Betrieb und Gewerkschaft
Opel Bochum: Das Werk verschwindet - das Feuer bleibt
Bochum (Korrespondenz), 20.03.15: Nachdem am 5. Dezember das letzte Auto vom Band lief, sind die Abrissarbeiten im Werk 1 in Bochum-Laer in vollem Gange. Fast täglich sind Trauben von Menschen aus dem Stadtteil vor Ort, viele von ihnen selbst ehemalige Opelaner. Über 52 Jahre nach Eröffnung des Werks, in dem zu Spitzenzeiten mehr als 21.000 Menschen gearbeitet haben, ist dieser Abriss ein tiefer Einschnitt in die Geschichte der Stadt und des Ruhrgebiets. Selten wird die ganze Verlogenheit des angeblich "sozialverträglichen Arbeitsplatzabbaus" so anschaulich wie mit dieser brutalen und gigantischen Vernichtung Arbeitsmitteln, Maschinen, Gebäuden, den Arbeitsplätzen im wahrsten Sinne des Wortes.
Aber auch, wenn das Werk 1 selbst schon bald der Vergangenheit angehört: das Feuer der jahrzehntelangen Kampferfahrungen, des Streiks von 2004 und der täglichen, unspektakulären Kleinarbeit in Belegschaft und Gewerkschaft ist unauslöschlich und weitet sich aus in das verbleibende Werk 3, nach Rüsselsheim, Eisenach und in viele andere Betriebe. Ein Bild, das schmerzt und gleichzeitig Hoffnung gibt für bevorstehende Kämpfe.