auf den neu gewählten Übergangsbetriebsrat in übler Form. Die Firmenleitung besaß noch nicht einmal soviel Anstand, in den Briefen an den Betriebsrat die neue Vorsitzende mit ihrem Namen anzusprechen.

Trotz massivster Einschüchterungsversuche und übelsten Diffamierungen am Wahltag selbst konnte das Debakel für die Geschäftsleitung nicht verhindert werden: Das Ergebnis der Wahl ist ein großer Erfolg für die kämpferischen und fortschrittlichen Kräfte, die jetzt die Mehrheit im Betriebsrat bilden. Für die Geschäftsleitung ist es eine bittere und beschämende Niederlage, erst recht, da zwei ihrer firmentreuen Wählerlisten keinen Sitz erreichten.