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Opel Bochum: Klage-Welle gegen Kündigungen

Opel Bochum: Klage-Welle gegen Kündigungen
Aktionstag gegen die Werksschließung im März 2014 (foto: offensivbochum.wordpress.com)

18.03.15 - Am gestrigen Dienstag fanden am Bochumer Arbeitsgericht neun Gütetermine von Opel-Arbeitern zu ihren Klagen gegen die Kündigungen statt. "rf-news" sprach mit dem Betriebsrat Steffen Reichelt von der "Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit bei Opel und Neovia (Opel-Werk 3)" in Bochum zu den Hintergründen:

"39 Kollegen haben trotz großem Druck den Aufhebungsvertrag von Opel letztes Jahr nicht unterschrieben. Allein das ist schon ein Politikum, weil der Vorstand ja immer vertreten hat, es hätten 99 Prozent der Kollegen unterschrieben. Daraufhin bekamen sie eine Änderungskündigung. 'Änderung', weil damit das 'Angebot' verbunden war, nach Eisenach oder Rüsselsheim zu wechseln. Diese Kollegen haben es abgelehnt und sich nicht demoralisieren lassen. Deshalb wird jeder, der dagegen klagt, von uns unterstützt. ...

Opel versucht mit diesen 39 Kündigungen endgültig den Deckel auf Werk 1 drauf zu machen und behauptet, bei Neovia gäbe es keine Arbeit. Die 265 Ersatzarbeitsplätze, die dort geschaffen wurden, sind aber bereits Ergebnis unseres Kampfes und kein Weihnachtsgeschenk von Opel gewesen. Unsere Kollegen von der Betriebsratsliste 'Offensiv' Klaus Leymann und Astrid Etzrodt führen außerdem die ersten Prozesse gegen die Begründung, mit der eine Weiterbeschäftigung im Werk 3 abgelehnt wird.

Hier wird offensichtlich, dass genau diejenigen, die an der Spitze des Kampfes um den Erhalt des Bochumer Opel-Werks standen, nicht einen Fuß ins Werk 3 setzen sollen. Die 'Sozialauswahl' unter Federführung der Betriebsratsmehrheit ist eine politische Auswahl."